Klassenkampf im Winterthurer Taxi-Gewerbe

Am 9. Juni entscheiden die Winterthurerinnen und Winterthurer, ob sie die neue Taxiverordnung annehmen. Der Abstimmungskampf wird mit harten Bandagen geführt. Dabei kam es auch schon zu Handgreiflichkeiten zwischen Taxifahrern mit einer A- und einer B-Lizenz.

Taxifahrer Andreas Weibel (links) und Thommy Schönenberger.

Bildlegende: Andreas Weibel (links) und Thommy Schönenberger machen Abstimmungskampf für und gegen die neue Taxiverordnung. SRF

In Winterthur tobt ein Klassenkampf: Taxifahrer mit einer B-Lizenz fordern seit langem eine Gleichstellung mit den A-Konzessionären. Diese dürfen auch am Hauptbahnhof auf Kundenfang gehen; etwas, das den «B-Täxelern» bislang verwehrt blieb.

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben die B-Konzessionäre im Stadthaus auch schon mit Hungerstreik gedroht. Auf der Strasse kam es wiederholt zu Handgreiflichkeiten unter den Chauffeuren.

Ein überfälliger Schritt

Mit der neuen Taxiverordnung, über welche die Winterthurerinnen und Winterthurer am 9. Juni abstimmen, sollen die Klassenunterschiede abgeschafft werden. Für B-Taxifahrer wie Andreas Weibel ist dies ein überfälliger Schritt: «Damit wären wir endlich nicht mehr diskriminiert.»

Entschieden gegen die neue Verordnung treten vor allem jene «Platzhirsche» auf, die heute eine A-Lizenz besitzen. Thommy Schönenberger, der 60 Chauffeure beschäftigt, will notfalls auch juristisch gegen die neue Regelung vorgehen.