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Autobahnvignette 100 Franken für eine Vignette? «Das ist Abzockerei»

Geht es nach dem Bundesrat, soll die Vignette neu 100 Franken kosten. Für das Nein-Komitee ein Unding. Der Abstimmungskampf gilt als offiziell eröffnet.

40 oder 100 Franken für eine Autobahnvignette? Die Befürworter der teureren Vignette argumentieren: Die Differenz von 60 Franken entspräche lediglich einer Tankfüllung pro Jahr, die man mehr zahlen müsste.

Das Nein-Komitee aber spricht von einer enormen Preiserhöhung um 150 Prozent – von einer «Abzockerei des Privatverkehrs». Der Autofahrer müsse noch tiefer in die Tasche greifen, ohne dafür einen echten Mehrwert zu erhalten, kritisiert es bei der Lancierung des Abstimmungskampfes in Bern.

Bei der SBB unvorstellbar

Aus Sicht des Nein-Komitees ist bereits genug Geld für den Strassenverkehr vorhanden, wenn dieses nicht «zweckentfremdet» würde.

Von den 9,5 Milliarden Franken, die der Bund jährlich durch Steuern, Gebühren und Abgaben des Privatverkehrs einnehme, fliessen nach dessen Angaben 70 Prozent in die allgemeine Bundeskasse und in den öffentlichen Verkehr. Die Autofahrer seien zu regelrechten «Milchkühen» geworden, sagte Manfred Bühler, SVP-Grossrat des Kantons Bern. Damit müsse nun Schluss sein.

Legende: Video Endspurt in der Vignetten-Abstimmung abspielen. Laufzeit 4:59 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.10.2013.

Ein Aufschlag um 60 Franken wäre anderswo beispielsweise bei der SBB nicht möglich, glaubt der Direktor des Nutzfahrzeugverbands Astag, Michael Gehrken. Auch das Argument, dass der Preis seit 18 Jahren nicht mehr erhöht wurde, lässt Gehrken nicht gelten: Bei einer Teuerungsanpassung läge der Preis bei 63 Franken.

Bei aller Kritik: Das Nein-Komitee liefert auch einen Gegenvorschlag. SVP-Nationalrat Walter Wobmann (SO), der das Komitee präsidiert, fordert stattdessen einen «echten Strassenfonds analog zur Bahn».

Abstimmung im November

Über die Erhöhung des Vignettenpreises wird am 24. November abgestimmt. Neben dem bürgerlichen Nein-Komitee kämpft ein Verbandskomitee von TCS und ACS gegen den Aufschlag. Von ökologischer Seite kommt ebenfalls Widerstand: Grüne, Grünliberale sowie der VCS haben sich auf die Seite der Gegner gestellt.

30 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Benutzt nach Möglichkeit die Nebenstrassen bis zum Kollaps, dann vergeht es der Regierung schnell, die einst auf Zeit eingeführten Vignetten ständig zu erhöhen. Bin für eine Maut am Gotthard.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Ob die Autofahrer schon wieder als "Melk-Kuh" genötigt werden müssen (150%-ige Erhöhung der Autobahn-Vignette), werden nicht die linken Oekoheini's oder die chronischen (neidischen) "Autohasser" bestimmen! An der Urne werden die mehrheitlich autofahrenden Stimmbürger(innen) entscheiden, ob diese neuste "Abzockerei" tatsächlich unbedingt nötig ist, um das Autobahn-Netz endlich fertig zu erstellen! Solange 2 Drittel der Benzin-Steuern (in der Bundeskasse) für anderes genutzt wird, wohl kaum!
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Der Erlös der Vignette ist bekanntlich zweckgebunden und ich glaube deshalb nicht, dass man bei einer Ablehnung der Nationalstrassenbau forcieren würde. Für den Tourismus und Wenigfahrer müsste man jedoch eine Monatsvignette einführen.
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  • Kommentar von Marie-Luise Reck, Turbenthal
    Ich hab die Nase gestrichen voll von Bundesrätinnen, in Zukunft bitte nur noch Bundesräte aber nicht mit Namen Burkhalter. Es zeigt doch wirklich, das gewisse Frauen die Kohle raushauen als ob es kein Morgen mehr gebe, schon verplant und noch nicht verdient, das ist eine Politik die nicht mehr lange gut und für die Einsicht braucht man nicht studiert zu.
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