3700 Stimmen entscheiden: RTVG hauchdünn angenommen

Ja zum Radio- und Fernsehgesetz (RTVG): Das Stimmvolk hat das neue Gebührensystem äusserst knapp mit 50,08 Prozent angenommen.

Änderung Radio- und Fernsehgesetz Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Änderung Bundesgesetz über Radio und Fernsehen

JA-Stimmen absolut: (1'128'369 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'124'673 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 50.1%
NEIN-Stimmen relativ: 49.9%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 47% 53% 80097 90212
Appenzell Ausserrhoden 42.5% 57.5% 7490 10148
Appenzell Innerrhoden 40.5% 59.5% 1712 2520
Basel-Landschaft 45.8% 54.2% 36057 42715
Basel-Stadt 51.2% 48.8% 27733 26442
Bern 49.3% 50.7% 140295 144063
Freiburg 55% 45% 44360 36355
Genf 61.9% 38.1% 66536 41026
Glarus 45.4% 54.6% 4076 4908
Graubünden 50.8% 49.2% 27188 26282
Jura 58.6% 41.4% 11489 8129
Luzern 49.8% 50.2% 56938 57440
Neuenburg 59.6% 40.4% 25159 17053
Nidwalden 43.2% 56.8% 6482 8517
Obwalden 41% 59% 5211 7512
Schaffhausen 43.3% 56.7% 12954 16939
Schwyz 40.3% 59.7% 20080 29727
Solothurn 48.7% 51.3% 34975 36832
St. Gallen 48.6% 51.4% 64703 68351
Tessin 48% 52% 45027 48792
Thurgau 45.5% 54.5% 30049 36042
Uri 44.2% 55.8% 4223 5342
Waadt 62.5% 37.5% 115271 69182
Wallis 46.5% 53.5% 49794 57379
Zug 43.5% 56.5% 19288 25081
Zürich 47.9% 52.1% 191182 207684
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'128'369 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'124'673 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 50.1%
NEIN-Stimmen relativ: 49.9%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'128'369 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'124'673 Stimmen)
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Stipendien-Initiative Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Totalrevision des Ausbildungsbeitragsgesetzes

JA-Stimmen absolut: (610'370 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'611'594 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 27.5%
NEIN-Stimmen relativ: 72.5%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 22.8% 77.2% 38317 129661
Appenzell Ausserrhoden 21.3% 78.7% 3711 13738
Appenzell Innerrhoden 13% 87% 551 3681
Basel-Landschaft 26.5% 73.5% 20451 56735
Basel-Stadt 33.9% 66.1% 18034 35096
Bern 26.7% 73.3% 74977 205929
Freiburg 29.9% 70.1% 23910 55949
Genf 42.2% 57.8% 45113 61685
Glarus 20.9% 79.1% 1832 6950
Graubünden 22.8% 77.2% 11924 40441
Jura 38.4% 61.6% 7389 11868
Luzern 22.1% 77.9% 24939 88038
Neuenburg 42.1% 57.9% 17619 24242
Nidwalden 16.1% 83.9% 2381 12448
Obwalden 15.3% 84.7% 1919 10614
Schaffhausen 28.8% 71.2% 8341 20629
Schwyz 17.5% 82.5% 8633 40619
Solothurn 25.9% 74.1% 18449 52716
St. Gallen 22% 78% 28981 102587
Tessin 29.1% 70.9% 26927 65534
Thurgau 21.1% 78.9% 13785 51681
Uri 20.8% 79.2% 1945 7393
Waadt 38.1% 61.9% 69703 113237
Wallis 26.8% 73.2% 28426 77719
Zug 18.4% 81.6% 8017 35621
Zürich 26.6% 73.4% 104096 286783
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (610'370 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'611'594 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 27.5%
NEIN-Stimmen relativ: 72.5%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (610'370 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'611'594 Stimmen)
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Erbschaftssteuer-Initiative Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Volksinitiative Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)

