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Atomausstiegs-Initiative Auch Alpiq will bei frühzeitigem Atomausstieg Entschädigung

Sollte die Atomausstiegs-Initiative Ende November angenommen werden, wären die wirtschaftlichen Schäden für den Energiekonzern Alpiq gross. Darum fordert das Unternehmen in einem solchen Falle eine Entschädigung – und folgt damit seinem Konkurrenten Axpo.

Logo von Alpiq an einem Gebäude.
Legende: Alpiq würde schwer getroffen, sollten in den AKW Gösgen und Leibstadt die Lichter frühzeitig ausgehen, so der Konzern. alpiq

Der Energiekonzern Alpiq rechnet bei einer Annahme der Atomausstiegs-Initiative mit einem Schaden in der Grössenordnung von 2,5 Milliarden Franken. Dieser wirtschaftliche Schaden müsse eine Entschädigung zur Folge haben, heisst es in einer Mitteilung. Art und Umfang müssten zu gegebener Zeit geprüft werden.

Fixkosten bleiben auch nach Abschaltung

Alpiq habe aus unternehmerischer Sicht alle Varianten eines Atomausstiegs durchkalkuliert: Eine freiwillige frühzeitige Abschaltung sei für das Unternehmen wirtschaftlich nicht tragbar, so das Fazit. Die Berechnungen würden zeigen, dass der langfristige Weiterbetrieb für die Gesellschaft heute wirtschaftlich «die am wenigsten schädliche Variante» sei.

Durch eine vorzeitige Abschaltung würden die Umsätze des langfristigen Weiterbetriebs fehlen, während die Gesamtkosten bis zur Ausserbetriebnahme zu einem grossen Teil fix sind und unabhängig von der Laufzeit anfallen. Bereits getätigte und noch erforderliche Investitionen während der Restlaufzeit könnten nicht mehr amortisiert werden, und die Einzahlungen in die Fonds zur Finanzierung der Stilllegung und Entsorgung würden sich aufgrund der verkürzten Laufzeit deutlich erhöhen.

An Gösgen und Leibstadt beteiligt

Bei einer Ablehnung der Atomausstiegs-Initiative setze sich der Status quo fort, bei dem die Gestehungskosten über den Marktpreisen liegen und Atomkraftwerke nicht wettbewerbsfähig betrieben werden können, argumentiert Alpiq.

Alpiq ist an den Partnerwerken Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (40 %) und Kernkraftwerk Leibstadt AG (32,4 %) beteiligt. Die beiden Atomkraftwerke Gösgen (Inbetriebnahme 1979) und Leibstadt (1984) verfügen über unbefristete Betriebsbewilligungen. Bei einer Abschaltung nach 45 Jahren – wie sie die Initiative fordert – würde die «technische Lebensdauer» der beiden Meiler nicht erreicht sein, so die Ansicht von Alpiq.

Auch Axpo fordert Entschädigung

Auch Axpo will Schadenersatz fordern bei einem Ja zur Atomausstiegs-Initiative am 27. November. Den Betrag bezifferte Axpo-Chef Andrew Walo im Interview mit der «NZZ am Sonntag» auf 4,1 Milliarden Franken. Durch die frühzeitige Stilllegung entstünden Mehrkosten, und es fehlten Zinseinnahmen vom Geld aus dem dafür vorgesehenen Fonds, heisst es auch bei Axpo.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Dietrich Michael Weidmann (Dietrich Michael Weidmann)
    Die Drohung mit Schadenersatzforderungen erfüllt den Straftatbestand der Nötigung. Es drängt sich daher eine Strafanzeige gegen die Sprecher von Axpo/Alpiq auf. Die maroden KKW stellen eine gewaltige Bedrohung für unser Land dar. Ihr Weiterbetrieb verzögert die dringend erforderlichen Investitionen in erneuerbare Energiequellen. Nicht der Weiterbetrieb sondern die Annahme der Ausstiegsinitiative schafft Planungs- und damit Versorgungssicherheit.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Der Iberdrola-Chef Ignacio Sánchez Galán hatte in einem Radiointerview erklärt: "Die Atomkraftwerke sind wirtschaftlich nicht tragbar." Der Chef des Konzerns mit Sitz im baskischen Bilbao, der in 40 Ländern aktiv ist, wies darauf hin, "dass heute Atomkraftwerke nicht aus politischen Gründen geschlossen werden, sondern aus ökonomischen".Von bürgerlichen Versagern geführte Pleiteunternehmen wie die Swissair und UBS schrien auch nach Vater Staat (Schweizer Unternehmen=Geschützte Werkstätte).
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  • Kommentar von U.E. Romer (romeru)
    Abstimmungsgeplänkel! Die Atomlobby gibt mächtig Gas und wählt das Mittel der Erpressung. Jahrelang abkassieren, hohe Boni entrichten und die Beerdigungskosten soll der Steuerzahler übernehmen. Die Banken, Versicherungen und Krankenkassen ticken ähnlich. Also nichts Neues in der viel gelobten freien Marktwirtschaft!
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