Keine Chance für Initiative zur Abtreibungsfinanzierung

Die Krankenkassen müssen Schwangerschaftsabbrüche weiterhin bezahlen. Volk und Stände haben eine von christlichen und konservativen Kreisen lancierte Volksinitiative klar verworfen, die Abtreibungen aus dem Leistungskatalog der Grundversicherung streichen wollte. 69,8 Prozent lehnten die Vorlage ab.

Initiative «Abtreibungsfinanzierung» Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache»

JA-Stimmen absolut: (873'603 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (2'019'033 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 30.2%
NEIN-Stimmen relativ: 69.8%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0.5
NEIN-Stimmen: 22.5
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 36.1% 63.9% 80181 141943
Appenzell Ausserrhoden 39.8% 60.2% 8638 13057
Appenzell Innerrhoden 50.9% 49.1% 2940 2831
Basel-Landschaft 29.7% 70.3% 29867 70554
Basel-Stadt 24.6% 75.4% 15605 47908
Bern 32.1% 67.9% 125252 265223
Freiburg 23.7% 76.3% 24877 80127
Genf 13.8% 86.2% 18859 118105
Glarus 35.8% 64.2% 4671 8362
Graubünden 33.7% 66.3% 23473 46203
Jura 20.3% 79.7% 5234 20564
Luzern 38.1% 61.9% 57178 92940
Neuenburg 16.2% 83.8% 9733 50517
Nidwalden 39.7% 60.3% 7159 10852
Obwalden 41.6% 58.4% 6246 8781
Schaffhausen 35% 65% 12040 22319
Schwyz 44.3% 55.7% 26826 33789
Solothurn 34.7% 65.3% 33534 63126
St. Gallen 42.4% 57.6% 73100 99491
Tessin 32.7% 67.3% 39129 80511
Thurgau 40.9% 59.1% 34745 50106
Uri 45.3% 54.7% 5803 7009
Waadt 10.9% 89.1% 26274 213798
Wallis 29.2% 70.8% 37142 90002
Zug 33.7% 66.3% 14903 29373
Zürich 29.9% 70.1% 150194 351542
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (873'603 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (2'019'033 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 30.2%
NEIN-Stimmen relativ: 69.8%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (873'603 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (2'019'033 Stimmen)
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Ausbau Bahninfrastruktur Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Bundesbeschluss über die Finanzierung und den Ausbau der Bahninfrastruktur FABI

JA-Stimmen absolut: (1'776'688 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'088'210 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 62.0%
NEIN-Stimmen relativ: 38.0%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 22
NEIN-Stimmen: 1
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 55.4% 44.6% 122348 98352
Appenzell Ausserrhoden 55.7% 44.3% 11955 9506
Appenzell Innerrhoden 51.5% 48.5% 2958 2787
Basel-Landschaft 63% 37% 62735 36800
Basel-Stadt 72.3% 27.7% 45189 17333
Bern 57.6% 42.4% 223480 164452
Freiburg 58.6% 41.4% 60764 42996
Genf 76.6% 23.4% 101809 31084
Glarus 50.9% 49.1% 6599 6374
Graubünden 64.6% 35.4% 44460 24400
Jura 64.9% 35.1% 16467 8900
Luzern 61.3% 38.7% 91012 57542
Neuenburg 68.7% 31.3% 40724 18552
Nidwalden 51.6% 48.4% 9252 8661
Obwalden 52.3% 47.7% 7804 7125
Schaffhausen 53.4% 46.6% 17911 15637
Schwyz 49.5% 50.5% 29868 30459
Solothurn 53.4% 46.6% 51440 44821
St. Gallen 57.8% 42.2% 99131 72274
Tessin 71.8% 28.2% 85253 33556
Thurgau 54.2% 45.8% 46188 39031
Uri 51.5% 48.5% 6531 6152
Waadt 73.9% 26.1% 175216 61833
Wallis 60% 40% 75573 50436
Zug 63.9% 36.1% 28147 15873
Zürich 63.1% 36.9% 313874 183274
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'776'688 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'088'210 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 62%
NEIN-Stimmen relativ: 38%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'776'688 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'088'210 Stimmen)
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Initiative «Gegen Masseneinwanderung» Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung»