JA-Stimmen absolut: (658'218 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'613'394 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 29.0%
NEIN-Stimmen relativ: 71.0%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 25.4% 74.6% 43585 128106
Appenzell Ausserrhoden 28.2% 71.8% 5002 12755
Appenzell Innerrhoden 20.8% 79.2% 885 3376
Basel-Landschaft 29.2% 70.8% 23277 56380
Basel-Stadt 41.3% 58.7% 22646 32169
Bern 35.6% 64.4% 101805 183820
Freiburg 28.8% 71.2% 23368 57694
Genf 28.1% 71.9% 30795 78791
Glarus 30.1% 69.9% 2731 6328
Graubünden 24% 76% 12976 41146
Jura 33.8% 66.2% 6650 13050
Luzern 26.9% 73.1% 30862 83965
Neuenburg 34% 66% 14386 27926
Nidwalden 17.9% 82.1% 2710 12390
Obwalden 17.8% 82.2% 2272 10523
Schaffhausen 31.7% 68.3% 9608 20736
Schwyz 17.2% 82.8% 8614 41584
Solothurn 29.6% 70.4% 21355 50732
St. Gallen 28% 72% 37502 96462
Tessin 27.1% 72.9% 25654 69043
Thurgau 27% 73% 18014 48652
Uri 26% 74% 2501 7108
Waadt 28.3% 71.7% 52698 133256
Wallis 15.7% 84.3% 16940 91284
Zug 19.4% 80.6% 8682 36075
Zürich 32.9% 67.1% 132700 270043
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (658'218 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'613'394 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 29%
NEIN-Stimmen relativ: 71%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (658'218 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'613'394 Stimmen)
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Präimplantationsdiagnostik Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Änderung der Bundesverfassung und des Fortpflanzungsmedizingesetzes

JA-Stimmen absolut: (1'377'265 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (846'986 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 61.9%
NEIN-Stimmen relativ: 38.1%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 18.5
NEIN-Stimmen: 4.5
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 57.9% 42.1% 97694 70890
Appenzell Ausserrhoden 48.7% 51.3% 8521 8987
Appenzell Innerrhoden 44.5% 55.5% 1875 2336
Basel-Landschaft 61.3% 38.7% 47341 29857
Basel-Stadt 62.6% 37.4% 33367 19909
Bern 57.1% 42.9% 160055 120298
Freiburg 67% 33% 53448 26267
Genf 82.2% 17.8% 88239 19058
Glarus 52.5% 47.5% 4657 4218
Graubünden 53.9% 46.1% 28353 24277
Jura 67.2% 32.8% 12908 6296
Luzern 54.7% 45.3% 61735 51041
Neuenburg 75.2% 24.8% 31474 10400
Nidwalden 50.1% 49.9% 7404 7364
Obwalden 44.2% 55.8% 5534 6986
Schaffhausen 49.1% 50.9% 14551 15106
Schwyz 49% 51% 24124 25149
Solothurn 54.8% 45.2% 39032 32142
St. Gallen 52% 48% 68543 63315
Tessin 60.9% 39.1% 55683 35812
Thurgau 50.4% 49.6% 33154 32680
Uri 46.1% 53.9% 4310 5038
Waadt 84.8% 15.2% 156636 27981
Wallis 57% 43% 60546 45617
Zug 57.8% 42.2% 25270 18458
Zürich 64.8% 35.2% 252811 137504
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'377'265 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (846'986 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 61.9%
NEIN-Stimmen relativ: 38.1%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'377'265 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (846'986 Stimmen)
Bezirksresultate verbergen Bezirksresultate anzeigen Auf / Zuklappen

Die Abstimmung über das Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) war ein regelrechter Abstimmungskrimi. Am Schluss nahm das Volk das neue Gesetz mit nur knapp 3700 Stimmen Vorsprung an.

Video ««So knapp war es noch nie»» abspielen

«So knapp war es noch nie»

2:02 min, vom 14.6.2015

Das Resultat könnte als eines der knappsten in die Geschichte eingehen. Insgesamt stimmten rund 1'128'400 Personen Ja, rund 1'124'700 legten ein Nein in die Urne.

