Vom florierenden Areal zur Industriebrache

Die Stimmbürger der Stadt St. Gallen entscheiden Ende Februar über die Zukunft des Güterbahnhofareals. Im wesentlichen geht es um die Frage: Autobahnanschluss ja oder nein.

Die SP will mit ihrer Initiative «Für ein lebendiges Areal Güterbahnhof ohne Autobahnanschluss» die städtebauliche Entwicklung des Areals östlich des Hauptbahnhofs fördern. Und dies, so Evelyne Angehrn, SP-Stadtparlamentarierin und Präsidentin des Pro-Komitees, sei nur möglich, wenn nicht der östliche Teil des Areals mit einem Autobahnanschluss verbaut werde - und die Entwicklung so jahrelang behindert, wenn nicht gar verhindert werde.

«  Bei einem Ja kann die Entwicklung des Areals sofort an die Hand genommen werden »

Evelyne Angehrn
Präsidentin Pro-Komitee

Die Gegner halten fest, dass dies nicht zutreffe. Walter Locher, FDP-Kantonsrat und Präsident des Nein-Komitees, hält fest: Es gehe nicht darum, die
Entwicklung des Areals zu verhindern. Vielmehr gehe es bei einem zusätzlichen Autobahnanschluss darum, die Stadt St. Gallen vom Verkehr zu entlasten. «Davon profitieren die Autofahrer, aber auch die ÖV-Benutzer und die Quartiere.»

«  Bei einem Nein profitiert die ganze Stadt St. Gallen »

Walter Locher
Präsident Nein-Komitee

Zwar wäre ein Autobahnanschluss bei einem Nein am 28. Februar nicht vom Tisch. Aber: Das Signal in Richtung Bundesbern (der Bund übernimmt einen Grossteil der Finanzierung, Anm. d. Red.) wäre ein deutliches, so Walter Locher. Dem widerspricht Evelyne Angehrn nicht. Sie ist jedoch überzeugt davon, dass es andere Möglichkeiten gibt, um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen.

Das Areal

Das Güterbahnhofareal erlebte um 1900 seine Blütezeit. Aus einer Talmulde mit Bleichewiese entstand damals ein regelrechtes Logistikzentrum. Ihren Teil dazu beigetragen hatten die Eisenbahn, welche 1855 ihren Betrieb aufnahm, und die Textilindustrie. Seit den 90er Jahren gilt das Areal als Industriebrache.