Zum Inhalt springen

Sion 2026 Das Wallis ist in der Olympia-Frage gespalten

Am Olympia-Forum von Radio SRF1 in Brig haben Befürworter und Gegner von Sion 2026 die Klingen gekreuzt.

Legende: Audio Olympia: Pulsfühlung im Wallis abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
1:45 min, aus HeuteMorgen vom 18.05.2018.

Am 10. Juni stimmt die Bevölkerung des Kantons Wallis über einen 100-Millionen-Kredit für die Olympia-Kandidatur Sion 2026 ab. Am Olympia-Forum von Radio SRF1 gestern Abend in Brig haben Befürworter und Gegner deshalb nochmals die Klingen gekreuzt und sich nochmals kräftig ins Zeug gelegt.

Dieses Land muss wieder Selbstvertrauen entwickeln.
Autor: Christophe DarbellayWalliser Staatsrat

«Dieses Land muss wieder Selbstvertrauen entwickeln», fordert der Walliser CVP-Staatsrat und Olympia-Befürworter Christophe Darbellay. Mit Sion 2026 habe man nun eine Chance, der ganzen Welt zu zeigen, was die kleine Schweiz auf die Beine stellen könne. «Das ist doch fantastisch.»

Christophe Darbellay lacht
Legende: Christophe Darbellay sieht in den Spielen eine einmalige Chance für die Schweiz. Keystone

Man wolle nachhaltige Spiele auf bestehender Infrastruktur, finanziell unter Kontrolle – soweit dies acht Jahre vor dem Anlass zu beziffern sei, sagt Darbellay.

Skeptiker bleiben skeptisch

Brigitte Wolf, Präsidentin der Oberwalliser Grünen, bleibt jedoch bei ihrem Nein zu Olympia. «Es ist ein neuer Ansatz, dass man die bestehende Infrastruktur so gut wie möglich nutzen will. Aber kleiner sind diese Spiele nicht.»

Kleiner sind diese Spiele nicht.
Autor: Brigitte WolfPräsidentin Grüne Oberwallis

Nach wie vor seien es 100 Disziplinen, 3000 Sportler, 11'000 Journalisten, 190'000 Polizisten-Tage, gibt Wolf zu bedenken: «Die Spiele sind verteilter. Das gibt einfach wieder neue Probleme» – Probleme beim Verkehr und bei der Ökologie. Die Zweifel, dass am Ende nicht nur ein Schuldenberg übrigbleibe, sind bei den Skeptikern nicht ausgeräumt.

Ausgangslage bleibt spannend

Die Argumente wiederholen sich seit Monaten. Fragt sich, ob der Funken zum Volk überspringt, das in drei Wochen abstimmen wird und bislang wenig olympisches Feuer erkennen lässt. Das Bild, das sich in Brig unter dem Publikum zeigte, deckt sich mit Umfragen: Ja und Nein halten sich die Waage. Es wird spannend am 10. Juni.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Wenn es nach den Kommentaren ginge, würde diese Kandidatur also zu null bachab geschickt. Da müssten also schon die welschen Walliser dominant stimmen gehen wenn das durchkommen soll. Dazu kommt noch dass es ja danach nur eine Kandidatur wäre. Es heisst ja dann noch lange nicht dass die Spiele auch wirklich an das Wallis vergeben würden. Die Chancen stehen schlecht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas F. Koch (dopp.ex)
    Ich bezweifle die touristische Nachhaltigkeit. Wie viele Touristen buchten 2018 ihre Winterferien in Turin und Umgebung weil dort vor 12 Jahren die Winterspiele stattfanden? Wie viele Nicht-Koreaner planen Winterferien in Peyongchang? Nur weil die Leute noch wissen, wann wo welche Spiele stattfanden, generiert das nicht automatisch mehr Logiernächte. Ich denke, der Werbeeffekt verpufft schneller, als die Bauarbeiten dauern würden. Da ist der Nutzen dieser Investitionen mehr als fraglich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Selbstvertrauen zeigt man dann, wenn man dem OS-inhärenten Gigantismus und Merkantilismus offen die rote Karte zeigt und diese auch international lautstark und gut begründet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen