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Aufhebung der Wehrpflicht Mehrheit für Wehrpflicht

Hätten die Schweizer am 6. August entschieden, dann wäre die Volksinitiative der GSoA klar bachab geschickt worden. Das geht aus der SRG-Umfrage hervor.

Grossbritannien, Spanien, Frankreich oder Deutschland: Sie alle haben sich von der Militärdienstpflicht verabschiedet und eine Berufsarmee. Geht es nach der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), dann sind die Zeiten der Schweiz mit Wehrpflicht gezählt. Das Volk hat am 22. September das letzte Wort – sechs Wochen vorher deuten die Zeichen klar hin zu einer Ablehnung der Initiative.

Die erste von zwei Umfragen des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG liefert die Zahlen: 57 Prozent der Umfrageteilnehmer lehnen die Volksinitiative zurzeit ab. 35 Prozent wollen ein Nein in die Urne legen. Was auffällt: «Der Anteil jener, die die Initiative ablehnen, ist schon früh sehr hoch», hält Martina Imfeld von gfs.bern fest. Das sei typisch für Abstimmungen zu solchen Themen.

Konfliktlinie zwischen links und rechts

Bei der Abstimmung zur Abschaffung der Wehrpflicht wird der Graben zwischen linken und rechten Parteien sehr deutlich. SVP, BDP, FDP und CVP sind laut Umfrage klar gegen eine Abschaffung, die Grüne Partei und die SP klar dafür. Aus der Gruppe der Parteiungebundenen sind 19 Prozent noch unentschlossen. «Das ist jedoch nicht weiter ungewöhnlich», so Imfeld. Bis zur Abstimmung vergehe noch etwas Zeit.

Legende: Video «Ein Nein zur Initiative ist wahrscheinlicher» abspielen. Laufzeit 0:38 Minuten.
Aus News-Clip vom 16.08.2013.

Die Polarisierung zwischen bürgerlicher Mehrheit und rot-grüner Minderheit zeichnete sich bereits in der Abstimmung im Parlament ab. SVP, FDP, CVP und BDP votierten im Nationalrat mit 69 Prozent dagegen, im Ständerat fiel die Entscheidung mit 80 Prozent noch deutlicher aus.

Die Jungen sind für die Abschaffung

Ähnlich deutliche Unterschiede gibt es auch beim Alter ab. Je jünger, desto häufiger goutieren die Stimmbürger die Volksinitiative.

In Zahlen heisst das: 52 Prozent der 18- bis 39-Jährigen sagen Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht. 68 Prozent der über 68-Jährigen wollen alles beim Alten belassen. 40 Prozent der 18- bis 39-Jährigen würden die Volksinitiative ablehnen, 68 Prozent sind es bei den über 65-Jährigen.

Sind eher Männer oder Frauen für eine Aufhebung der Wehrpflicht? Gemäss der Umfrage können sich Frauen (35 Prozent) eher eine Schweiz ohne Wehrpflicht vorstellen als Männer (33 Prozent). Aber: Frauen sind mit 12 Prozent unentschlossener als Männer (6 Prozent). Deutlich ist das Nein der Männer zur Volksinitiative: 62 Prozent (Frauen: 53 Prozent).

Womit Gegner und Befürworter punkten können

Die Argumente aus dem Pro-Lager können die Befragten nur bedingt überzeugen. Der Aussage «Ein traditionelles Massenheer ist für die heutigen Bedrohungen nicht mehr geeignet» können noch 58 Prozent zustimmen. Dass sich die Schweiz eine Milizarmee nicht mehr leisten könne (40 Prozent) beziehungsweise die Wehrpflicht den Einstieg ins Leben erschwere (37 Prozent), findet keine Mehrheiten.

Mehr Zustimmung erhalten die Argumente der Initiativ-Gegner. 70 Prozent der Befragten betrachten das bestehende Milizsystem als wichtigen Pfeiler der Schweizer Gesellschaft. 60 Prozent sind der Meinung, dass die GSoA-Volksinitiative ein erster Schritt zur Abschaffung der Armee sei. Und noch 53 Prozent glauben, dass es zu wenige Freiwillige für eine Milizarmee gibt.

Das Nein dürfte noch deutlicher werden

Obwohl sich bereits nach der ersten SRG-Umfrage ein deutliches Nein herauskristallisiert, «entschieden ist noch nichts», hält die Politologin Imfeld fest.

Aber gemäss ihrer Erfahrung zum Verlauf von Volksinitiativen zeichne sich eine Ablehnung ab. Erwartet werde auch, dass die Zustimmung bis zum 22. September noch an Boden verlieren werde und dass «eine Spaltung der Bürgerschaft zwischen bürgerlicher Mehrheit und linker Minderheit noch deutlicher werden dürfte».

Die Eckwerte der SRG-Umfrage

Durchgeführt wurde die Umfrage im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 5. und 9. August 2013. Befragt wurden 1209 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Mehr

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57 Kommentare

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  • Kommentar von max bruppbacher, Zürich
    http://blog.dasmagazin.ch/2013/08/16/panzerfaust/
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Max Bruppbacher: Der Militärdienst ist weder unmenschlich noch verletzt er das Recht des Menschen wie das hier kolportiert wird. Der Militärdienst hat zur Aufgabe, den Menschen vor dem Unfassbaren zu schützen.
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  • Kommentar von Daniel Neuhaus, Rheinfelden
    Die Wehrpflicht ist nicht nur unmenschlich, sondern verletzt auch die meisten Grundrechte von Schweizer Männern. So z.B. das Selbstbestimmungsrecht, das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit, zudem wird die Gleichstellung mit Füssen getreten. Die Gesellschaft profitiert von jungen Schweizern ohne Ausgleich für die erheblichen Verluste, die Männer erleiden Müssen.
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Daniel Neuhaus: Wer soll im Fall einer schweren Katastrophe das Überleben der Menschen bewahren helfen, wenn nicht die Armee? Welche Armee ist in einem solchen Fall geeigneter als die Milizarmee mit Ihren breit im Volk verankerten Kenntnissen? Der Begriff von Menschenrechten entspringt reiner Wunschvorstellung und haben mit der Realität keine Übereinstimmung. Wer keine Antwort auf Bedrohungen und Erpressungen mit Waffen hat wird sehr schnell zu deren Opfer.
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  • Kommentar von A. Maag, Zürich
    Alle Befürworter dieser Initiative inkl GSoA-Mitglieder und die meisten Juso-Leuten sollte man in Gondo oder so einquartieren. Wenn der nächste Erdrutsch kommt (was ich ja nicht hoffe) kommt dann halt auch das Militär nicht! Aber ja, so weit denken die eben gar nicht! Darum siegt wahrscheinlich die Vernunft und diese schädliche Initiative wird wiedereinmal mehr wuchtig verworfen! Erste Anzeichen gibt es ja. Freuen wir uns!
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    1. Antwort von rob rader, buchs sg
      Und warum zum Kukuck brauchen wir dazu ein Militär(Horde von demotivierten Männern mit teuren Waffen)? Aber selbstverständlich brauchen wir weiterhin einen Katastrophenschutz wie z.B Zivildienstler aber eben keine hirnlosen demotivierten Milizsoldaten welche zum töten ausgebildet erden.
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    2. Antwort von Msrkus Guggisberg, Busswil
      @Rob Rader: Der Angriff erfolgt immer da, wo man Schwäche zeigt (Beispiel Bundesrat und Steuerflucht). Wer keine Antwort hat auf Bedrohungen und Erpressungen mit Waffen wird sehr schnell zu deren Opfer.
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    3. Antwort von A. Maag, Zürich
      @Rob Rader: ach so? Im Militär ist man demotiviert? Und die Zivildienstler nicht? Was für eine interessanter Aspekt!!!! ;-) Finden sie ihre Darstellung nicht etwas komisch??
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    4. Antwort von u steiner, zürich
      Haha.. die Dienstpflicht will er abschaffen, aber die Zivildienstler behalten? Es ist ihnen hoffentlich klar, dass der Zivildienst nur wegen der Dienstpflicht als alternative zur RS steht. Würde die RS freiwillig, wäre auch kein Mensch mehr dazu verpflichtet eine Ersatzleistung zu erbringen. Kurz: Zivildienst wird komplett abgeschafft, während die Berufsmilitär weiter mit den teuren Waffen rumrennen. Manche Leute sollte man von der Demokratie ausschliessen! Sie denken einfach nicht
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