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Arbeitsgesetz Essen tanken rund um die Uhr

Bundesrat Johann Schneider-Ammann setzt sich für den 24-Stundenbetrieb von Tankstellenshops entlang von Hauptverkehrsachsen ein. Gegen die Änderung des Arbeitsgesetzes haben Gewerkschaften und kirchliche Kreise das Referendum ergriffen.

Heute dürfen Tankstellen nur für den Verkauf von Benzin und den Betrieb von Bistros rund um die Uhr Personal beschäftigen. Im Shop darf zwischen 1 Uhr und 5 Uhr niemand arbeiten. Das Sortiment muss nachts somit abgesperrt oder abgedeckt werden.

Legende: Video 24-Stundenbetrieb für Tankstellenshops abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.08.2013.

Diese Situation bezeichnet Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann als «bizarr». Das müsse korrigiert werden. Bei der Abstimmung am 22. September stehe weder eine generelle Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten noch die Einführung des 24-Stunden-Arbeitstages zur Debatte.

Stimmt das Volk der Änderung des Arbeitsgesetzes zu, dürfen Tankstellenshops auf Autobahnraststätten und an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr künftig rund um die Uhr sämtliche Produkte aus ihrem Sortiment verkaufen.

Marginale Zunahme der Nachtarbeit

Dagegen haben Gewerkschaften und kirchliche Kreise das Referendum ergriffen. Sie befürchten, dass die Nachtarbeit zunehmen würde – und dass die Änderung des Arbeitsgesetzes für Tankstellenshops zu weiteren Liberalisierungen führt.

Schneider-Ammann lässt diese Argumente nicht gelten. Er rechnet – wenn überhaupt – nur mit einer marginalen Zunahme der Nachtarbeit. Es müsste kaum zusätzliches Personal eingesetzt werden. Und von einem Dammbruch könne keine Rede sein, sagte der Volkswirtschaftsminister. Mit anderen Vorhaben für Änderungen im Detailhandel habe die Tankstellenshop-Vorlage nichts zu tun.

Arbeiten für weitere Schritte in Gang

Das Parlament hatte in der Sommersession Vorstössen für weitergehende Liberalisierungen zugestimmt. So verlangt es, dass Detailhändler künftig in der ganzen Schweiz ihre Produkte werktags bis 20 Uhr und samstags bis 19 Uhr verkaufen dürfen.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Wilderer, Locarno
    Ich wäre für eine generelle Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten, zumindest für die Geschäfte, die kein Personal beschäftigen, also die kleinen Läden. Das bringt Leben und erhöht die Attraktivität unserer Orte. Gehen Sie mal am Sonntag nach Locarno: alles tot. 10 km weiter, in Italien, ist alles offen und da ist Leben. Das macht die Orte jenseits der Grenzen attraktiv. Manchmal ärgere ich mich, wenn ich abends nach 18.30 noch schnell etwas benötige, muss ich über die Grenze! armes Locarno
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  • Kommentar von Arnold Hans, 6460 Altdorf
    Ich finde es eine Zumutung für das Personal welches für die Nachtarbeit verpflichtet werden soll. An vielen Tankstellen ist das Personal nicht mehr das Leben sicher. Der Bundesrat Johann Schneider Amman ist für das Leben des Personals verantwortlich Wenn jemand einkaufen will ist Tags über genügent Zeit.
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  • Kommentar von D. Schmidlin, St. Gallen
    Ich hoffe, das Stimmvolk sagt nicht schon wieder ja zu einem solchen Bockmist der Politik. Wir haben schon genügend nächtliches Ramba Zamba in der Schweiz.
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