«Ross» oder «Pferd» in Zuger Kindergärten?

Ausschliesslich Mundart als Unterrichtssprache in Zuger Kindergärten fordert die SVP mit ihrer Initiative «Ja zur Mundart». Allen anderen Zuger Parteien geht diese Forderung zu weit. Das letzte Wort hat nun das Stimmvolk am 25. September 2016.

Auch in der Primarstufe sollen die Lehrpersonen in den Fächern Sport, Werken und Musik schweizerdeutsch anstelle von hochdeutsch verwenden. Schulkinder würden immer häufiger hochdeutsche Ausdrücke mit Mundart vermischen, sagt SVP-Kantonsrat Beni Riedi. Zum Beispiel «Pferd anstelle von Ross».

SVP kämpft alleine

Schweizerdeutsch als Teil der Identität sei wichtig für die Integration. «Kinder sollen möglichst früh schweizerdeutsch lernen», ist Beni Riedi überzeugt.

Allen anderen Zuger Parteien geht die SVP-Initiative aber zu weit. CVP-Kantonsrätin Silvia Thalmann ist beispielsweise der Meinung, dass es «einen gewissen Spielraum im Kindergarten» brauche.

Kompromiss-Vorschlag

Der Zuger Kantonsrat hat deshalb einen Gegenvorschlag ausgearbeitet, der nun ebenfalls vor das Stimmvolk kommt. Wie von der SVP verlangt, würde im Kindergarten schweizerdeutsch gesprochen. Allerdings würde auf der Primarstufe auf hochdeutsch gewechselt.

Im Kanton Luzern hatten sich die Stimmberechtigten vor drei Jahren gegen eine ähnliche SVP-Mundart-Initiative ausgesprochen und für den Gegenvorschlag von Regierung und Parlament gestimmt.

Regionaljournal Zentralschweiz 17:30 Uhr