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Autobahnvignette 100-Franken-Vignette: Darum geht es

383 Kilometer bestehende kantonale Strecken sollen neu ins Nationalstrassennetz aufgenommen werden. Das kostet den Bund zusätzliche 300 Millionen Franken pro Jahr. Deshalb soll die Autobahnvignette von 40 auf 100 Franken erhöht werden. Was steckt dahinter?

Luftaufnahme der Schnellstrasse von Locarno und der Autobahn A2 beim Flugplatz Magadino Locarno, Richtung Bellinzona. (Keystone)
Legende: Die Schnellstrasse zwischen Locarno und Bellinzona soll künftig vom Bund unterhalten und finanziert werden. Keystone

Bundesrat und Parlament haben mit dem sogenannten neuen Netzbeschluss (NEB) entschieden: 383 Kilometer bestehende kantonale Strecken von nationaler Bedeutung sollen neu ins Nationalstrassennetz aufgenommen werden. Beispielsweise die Strecken Bern-Biel (BE), Bellinzona-Locarno (TI) und die Julierpassstrasse (GR). Zudem soll der Ausbau an den neuralgischen Punkten in Morges-Lausanne (VD) und im Zürcher Glatttal vorangetrieben werden.

Der Bund verspricht, auf den neuen Strecken zudem Umfahrungsprojekte zu übernehmen. Dazu gehören die von den Kantonen bereits geplanten und baureifen Umfahrungen von Le Locle (NE), La Chaux-de-Fonds (NE) und Näfels (GL). Hinzu kommen 20 weitere Umfahrungen, deren Planung übernommen wird. Durch diesen neuen Netzbeschluss entstehen für den Bund Mehrkosten von rund 300 Millionen Franken pro Jahr.

Die Vignette soll den Ausbau finanzieren

Hier kommt der geplante Aufschlag auf die Autobahnvignette von 40 auf 100 Franken ins Spiel. Damit soll alles finanziert werden. Deshalb hat das Parlament die beiden Vorlagen, neuer Netzbeschluss und teurere Autobahnvignette, aneinander geknüpft. Der Grund: Dem Bund dürfen keine Strassen übertragen werden, die nicht finanziert sind.

Zu den Zahlen: Mit der neuen Vignette ab 2016 würde der Bund anstatt wie aktuell jährlich 319 Millionen Franken, zusätzliche rund 300 Millionen einnehmen – das entspricht den Kosten, die für die Streckenübernahme des Bundes nötig sind.

Im Sommer dieses Jahres ist gegen die teurere Vignette das Referendum zustande gekommen. Da die Vignetten-Vorlage aber rechtlich mit dem neuen Netzbeschluss verknüpft ist, beeinflusst das Referendum auch den Netzbeschluss des Parlaments. Wird der Aufschlag auf die Vignette vom Volk abgelehnt, tritt der Netzbeschluss nicht in Kraft.

Für die Befürworter der Vorlage ist klar: Die Autofahrer bekommen etwas für das Geld, das sie für die 100-Franken-Vignette bezahlen müssen. Die Gegner sehen im geplanten Aufschlag allerdings den staatlichen Griff ins Autofahrer-Portemonnaie.

Wie fährt es sich anderswo?

Schaut man nicht nur in den eigenen Geldbeutel – sondern macht den Preisvergleich mit dem Ausland – kommt man zum Schluss: Die 100-Franken-Vignette wäre zwar ein Aufschlag von 150 Prozent, doch muss für eine Reise per Auto in den Süden deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Zwei Beispiele: Fährt man von Genf ins 298 Kilometer entfernte Lyon und wieder zurück, fallen Autobahngebühren von knapp 39 Franken an. Soll es in den Sommerferien aber von Turin nach Neapel und wieder zurückgehen, belaufen sich die italienischen Autobahngebühren auf knapp 164 Franken.

Wofür ist das Geld?

Der neue Netzbeschluss kostet rund 300 Millionen Franken pro Jahr. Ein Drittel wird für den Winterdienst, die Grünpflege, Sanierungen sowie weitere Betriebs- und Unterhaltsarbeiten verwendet. Zwei Drittel wird für Ortsumfahrungen, Lärmschutz, Schutz vor Naturgefahren und mehr Sicherheit eingesetzt.

Pro und Contra

Befürworter und Gegner der 100-Franken-Vignette legen ihre Argumente auf den Tisch. mehr

9 Kommentare

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  • Kommentar von Joe Schweizer, Basel
    Der Vergleich mit dem Ausland hinkt. Oder man macht eine Gesamtkostenrechnnung und schaut was man in F oder I nebst der Maut noch an Strassenverkehrssteuern bezahlt, wie hoch die Treibstoffzuschläge sind und wieviel das Mautsystem selber kostet (all die Angestellten und Einrichtungen an den Mautstellen)
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Moment X, das kann ja nicht wirklich sein! 383 km BESTEHENDE kantonale Strecken sollen neu ins Nationalstrassennetz aufgenommen werden + das soll den Bund pro Jahr 300 M Franken kosten oder fast 1 M pro km +Jahr?? WER SIND WIR DENN?? Wieso sollen für die Überführung der Dossiers von den Kantonen zum Bund mehr als vielleicht 1'000 Franken anfallen?? Braucht es dazu Bagger?? Unterhalt oder Ausbau der Autobahnen können unmöglich MEHR kosten als neue Autobahnen auf ihrer ganzen Länge.
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  • Kommentar von M.Meier, Lenzburg
    Liebes SRF/Schubeca, wenn sie schon einen Vergleich machen, dann sagen sie aber auch die ganze Wahrheit! Die ausländischen Autobahnen werden und wurden von Konsortien jeweils erstellt und finanziert. Klar die wollen auch was für Ihre Leistungen und verlangen Gebühren! Genau wie sie vom SRF! Denn auch sie machens ja nicht gratis! Unsere Autobahnen werden und wurden von allen Steuern und Zuschlägen die man den Autofahren abknöpft finanziert! Und jetzt will Leuthard noch mehr Geld zum verteilen!
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