Zum Inhalt springen
Inhalt

Entlastung bei den Steuern Schwyzer Stimmvolk stimmt über Änderungen beim Steuersystem ab

Leute mit tiefen Einkommen sollen bei den Steuern entlastet werden, dies auf Kosten der Grossaktionäre. Die SP des Kantons Schwyz will mit zwei Initiativen das Steuergesetz ändern. Regierung und Parlament lehnen beide Begehren ab.

Eine Person nimmt eine 50-Franken-Note aus dem Portemonnaie.
Legende: Menschen mit tiefen Einkommen soll künftig mehr Geld im Portemonnaie bleiben. Keystone

Die Initiative «Ja zu einer gerechten Steuerentlastung» will, dass Leute erst mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von 12'000 Franken Steuern zahlen müssen. Heute liegt diese Schwelle im Kanton Schwyz bei 4650 Franken.

«Schwyz ist damit am Schluss der Rangliste. Kein anderer Kanton verlangt bei so tiefen Einkommen bereits Steuern», kritisiert SP-Fraktionschef Paul Furrer.

In Zukunft sollen mehr Leute mit tiefen Einkommen keine Steuern mehr bezahlen müssen, fordert die SP. Um die Einnahmeausfälle zu kompensieren, schlägt die Partei eine zweite Initiative vor. Das Begehren «Ja zu einer gerechten Dividenden-Besteuerung» verlangt, den Rabatt auf Dividenden-Einkommen für Grossaktionäre zu reduzieren.

Wenig Unterstützung im bürgerlichen Lager

Einzig die Grünliberalen teilen die Meinung der Linken. Bei CVP, FDP und SVP fallen beide Initiativen durch.

«Wir wehren uns nicht gegen Erleichterungen für kleine Einkommen», sagt CVP-Kantonalpräsident Bruno Beeler. Es sei aber nicht sinnvoll, das Steuersystem jetzt punktuell zu ändern.

Das Anliegen müsse im Rahmen der nächsten Steuergesetzrevision eingebracht werden, so Beeler weiter. Auch die Kürzung des Rabatts bei der Dividenden-Besteuerung wird abgelehnt.

Die Schwyzer Regierung wollte das Steuersystem vereinfachen und einen Einheitssteuersatz, eine Flat Rate Tax, einführen. Das Stimmvolk erteilte dem Ansinnen im Herbst 2016 eine Abfuhr. Die Vorlage hätte tiefe Einkommen entlastet, aber zu einer zusätzlichen Belastung des Mittelstandes geführt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Es ist auch verwerflich, dass EL-Bezüger je nach Gemeinde viel zu viel Steuer zahlen müssen. Er gibt ihnen der Kanton die EL, die er sich mit den Steuern gleich wieder zurückholt. Ihr Einkommen bleibt somit immer sehr tief, sie bleiben auf der Strecke. EL-Bezüger sollte gleich behandelt werden wie Sozialgeldempfänger - keine Steuern zahlen. Das wäre soziale Gerechtigkeit, von der wir in der Schweiz nur träumen können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Hier sehen wir doch ganz klar, dass die Reichen gar kein Interresse haben der ärmeren bevölkerungsschicht zu helfen. Es zählt für sie nur der Profit. Warum sollten wir denn die USR III annehmen? Zeigt auch hier einmal, liebe Büezer, dass das Land alle braucht, nicht nur die Reichen. Geht abstimmen und stimmt Nein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von A. Moser (AM)
      Weil bei Ablehnung der USR III rund 25000 Holdinggesellschaften doppelt besteuert würden - und damit die Chance gross ist, dass diese die CH verlassen würden? Und selbst wenn jede davon nur einen Arbeitsplatz bietet sind das 25000 Arbeitsplätze - und ich denke, es dürften einige mehr sein!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Wenn Superreiche belastet werden, ist das ok. Wenn der Mittelstand am Ende bluten muss, kann mir die SP mal....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von John Johnson (Kelten)
      Seit Jahrzehnten war, ist und wird es immer so bleiben, dass am meisten der Mittelstand blutet. Wer an etwas anderes glaubt, glaubt noch an den Storch. Die Reichen können nach wie vor mit "Scheinfirmen" ihre steuerbaren Einkommen problemlos und legal nach unten "frisieren"; oder wechseln ihr Steuerdomizil einfach in einen steuergünstigeren Kanton. :-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von A. Moser (AM)
      Die SP hat sich noch nie für den Mittelstand eingesetzt - das sind die besten, fleissigsten Steuerzahler und am einfachsten zu melken!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen