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Experten oder Parlament Wer darf in Zürich künftig über einen neuen Lehrplan bestimmen?

Heute entscheiden die Experten des Bildungsrates über den Lehrplan. Ob sich dies ändern soll, entscheidet das Stimmvolk.

Ein Kind sitzt in einem Schulzimmer und schaut auf ein Schulbuch.
Legende: Was muss dieser Schüler wohl gerade lernen? Und wer soll in Zukunft entscheiden, was er zu lernen hat? Keystone

Warum diese Volksinitiative? Stein des Anstosses war der Lehrplan 21. Der erste Lehrplan, den Expertinnen und Experten aus 21 Kantonen zusammen ausgearbeitet haben und darin gemeinsame Ziele für die Schulen vorgeben.

Parolen

Ein JA empfehlen: SVP, EDU.
Ein Nein empfehlen: SP, FDP, Grüne, GLP, CVP, EVP, BDP und AL.

Was sagen die Befürworterinnen und Befürworter? Sie verlangen, dass ein neuer Lehrplan weiterhin vom Bildungsrat ausgearbeitet werden soll. Aber: Neu soll auch das Parlament und nicht wie bisher nur die Regierung diesen Lehrplan genehmigen.

Die Kantone können sich sonst praktisch nicht mehr zum Lerninhalt äussern.
Autor: Anita BorerSVP-Kantonsrätin

Der Weg über den Kantonsrat sei demokratischer, findet Mitinitiantin und SVP-Kantonsrätin Anita Borer: «Der Bildungsrat führt viele Diskussionen hinter verschlossenen Türen. Wir möchten im Parlament mitreden dürfen.» Damit bleibe die Entscheidung über Lerninhalte auch näher beim Volk, so Anita Borer.

Was sagen die Gegnerinnen und Gegner der Initiative? Näher beim Volk sei ein Lehrplan nicht, wenn das Parlament darüber abstimmt. Schliesslich seien die Mitglieder des Bildungsrates – zusammengesetzt aus neun Personen aus Wissenschaft und Bildung – selber auch Stimmbürger, argumentiert Jacqueline Peter. Sie ist SP-Kantonsrätin und präsidiert im Parlament die Bildungskommission.

Was heisst nah beim Volk? Auch Fachleute sind Stimmbürger und wollen das Beste für die Schüler.
Autor: Jacqueline PeterSP-Kantonsrätin

Zudem sei der Lehrplan 21 im Kanton Zürich durchaus breit diskutiert worden, so Peter. In Form von mehreren Vernehmlassungen hätten sich die Politikerinnen und Politiker in die Diskussion einbringen können.

Wie geht es weiter mit dem Lehrplan 21 im Kanton Zürich? Dieser wird auf das Schuljahr 2018/2019 in den Zürcher Schulen eingeführt. Auch ein Ja zur Volksinitiative würde daran nichts ändern. Die Initiantinnen und Initianten zielen mit ihrer Vorlage also auf kommende Lehrpläne.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    @srf Ihr Bericht ist nicht Komplet: Kantonsrat würde absegnen also: Besorgte Bürger via REFERENDUM einwirken können, die nicht im Bildungsrat sind
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Teil 2..Ich dachte es sei ein Segen im Schweizer Bildungssystem dass besonders den Schwachen Sorge getragen werde und Bildung/Wissen/Freies Denken Allgemeingut sei. Leider nicht mehr. Ich habe mich tiefgründig beschäftigt. Auch mit dem Auswertungsbericht "via.zh.ch". Ich hoffe sehr dass die Zürcher Stimmberechtigten sich da reinlesen und sich Zeitnehmen das wirklich zu überdenken, die Initiative annehmen unabhängig von Parteidenken somit Verantwortung für Bildung nicht abgeben an Privatschulen
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz legt Lehrplan 21 vor, auf "vsa.zh.ch" ist nur eine Vernehmlassung (2016) dokumentiert, nicht mehrere wie Fr. Peter SP sagt. Anliegen sind nicht korrigierbar. Kompetenzorientierung kann nicht gestrichen werden. Was klingt wie Mitspracherecht ist nicht im Grundsätzlichen gegeben. Hoffnungslos. Wäre ein Referendum möglich gewesen wäre so ein Lehrplan nicht gekommen. Die Schere geht auseinander, freut die Grünen/GLP: Kompetenzorientierter Unterricht
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