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Nach dem Nein im Wallis Sind Olympische Spiele in der Schweiz künftig tabu?

Grossanlässen steht die Stimmbevölkerung skeptisch gegenüber. Anders sieht es bei mittelgrossen Anlässen aus.

Legende: Audio Entscheid zu Olympischen Spielen zieht Graben durchs Wallis abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
01:57 min, aus HeuteMorgen vom 11.06.2018.

Darum geht es: In acht Jahren finden definitiv keine Olympischen Winterspiele im Wallis statt. Die Walliser Stimmberechtigten haben gestern zu einem 100-Millionen-Kredit für «Sion 2026» Nein gesagt. 54 Prozent waren dagegen.

So fallen die Reaktionen im Wallis aus: Die Abstimmung habe den Kanton gespalten, sagt SRF-Inlandredaktor Rafael von Matt. «Es herrscht beides, Erleichterung und Enttäuschung.» Die einen hatten sich von den Olympischen Spielen einen wirtschaftlichen Aufschwung erhofft. Die anderen befürchteten zu hohe Kosten. «Diese Gräben müssen nun erst wieder überwunden werden.»

So kommentieren die Medien den Entscheid: Die Walliser Zeitungen schreiben ebenfalls von einem Graben; dem zwischen der politischen Elite und der Bevölkerung. Die Unterwalliser Zeitung «Le Nouvelliste» schreibt von einer «claque», einer Ohrfeige für die Olympia-Promotoren, insbesondere für die Kantonsregierung. Und der «Walliser Bote» schreibt von einer deutlichen Abfuhr für die politische Elite im Wallis.

Olympische Spiele sind für viele Jahre ziemlich sicher vom Tisch.
Autor: Rafael von MattSRF-Inlandredaktor

So stehen die Chancen für künftige Anlässe: «Man muss zwischen Olympischen Spielen und anderen Grossanlässen unterscheiden», präzisiert von Matt. «Was Olympische Spiele angeht: Ja, die sind für viele Jahre ziemlich sicher vom Tisch.» Aber andere, etwas weniger grosse Anlässe seien sicher weiterhin denkbar. Das zeigt ein Blick in die jüngere Vergangenheit: Im letzten Jahr fand die Skiweltmeisterschaft in St. Moritz statt, vor zehn Jahren gastierte die Fussball-Europameisterschaft «Euro08» in der Schweiz und Österreich. Und 2020 werden in Lausanne die Olympischen Jungendwinterspiele, die viel kleiner als die normalen Winterspiele sind, durchgeführt.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Im Kanton Bern haben wir vor Jahren ebenfalls ne Olympia-Kandidatur bachab geschickt. Solche Giga-Anlässe für internationale mafiöse Sportverbände sollte man abschaffen. Ob Fifa oder nicht, sie sind unökologisch, unnütz, sinnlos und dienen nur wenigen, die daran verdienen, z.B. den SportlerInnen. WM2014: Alle deutschen Fussballer plus (hilfs)Trainer, etc, erhielten 300'000 Euro PRO PERSON. Darum geht es. Endrunde gibt sicher auch 30 - 50 Tausend Franken dieses Jahr.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Immer klein klein ist vielleicht auch das falsche Konzept. Es gibt immer mehr Menschen, davon haben immer mehr genügend Wohlstand um mal an so Spiele zu gehen. Globale Events sollten also durchaus grösser werden. Ökologisch ja, aber warum klein? Der Fehler war wohl, so einen Event noch immer kantonal anzusetzen. Ich hoffe auf “Schweiz 2030“, Peking hat schliesslich dreimal so viel Einwohner wie die ganze Schweiz.
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  • Kommentar von Reinhard Grunder (Reinhard Grunder)
    Man hört jetzt überall, das Walliser Volk habe sich gegen die Olympischen Spiele entschieden, das ist quatsch. Es wurde über einen 100Millionen Kredit abgestimmt und der wurde abgelehnt. Machts billiger oder braucht das eigene Geld und das Volk steht eventuell wieder hinter der Olympiade.
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Es ist eben doch so dass das Volk faktisch die Spiele abgelehnt hat. Der Grund ist, Ihre Bedingungen (billiger, privat finanziert, ...) sind schlicht nicht erfüllbar. Dazu kommt dass die Vergabe ja nicht automatisch an Sion ginge. Bei ausschliesslich privater Finanzierung, also ohne Defizitgarantie, ist glaub ich eine Vergabe gar nicht möglich.
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