JA-Stimmen absolut: (1'463'954 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'444'428 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 50.3%
NEIN-Stimmen relativ: 49.7%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 14.5
NEIN-Stimmen: 8.5
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 55.2% 44.8% 123390 100001
Appenzell Ausserrhoden 54.4% 45.6% 11890 9969
Appenzell Innerrhoden 63.5% 36.5% 3709 2134
Basel-Landschaft 50.6% 49.4% 51177 49876
Basel-Stadt 39% 61% 24941 39007
Bern 51.1% 48.9% 200007 191689
Freiburg 48.5% 51.5% 51172 54383
Genf 39.1% 60.9% 53533 83327
Glarus 59.4% 40.6% 7824 5350
Graubünden 50.6% 49.4% 35721 34884
Jura 44.1% 55.9% 11446 14533
Luzern 53.3% 46.7% 80523 70414
Neuenburg 39.3% 60.7% 23735 36668
Nidwalden 58.8% 41.2% 10693 7482
Obwalden 59.1% 40.9% 8983 6212
Schaffhausen 58.1% 41.9% 20004 14401
Schwyz 63.1% 36.9% 38500 22542
Solothurn 54.6% 45.4% 52934 44030
St. Gallen 55.9% 44.1% 97218 76547
Tessin 68.2% 31.8% 82652 38589
Thurgau 57.8% 42.2% 49920 36418
Uri 58.2% 41.8% 7595 5462
Waadt 38.9% 61.1% 93170 146107
Wallis 48.3% 51.7% 61821 66123
Zug 49.9% 50.1% 22257 22307
Zürich 47.3% 52.7% 239139 265973
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'463'954 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'444'428 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 50.3%
NEIN-Stimmen relativ: 49.7%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'463'954 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'444'428 Stimmen)
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Longchamp: «Es war eine weltanschauliche Frage»

2:52 min, vom 9.2.2014

Insgesamt legten rund 2'019'000 Personen ein Nein in die Urne, 30,2% oder rund 873'600 Personen nahmen die Vorlage an. Einzig die Stimmenden im Kanton Appenzell Innerrhoden unterstützten die Initiative, und das mit einem Ja-Anteil von 50,9 Prozent. Damit bleibt es bei der seit 1. Oktober 2002 geltenden Fristenregelung: Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Wochen sind nicht strafbar und werden von den Kassen bezahlt.

In der Westschweiz war das Nein zur Initiative mit Anteilen von mehr als 75 Prozent viel klarer als in der Deutschschweiz. In der Waadt sagte nur rund jeder zehnte Stimmende Ja zur Initiative – der Nein-Anteil lag bei rund 89,1 Prozent, im Nachbarkanton Genf waren es 86,2 Prozent.

Hoher Nein-Anteil – viele Abtreibungen

Den tiefsten Nein-Anteil unter den ablehnenden Kantonen hatte Uri mit 54,7 Prozent. Nein-Anteile zwischen 55 und 60 Prozent hatten die Kantone Thurgau, Obwalden, St. Gallen und Schwyz. Im Tessin lehnten 67,3 Prozent der Stimmenden das Anliegen ab. In städtischen Kantonen fand die Initiative generell weniger Zuspruch.

Die Nein-Anteile entsprechen in etwa der vom Bundesamt für Statistik registrierten Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen in den Regionen: Am höchsten ist die Abtreibungsquote in der Genferseeregion mit 9,9 Abbrüchen pro 1000 Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Danach folgt Zürich mit einer Quote von 7,2. Am wenigsten Schwangerschaftsabbrüche pro 1000 Frauen wurden in der Zentralschweiz (4,6), der Ostschweiz (5,0) und der Nordwestschweiz (5,1) durchgeführt.

Pro Jahr lassen in der Schweiz auf 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren ungefähr 7 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen.

Konservative Kreise stimmen Ja

Laut Claude Lonchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern stammen die Befürworter der Initiative überwiegend aus konservativen, religiösen Kreisen. Die Mehrheit gehöre der SVP, viele auch der CVP an. Es sei eine weltanschauliche Frage gewesen und hätte wenig mit dem Sparpotenzial für die Krankenkassen zu tun gehabt.

Als im Jahr 2002 die Fristenlösung eingeführt wurde, sagten 72,2 Prozent der Schweizer Bevölkerung Ja. Fast die Gleiche Quote wurde heute mit 69,8 Prozent Nein-Stimmen erreicht – laut Longchamp sagten die gleichen Personen, die damals Ja stimmten, heute Nein.

Hohe Stimmbeteiligung

Befürworter und Gegner konnten seit Dezember noch einmal Wähler mobilisieren. Im Dezember wollten noch 41 Prozent der Schweizer Stimmbürger an die Urne gehen. Die Stimmbeteiligung lag letztendlich aber bei rund 56 Prozent. Das ist die fünfthöchste Beteiligung seit Einführung des Frauenstimmrechts 1971. Im Schnitt gehen 43 Prozent an die Urne.