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Abstimmungen VD Waadtländer wollen keinen absoluten Schutz des Lavaux

Das Weinbaugebiet Lavaux am Genfersee soll nicht unter absoluten Schutz gestellt werden – gewisse Bauprojekte sollen möglich bleiben. Das Waadtländer Stimmvolk lehnte die 3. Initiative zur Rettung des Lavaux von Umweltschützer Franz Weber wuchtig ab und hiess den Gegenvorschlag der Regierung gut.

Initiative «Schutz des Lavaux»

Kanton Waadt: Initiative «Schutz des Lavaux»

  • JA

    29.6%

    64'268 Stimmen

  • NEIN

    70.4%

    153'086 Stimmen

Gegenvorschlag zur Initiative «Schutz des Lavaux»

Kanton Waadt: Gegenvorschlag zur Initiative «Schutz des Lavaux»

  • JA

    73.3%

    153'938 Stimmen

  • NEIN

    26.7%

    56'181 Stimmen

Bei einer Stimmbeteiligung von 56,81 Prozent erteilten die Waadtländer der Initiative «Sauver Lavaux» des Umweltschützers Franz Weber mit 153'086 Nein- zu 64'268 Ja-Stimmen eine überraschend deutliche Abfuhr. Der Nein-Stimmenanteil betrug 68,09 Prozent.

Der weniger weit gehende Gegenvorschlag der Regierung wurde mit 153'938 Ja- zu 56'181 Nein-Stimmen angenommen.

Legende: Video Initiative zur Rettung des Lavaux wird abgelehnt abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.05.2014.

Das Resultat bedeutet, dass das seit 2007 im Unesco-Weltkulturerbe eingetragene Weinbaugebiet Lavaux keinem rigorosen Schutz unterstellt wird, wie dies die Initiative gefordert hatte. Diese hätte künftig keine Bautätigkeit mehr zugelassen, mit Ausnahme kleinerer Konstruktionen wie zum Beispiel einem Weinkeller.

Der siegreiche Gegenvorschlag der Regierung will die Weinbauterrassen, Dörfer und Landwirtschaftszonen ebenfalls vor dem Immobiliendruck schützen. Im Gegensatz zur Initiative soll aber in den gemischten Zonen, den Zonen von öffentlichem Interesse sowie den Agglomerationszonen eine sanfte Weiterentwicklung möglich bleiben.

Die geschützte Fläche des Lavaux umfasst 898 Hektaren und wird von 14'000 Menschen besiedelt. Gemäss bisheriger Gesetzgebung hätte die Bevölkerungszahl noch um 3500 Personen wachsen können. Der Gegenvorschlag beschränkt diese Zunahme nun auf 1800 Personen, während die Initiative ein Nullwachstum verlangt hatte.

Die Bauzonen der Gemeinden werden jetzt von 40 auf 20 bis 25 Hektaren halbiert und nicht komplett eingeschränkt.

Beiträge für Winzer

Den Winzern wurde der Gegenvorschlag unter anderem mit Beiträgen an die Erneuerung von Trockensteinmauern schmackhaft gemacht. Von den insgesamt rund 200 Weinproduzenten, die AOC-geschützte Lavaux-Weine wie den Dézaley, Epesses, Lutry oder St-Saphorin produzieren, haben sich nur zwei öffentlich für die Initiative ausgesprochen.

Der Gegenvorschlag war unter der Regie der Grünen Staatsrätin Béatrice Métraux ausgearbeitet worden. Er fand im Kantonsparlament mit 120 Ja gegen 9 Nein bei 3 Enthaltungen breite politische Zustimmung. Franz Weber wurde praktisch nur von WWF und Pro Natura unterstützt und stand im Abstimmungskampf ziemlich alleine da.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Es gibt immer noch Politiker welche anscheinend Tomaten auf den Augen haben und am liebsten alles verbauen möchten, nur um bei gewissen Kreisen zu punkten. Weitsichtigkeit ist wohl ein Fremdwirt. Sobald die Bauzonen gelockert werden, ist der Schutz der Lavaux zu ende und dann werden hässliche Bauten die Landschaft zerstören und der Tourismus wird ebenfalls zu ende gehen. Niemand interessiert sich dann noch für diese Region und der besondere Wein kauft man halt im Ausland.
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