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Atomausstiegs-Initiative Abkehr vom Atomstrom hätte Konsequenzen

In einem Monat stimmt die Schweizer Bevölkerung darüber ab, ob die Kernkraftwerke nach 45 Jahren Betrieb abgestellt werden sollen. Wie die Kraftwerkbetreiber bei einem Ja entschädigt werden müssten, und ob überhaupt, darüber scheiden sich die Geister.

Das Atomkraftwerk Gösgen, im Vordergrund ein Kinderspielplatz
Legende: In der Schweiz stehen die Atomkraftwerke nahe bei Siedlungen. Deshalb hätte ein Unfall verheerende Folgen. Keystone

Energieministerin Doris Leuthard ist zwar für den Ausstieg aus der Kernenergie, aber die Kraftwerke schon nach 45 Jahren abzustellen, das sei zu schnell und zu teuer, denn: «Die Entschädigungsforderungen kämen, das bestätigen uns alle Betreiber. Es ist aber schwierig, sie zu kalkulieren. Informell sagt man uns, dass es sich pro Werk um dreistellige Millionenbeträge handeln würde.»

Investitionen würden nicht mehr amortisiert

Die Betreiber stützen diese Aussage nicht ganz. Alpiq und BKW sagen, sie würden, im Falle eines Jas, Schadenersatzforderungen lediglich prüfen. Die Axpo hingegen will Schadenersatz in Milliardenhöhe fordern. Die Axpo hat etwa in Beznau in die Sicherheit der Anlage viel Geld investiert. Diese Investitionen könnten bis zur Abschaltung nicht mehr amortisiert werden.

Dass die Werke berechtigt wären, Schadenersatz vom Bund zu fordern, das zeigen verschiedene Rechtsgutachten. Für die Atomausstiegs-Initiative der Grünen ist das eine grosse Hypothek.

Trotzdem gibt sich Regula Rytz, die Parteipräsidentin der Grünen, gelassen. Sie sagt, die Schäden, die bei einem Atomunfall drohten, die seien ungleich grösser. «In der Schweiz gibt es Berechnungen, die zeigen, dass – wenn es hier zu einem Unfall kommt – es bis zu 4300 Milliarden Franken kosten könnte.»

Tatsächlich beziffert ein Bericht des Bundesrats die Kosten bei einem schweren Atomunfall auf einer Bandbreite von 80 bis 8000 Milliarden Franken.

Je nach Strompreis sind Atomkraftwerke unrentabel

Rytz findet zudem, die Atomkraftwerk-Betreiber hätten kein Anrecht auf Entschädigung, weil sie wegen des extrem tiefen Strompreises derzeit gar keine Gewinne mehr schreiben: «Wenn man kein Geld mehr verdient mit der Produktion von Atomstrom, haben sie kein Anrecht auf Entschädigung.»

Je nachdem, wie sich der Strompreis weiter entwickelt und je nachdem, welche Investitionskosten tatsächlich geltend gemacht werden können, wird der tatsächlich zu zahlende Schadenersatz höher oder tiefer als von der Bundesrätin geschätzt ausfallen.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Kramer (Kaspar)
    Nur schon der Titel ist in Witz, denn aktuell stehen 3 von 5 Reaktoren still, wegen Schäden in Leibstadt, Materialfehlern und Ungereimtheiten bei der Herstellung und fehlerhaftem Ersatz des Reaktordeckels in Beznau. Wer hat was davon mitbekommen, dass Beznau seit 18 Monaten weg ist vom Netz?
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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Teil 1. Ich war nie für AKWs, aber diesmal werde ich dafür stimmen. Was sind doch die Gegner dieser Initiative für Heuchler! Im eigenen Land keine A-Werke, aber aus dem Ausland A-oder Kohlestrom ist dann wilkommen. Aber es wird immer mehr nicht weniger Strom verbraucht. Oder glaubt ihr die Zuwanderer brauchen keinen Strom. Und die E-Autos und Velos brauchen auch keinen Strom. Und es sind schon wieder Schneekanonen im Betrieb.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    In der Arena hiess es, es wäre genügend Importstrom im Ausland vorhanden und man könne so problemlos die AKW abschalten. Heute ist ein passender Bericht in der Welt: "Deutschland koppelt Österreich vom Billigstrom ab" Die zwischen Deutschland und Österreich gehandelte Strommenge soll um 10% reduziert werden, weil die Netze überlastet sind. Die fehlende Netzkapazität war gestern ja auch ein Thema! In AT sieht man das als äusserst unfreundlichen Akt. Also, sooo einfach geht das abschalten nicht!
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    1. Antwort von Markus Berner (Markus Berner)
      Niemand sagt, abschalten sei einfach. Aber anstatt das Geld weiterhin in den Betrieb der teuren uralt-AKWs zu stecken, sollte man besser in den Netzausbau und in zukunftsträchtige Energien investieren.
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