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Abstimmungen ZH Ein deutliches Nein zu mehr Geld für Kinderbetreuung

Unternehmen im Kanton Zürich sind auch künftig nicht verpflichtet, die Kinderbetreuung finanziell zu unterstützen. Die Stimmberechtigten haben eine Initiative der Alternativen Liste deutlich abgelehnt. Über 70 Prozent stimmten mit Nein.

Initiative bezahlbare Kinderbetreuung

Kanton Zürich: Volksinitiative «Bezahlbare Kinderbetreuung für alle»

  • JA

    29.5%

    114'128 Stimmen

  • NEIN

    70.5%

    273'058 Stimmen

Eine klare Mehrheit im Kanton Zürich möchte nicht, dass die Kinderbetreuung ausgebaut und gleichzeitig für die Eltern günstiger wird. 70,5 Prozent der Stimmberechtigen lehnten die Volksinitiative der Alternativen Liste ab.

Insgesamt legten 273'058 ein Nein in die Urne, nur 114'128 waren für das Anliegen der AL. Die Stimmbeteiligung lag bei 44 Prozent.

In ländlichen Gegenden wurde die Vorlage wuchtig verworfen. Die Gemeinde Humlikon im Bezirk Andelfingen beispielsweise stimmte mit 90 Prozent dagegen. Ein Ja gab es einzig im Stadtzürcher Kreis 3 mit 52 Prozent sowie in der Hochburg der Linksparteien, im Kreis 4+5 mit 59 Prozent.

Kaum Unterstützung im bürgerlichen Lager

Für die Initiative sprachen sich neben der Alternativen Liste die SP, die Grünen und die EVP aus – aus dem bürgerlichen Lager war einzig die BDP für diese Vorlage. Dazu kamen einzelne Vertreterinnen und Exponenten aus allen politischen Lagern, von links bis rechts.

Diese konnten ihre Basis jedoch nicht überzeugen. Ausserhalb des linken Wählersegments und in ländlichen Regionen ist die Forderung nach mehr und bezahlbarer Kinderbetreuung nicht auf Zustimmung gestossen.

AL enttäuscht – Gegner erleichtert

Zur Finanzierung der Krippenplätze sollte ein Fonds eingerichtet werden. Vorgesehen war, dass die Arbeitgeber 0,2 Prozent der AHV-pflichtigen Lohnsumme in diesen Betreuungs-Fonds einzahlen.

Die Gegnerschaft der AL-Initiative bestand vor allem aus Wirtschaftskreisen. Die Zürcher Handelskammer und der Gewerbeverband haben die Nein-Parole beschlossen.

Entsprechend erleichtert zeigt sich Nicole Barandun, Präsidentin des Stadtzürcher Gewerbeverbands: «Ich bin froh für die KMUs im Kanton Zürich, dass sich ihre Lohnkosten nicht weiter verteuern.» Vor allem die kleineren und mittleren Betriebe hätte unter dieser Vorlage gelitten, so Barandun.

Enttäuscht ist dafür der AL-Kantonsrat Markus Bischoff: «Das ist eine Niederlage ohne Wenn und Aber. Anscheinend sind zu wenige Stimmberechtigte von dieser Problematik betroffen.» Er hält es aber nach wie vor für wichtig, dass es in den ländlichen Regionen mehr Krippenplätze gibt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Brammertz (Politphilosoph)
    Auch wenn das Spießbürgertum wieder einmal gegen den Fortschritt gewonnen hat, ist dieses Modell keine Utopie mehr, sondern in der Westschweiz bereits Realität. Dort sind gut gebildete Mütter viel besser gestellt, und diese Kantone sind uns um Jahre voraus.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Gerade gesten kam im Radio SRF eine Sendung, demnach die Lehre Kleinkindererzieherin sehr schwer zu bekommen sei. Die interviewte junge Frau musste drei Jahre lang Praktika machen, mit Bezahlung von CHF 500,-/Mt., als ihr dann eine Lehrstelle vergeben wurde. Das zeigt auf, dass "billig" auch eine Kehrseite hat. Wenn Eltern nicht mehr bezahlen wollen, dann greifen die Krippen halt zu solchen üblen Methoden gegenüber Arbeitnehmer, um profitabel zu bleiben. Arbeitnehmer gehören besser geschützt!
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  • Kommentar von K. Räschter (K. Räschter)
    Es ist immer wie lustig, wie die Linken - in diesem Falle diejenigen vom ganz linken Lager - das Gefühl haben, dass der Staat oder die anderen Bürger einfach für alles bezahlen müssen (sogar über AVH-Abzüge) für Leute, welche entweder über ihren Verhältnissen leben oder sogar dem Staat auf der Tasche liegen (zu faul zum Arbeiten). Kenne selber einige solcher Fälle und die sollen selber schauen, nicht andere arbeitende Bürger.
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