«Das ist ein Zufallsentscheid»

Politikwissenschaftler Claude Longchamp: «Das ist eine gespaltene Schweiz. Es war am Ende ein Zufallsentscheid.» In den SVP-Hochburgen seien am meisten Nein-Stimmen gesammelt worden.

Deutlich Ja sagten die Stimmenden in der Romandie. Die höchste Zustimmung erhielt das neue Gesetz in den Kantonen Waadt und Genf mit je rund 62 Prozent, gefolgt von Neuenburg mit 60 Prozent und dem Jura mit 59 Prozent. Eine Ausnahme bildete der zweisprachige Kanton Wallis. Er lehnte die Gesetzesänderung mit 54 Prozent ab. Auch das Tessin war gegen die Revision.

«Die SRG-Debatte geht weiter»

In der Deutschschweiz hat nur Basel-Stadt dem neuen RTVG zugestimmt. Die übrigen Deutschschweizer Kantone stimmten Nein, am deutlichsten die Kantone Schwyz und Appenzell Innerrhoden mit rund 60 Prozent, gefolgt von Obwalden mit 59 Prozent.

Klar ist: Die Diskussionen über den Service public wird weitergehen. Longchamp: «Diese Frage wurde noch nicht abschliessend beantwortet. Die Debatte geht weiter.» SRG-Kritiker sammeln Unterschriften für eine Volksinitiative zur Abschaffung der Gebühren. Eine erste Initiative mit diesem Anliegen war nicht zustande gekommen.

Weitergehen wird auch die Diskussion über die Frage, wie viel Service public es braucht und was darunter fällt – eine Frage, die aus Sicht der Verlierer vom Sonntag vor der Abstimmung über das Gebührensystem hätte geklärt werden sollen. Im Departement von Medienministerin Doris Leuthard ist ein Bericht in Arbeit, der zu Änderungen führen könnte.

Keine Billag-Kontrollen mehr

Mit dem Ja ist nun der Weg frei für ein neues Gebührensystem: Die geräteabhängige Gebühr wird nun durch eine allgemeine Abgabe ersetzt, die Billag-Kontrollen erübrigen sich.

Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass heute die meisten Haushalte ohnehin über Empfangsgeräte verfügen, da Radio- und TV-Programme auch auf dem Handy und dem Computer empfangen werden können.


Rudolf Matter, SRG-Direktor

3:59 min, aus SRF 4 News aktuell vom 15.06.2015

Auch Unternehmen ab einem Jahresumsatz von einer halben Million Franken müssen nun Gebühren zahlen. Aus diesem Grund hatte der Gewerbeverband das Referendum ergriffen gegen die Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes.

Unterstützt wurde er von SVP, FDP und GLP. Die Gegner glaubten, dass die Gebühren nicht wie versprochen sinken, sondern im Gegenteil steigen würden.

Rudolf Matter, Direktor der SRG

«Wir führen die Diskussion, was der Service public sein soll, gerne. Wir sind mitten in einem Medienumbruch. Nach der Abstimmung waren alle Parteipräsidenten der Meinung, dassUnterhaltung und Sport durchaus zum Angebot der SRG gehören. Sie waren auch der Meinung, dass zwei TV-Sender in jeder Landesgegend vorhanden sein müssen. Das bedeutet, dass man nur über einige Spartenprogramme im Radio spricht. Das sind aber genau die, die kein Privater machen will. Und die Forderung ist ja, dass wir das tun, was Private nicht tun können.»

Sendung zu diesem Artikel

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • RTVG-Vorlage wird hauchdünn angenommen

    Aus Tagesschau vom 14.6.2015

    50,08 Prozent sagten Ja zur Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes: in Prozent betrachtet, das knappste Resultat aller Zeiten. Das Referendum hatte der Schweizerische Gewerbeverband ergriffen. Die «Tagesschau» hat dessen Direktor Hans-Ulrich Bigler während dieses Abstimmungskrimis begleitet.