Abstimmungen Thurgauer wollen einen besseren Schutz für das Kulturland

In Städten statt auf grünen Wiesen bauen: Über 80 Prozent der Stimmbürger haben dieser Vorlage zugestimmt. Damit verlangen sie, dass das Siedlungsgebiet bis 2040 nicht vergrössert wird.

Gegenvorschlag Kulturlandinitiative Auf / Zuklappen

Kanton Thurgau: Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Ja zu einer intakten Thurgauer Kulturlandschaft»

JA-Stimmen absolut: (52'511 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (12'544 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 80.7%
NEIN-Stimmen relativ: 19.3%

Die Vorlage war von Anfang an unumstritten. Gegner gab es kaum – nicht einmal unter den Initianten. Diese haben die Initiative zurückgezogen. Die SVP hat als einzige Partei im Vorfeld der Abstimmung die Nein-Parole herausgegeben. Der Gegenvorschlag verlangt, den Verschleiss an Boden zu stoppen, indem das Siedlungsgebiet für die nächsten 23 Jahre eingefroren wird.

100 Hektaren Kulturland pro Jahr überbaut

Statt grüne Wiesen zubetonieren soll lieber im Innern von Dörfern und Städten gebaut werden. Dazu gehören auch die Baulandreserven, welche laut Initiativkomitee ein Bevölkerungswachstum von 40 Prozent zulassen würde. Genug in einem Kanton, in dem die Masseneinwanderungs-Initiative klar angenommen worden sei.

Das Schloss Seeburg in Kreuzlingen, davor eine grosse grüne Wiese.

Bildlegende: Auch das Schloss Seeburg in Kreuzlingen steht mitten in einer malerischen Landschaft. Keystone/archiv

In den vergangenen Jahren wurden im Kanton pro Jahr durchschnittlich 100 Hektaren Kulturland überbaut. 2014 waren es sogar 290 Hektaren.

Dieses «unkontrollierte Wachstum» hatte die Initianten der Grünen und weitere Parteien auf den Plan gerufen, die in kurzer Zeit 5000 Unterschriften für zwei Kulturland-Initiativen sammelten.