Tessiner Burka-Verbot: «Trauriger Tag für Menschenrechte»

Als erster Schweizer Kanton befürwortet das Tessin ein Verhüllungsverbot. Bei muslimischen Verbänden in der Schweiz sowie bei Amnesty International stösst dies auf scharfe Kritik.

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Burka-Trägerinnen im Tessin nicht willkommen

1:40 min, vom 22.9.2013

Frauen mit Burka und Niqab unerwünscht: Als erster Kanton der Schweiz will das Tessin das Tragen von Gesichtsschleiern in der Öffentlichkeit verbieten.

Amnesty International zeigt sich in einer ersten Stellungnahme konsterniert. «Dies ist ein trauriger Tag für die Menschenrechte im Tessin», kommentierte Manon Schick, Geschäftsleiterin von Amnesty International Schweiz.

Die Annahme der Initiative widerspreche dem Recht zur freien Meinungsäusserung und sei ein beunruhigendes Signal für Intoleranz. Die Verteidigung der Rechte der Frauen, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft, dürfe nicht in den Hintergrund gedrängt werden, forderte die Menschenrechtsorganisation.

«Islamophobisierung der Schweiz»

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) nimmt das Tessiner Votum gemäss Communiqué mit grossem Bedauern zur Kenntnis und warnt vor einer «Islamophobisierung der Schweiz» von unten. Das Resultat wird vom IZRS als Versuch interpretiert, Muslimen das Leben in der Schweiz zunehmend unangenehm zu gestalten und islamische Elemente aus dem öffentlichen Raum zu verbannen.