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Abstimmung über Initiative Deutliches Ja zur Totalrevision der Walliser Kantonsverfassung

Der Kanton Wallis erhält eine neue Verfassung. Eine deutliche Mehrheit der Stimmbevölkerung stimmte für die Initiative.

Totalrevision der Kantonsverfassung

Kanton Wallis: Volksinitiative «Für eine Totalrevision der Verfassung des Kantons Wallis vom 8. März 1907»

  • JA

    72.8%

    83'502 Stimmen

  • NEIN

    27.2%

    31'190 Stimmen

Revision durch Grossen Rat

Kanton Wallis: Bei Annahme der Volksinitiative: Totalrevision der Kantonsverfassung durch Grossen Rat

  • JA

    38.4%

    41'845 Stimmen

  • NEIN

    61.6%

    67'101 Stimmen

Revision durch Verfassungsrat

Kanton Wallis: Bei Annahme der Volksinitiative: Totalrevision der Kantonsverfassung durch Verfassungsrat

  • JA

    61.6%

    67'101 Stimmen

  • NEIN

    38.4%

    41'845 Stimmen

Nach Ansicht des Initiativ-Komitees genügt die aktuelle Kantonsverfassung aus dem Jahr 1907 den heutigen Anforderungen nicht mehr. So fehlten zum Beispiel gewisse Rechte in der Verfassung wie die Chancengleichheit zwischen Mann und Frau, argumentierten die Befürworter.

Das deutliche Resultat überrascht Befürworter und Gegner. Für Gilbert Truffer von der SP Oberwallis ist es «ein sehr gutes Zeichen für den ganzen Kanton». Die Walliserinnen und Walliser hätten gezeigt, dass sie vorwärtsschauen wollten.

Gegen die Totalrevision waren die Walliser SVP und die CVP Unterwallis. Sie führten unter anderem ins Feld, Teilrevisionen wären demokratischer, weil die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über jede Änderung einzeln abstimmen könnten.

Haben die Gegner zu wenig für ihr Anliegen geworben? Man könne immer mehr machen, sagt Franz Ruppen, Parteipräsident der SVP Oberwallis. «Aber das Resultat ist so deutlich, das hätten wir nicht umkehren können.»

Verfassungsrat soll neue Verfassung ausarbeiten

Die Stimmbevölkerung folgte dem Entscheid des Kantonsparlaments: 61,6 Prozent stimmten dafür, dass die neue Verfassung von einem eigens dafür geschaffenen Verfassungsrat ausgearbeitet werden soll. 38,4 Prozent waren der Meinung, dies sei Aufgabe des Parlaments.

Einschätzung von Wallis-Korrespondentin Priska Dellberg

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Mit 72-Prozent Ja-Stimmen hätte kaum jemand gerechnet bei dieser Vorlage, die im Vorfeld kaum ein Thema war. Und erst recht überrascht, dass die neue Verfassung von einem speziell dafür gewählten Verfassungsrat ausgearbeitet werden soll. Offenbar war eine Mehrheit der Walliserinnen und Walliser überzeugt: Eine Verfassung, die über Viehversicherungen spricht, nicht aber über Gleichstellung, hat mit der heutigen Realität nichts mehr zu tun. Nur, was passt in unsere Zeit? Welche Rollen sollen der Herrgott, die Kühe und die Frauen in der neuen Verfassung spielen? Da gehen die Meinungen weit auseinander. Sicher ist: Die neue Kantonsverfassung muss es vielen recht machen.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    So, nun müssen die Walliser(innen) durch einen (noch zu wählenden) Verfassungsrat ihre alten bewährten Werte der Kantonsverfassung auf der "Abfall-Müllhalde" entsorgen! Es soll eine neue, multikulturelle und gendergerechte Kantons-Verfassung entstehen! Die "Einheitswelt-Ideologen" werden heute Abend bestimmt den "Weissen" in Strömen fliessen lassen und die "Verlierer" wohl eher Kamillentee trinken! Nun, das ist Direktdemokratie, in der solche Entscheide ohne wenn und aber zu akzeptieren sind!
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