Zum Inhalt springen

Umstrittene KESB-Initiative Schwyzer entscheiden über Vormundschaftswesen

Das Schwyzer Volk entscheidet am 21. Mai, ob es das kantonale Vormundschaftswesen zurück in die Obhut der Gemeinden geben will. Die SVP erhofft sich von ihrer Initiative mehr Bürgernähe.

Die Initiative «Keine Bevormundung der Bürger und Gemeinden» verlangt, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, KESB, wieder von den Gemeinden geführt wird. Neben Fachpersonen sollen ihr auch wieder Gemeindevertreter angehören.

Eine Befürworterin der Initiative ist Gabriela Schnelli. Die SVP-Gemeinderätin von Feusisberg glaubt, dass der heutigen KESB teilweise der gesunde Menschenverstand fehle. «Die KESB ist heute für viele Leute eine Angstbehörde – das müssen wir ändern», sagt Schnelli.

Die Gemeinden seien näher bei den Bürgerinnen und Bürgern als die Fachbehörde. Entscheide könnten so schneller und weniger technokratisch gefällt werden, sagt Schnelli weiter.

In der eigenen Partei umstritten

Gegen einen Systemwechsel plädiert Franz Merlé. Auch er politisiert für die SVP und zwar im Gemeinderat von Freienbach. «In einer grossen Gemeinde wie Freienbach können wir unmöglich jede Familie und ihre Verhältnisse kennen. Bürgernähe ist deshalb kein stichhaltiges Argument», sagt Merlé. Die KESB funktioniere heute gut.

Der Initiativ-Gegner räumt jedoch ein, dass es anfangs Probleme gegeben hat mit der neuen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde. «Inzwischen hat der Kanton das Personal aufgestockt, auch die Präsenzzeiten wurden verlängert. Die Verbesserungen zeigen Wirkung», so Merlé weiter.

Auf Geheiss des Bundes wurde das Vormundschaftswesen professionalisiert und 2013 die KESB eingeführt. Der Kanton Schwyz führt zwei KESB-Geschäftsstellen.

Energievorschriften für neue Häuser

Weiter entscheiden die Schwyzer Stimmberechtigten über die CVP-Volksinitiative «PlusEnergiehaus – das Kraftwerk für den Kanton Schwyz». Diese verlangt unter anderem, dass im Kanton ab 2018 nur noch Häuser im PlusEnergiehaus-Standard gebaut werden. Demnach müssen sie mehr Energie produzieren als in ihnen verbraucht wird.

Die Initianten wollen mit ihrem Volksbegehren einen Beitrag zur Energiewende im Kanton leisten. Regierung und Parlament lehnen die Volksinitiative als zu radikal ab.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Es ist höchste Zeit, dass diese Institution auch lernt zu sparen. Die Gemeinden müssen wegen den explodierenden Sozialkosten - auch wegen der Institution KESB - die Steuern erhöhen, da dieser Bereich das Wort "sparen" nicht kennt. Da wird man den Verdacht nicht los, dass "die eine Hand die andere wäscht"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Stimmt, in der guten alten Zeit als die Gemeinden noch zuständig waren und der "gute Menschenverstand" noch gewaltet hat war alles noch billiger. Insbesondere die "menschliche Fürsorge" die die Kindersklaven, genannt Verdingkinder erleben durften, kostete keinen roten Rappen. Die Entschädigungen wurden dann ja von der Eidgenossenschaft berappt. Damit kostete sogar das weder die Gemeinden noch die Profiteure des Systems irgend etwas.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Hans König (Hans König)
      Herr Müller: Sondersetting, verordnet durch KESB-Spezialisten/innen mit Gehältern von über 120'000.-/Jahr kostet die Öffentlichkeit vielmals die Kleinigkeit von einigen 10'000 Fr. pro Monat. Das ist der wahre Wahnsinn!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Michel Koller (Mica)
      @König: Sollte die KESB abgeschafft werden, sind dann die zuständigen Spezialisten einfach bei der Gemeinde angestellt und verdienen das Gleiche. Einsparungen wird es kaum geben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Wieso sollte es eine Gemeinde es besser machen als eine Institution? Dazu kommt die Gefahr, dass man den Betroffenen zu nah ist und daher eher nicht auf die Probleme reagiert. Die KESB hat einiges an Verbesserungspotential aber sie wieder abzuschaffen ist unsinnig und teuer. Es ist schon eindrücklich, wie vor allem die SVP dieses Thema ausschlachtet, wohl wissend, dass sich die KESB zu den Fällen gar nicht äussern darf.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      M.Koller Sie sollten sich vielleicht einmal mit Kespgeschädigten unterhalten,dann würden Sie die Sache nicht mehr so ideal sehen.Es bedarf bessere Kontrollen ob nun ev. über die Gemeinden oder über Kesp,Beides muss neu überarbeitet werden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Ich war selbst ein Heimkind und habe eine menge Erfahrung was die vorherigen Strukturen angeht. Es mangelt mir auch nicht an Erfahrungen mit der KESB, da viele Gspändli von früher heute selbst Kinder haben und nun teilweise mit der KESB zu tun haben. Niemand ist happy, wenn die KESB eingreift, denn diese kommt in Situationen zum Zug, wenn bereits etwas schief läuft. Die Eltern sind da oft aber auch nicht ganz ehrlich, wenn sie die Situationen beurteilen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen