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AHV-Initiative Ein lauer Abstimmungskampf?

Morgen Sonntag entscheiden die Stimmbürger über drei eidgenössische Vorlagen. Auf eidgenössischer Ebene stehen die Initiativen «AHVplus», «Grüne Wirtschaft» und das neue Nachrichtendienst-Gesetz zur Diskussion. Der Abstimmungskampf begann lau und ist erst gegen Ende in Fahrt gekommen.

Äpfel liegen in einem Korb. Ein Apfel trägt das Wort AHV.
Legende: Morgen wird an der Urne über die Initiativen «AHVplus», «Grüne Wirtschaft» und das Nachrichtendienst-Gesetz entschieden. Reuters

Morgen Sonntag ist Abstimmungstag. Der Abstimmungskampf war verglichen mit anderen eidgenössischen Abstimmungen eher lau.

Geringe Berichterstattung in den Medien

Die Medien hätten unterdurchschnittlich oft über die Vorlagen berichtet, erklärt Linard Udris vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich. Im Allgemeinen stiessen vor allem Ausländerfragen und populistische Vorlagen auf grosses Medienecho, so Udris. Die drei eidgenössischen Vorlagen, über die am Sonntag entschieden wird, würden diese Kriterien nicht erfüllen.

Zudem sei der Abstimmungskampf erst nach den Sommerferien richtig angelaufen: «Dann haben sich Politikerinnen und Politiker zurückgemeldet und haben versucht noch einen Zwischenspurt oder einen Endspurt einzulegen.»

Überdurchschnittlich viele Inserate

Schaut man sich die Zahl der Inserate an, war es kein lauer Abstimmungskampf. Zwar gab es nur wenige Plakate zum Nachrichtendienst-Gesetz, doch bei den Volksinitiativen «Grüne Wirtschaft» und «AHVplus» waren es jeweils über 500. Das ist überdurchschnittlich, erklärt Anja Heidelberger, Politologin an der Universität Bern. Dies lasse sich dadurch erklären, dass bei den Umfragen jeweils beiden Seiten gute Chancen eingeräumt worden seien. Dies habe die Inseratetätigkeit auf beiden Seiten angeregt.

Mehr Inserate, weniger Medienberichte als in einem durchschnittlichen Abstimmungskampf: und wo liegt die Stimmbeteiligung? Wohl ganz leicht unter dem Durchschnitt von 45 Prozent, sagt Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern. Daraufhin deutet die Zahl der eingegangenen Briefstimmen hin. Ein Abstimmungskampf also mit sommerlich, lauem Beginn, der zum Schluss dann doch noch etwas angezogen hat.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Ich finde es erbärmlich, dass zumeist weniger als 50% der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an Abstimmungen teilnehmen. Aus zwei Gründen: Erstens:Es böte sich nun die Gelegenheit, eine ökologischere Wirtschaftsform voranzutreiben, statt oft in opportunistischer Weise um den heissen Brei angesichts von Umweltbedrohungen herumzureden.Dann wäre die AHV zu sichern und hernach eine Steuerreform anzustreben, dass Reiche und sehr Reiche mehr zahlen müssten. Gegen sozialen Frieden kann doch niemand sein!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Habe oft für die SVP gestimmt - dachte sie sei eine Volch (k)spartei , oha lätz , nüt isch gsi . Auch mit der Abschaffung des Eigenmietwertes habe sie nicht klar Farbe bekannt . Also bleibe ich ein Wechselwähler :-) oder am besten , noch den letzten NR- Abstimmungen ein Nichtwähler .
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Wenn Sie nicht mehr wählen, spielen Sie damit den EU-Befürwortern, welche die Direkte Demokratie ja sowieso abschaffen wollen in die Hände. Das Beste ist immer noch, die Partei hinter einer Vorlage auszublenden & sich nur für den Inhalt zu interessieren & eben entsprechend abzustimmen. Unwichtig, was Politiker X & Y schlussendlich sagen. Nur wichtig ist, was für Sie persönlich, stimmt.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    3./Teil wir müssen die die Verarmung der Bevölkerung, die droht, stellen. Wir müssen unsere Umweltsünden besser in den Griffe bekommen. Wir müssen unsere Sozialsysteme modernisieren. Wir müssen ein gerechter Steuersystem installieren. Wir müssen uns mehr über den Schutz der Bevölkerung (Polizei, Militär, Grenzwacht und Justiz) Gedanken machen. Und zwar auf die Zeit bezogen, nicht immer in Nostalgie schwelgen. Die Zeit läuft voran, auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. Packen wir es an!
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