«Die Ecopop-Initiative löst kein einziges Problem»

Am 30. November stimmen Volk und Stände erneut über eine Volksinitiative zur Zuwanderung ab. Nun legte Justizministerin Simonetta Sommaruga vor den Medien dar, weshalb der Bundesrat die Ecopop-Initiative vehement ablehnt.

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Bundesrat gegen Ecopop-Initiative

1:26 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.10.2014

Die Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» verlangt, dass die Zuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung beschränkt wird. Gleichzeitig sollen mindestens 10 Prozent der Entwicklungshilfegelder für freiwillige Familienplanung eingesetzt werden. Erklärtes Ziel ist der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.


Ecopop-Initiative - pro und contra

3:11 min, aus Rendez-vous vom 14.10.2014

Aus Sicht des Bundesrates löst die Initiative jedoch kein einziges Umweltproblem. Eine Annahme hätte aber schädliche Folgen für die Schweizer Wirtschaft und würde die aktuellen Bemühungen des Bundesrates unterlaufen, gute und stabile Beziehungen zur EU zu erhalten.

Wirtschaftlich kontraproduktiv – «ökologisch unlogisch»

Mit einer Begrenzung der Zuwanderung gemäss Initiativtext könnten pro Jahr nicht einmal 17'000 Personen zuwandern, sagte Sommaruga. Dies entspreche einem Viertel der jährlichen Nettozuwanderung in den letzten Jahren. Selbst wenn das inländische Arbeitskräftepotenzial vollständig ausgeschöpft würde, könnten bei einer so drastischen Reduktion die Löcher nicht gestopft werden.

Die Initiative sei aber auch «ökologisch unlogisch», sagte Sommaruga. «Umweltprobleme löst man nicht mit einer Begrenzung der Zuwanderung.» Der Umwelt nütze es nämlich nichts, wenn jemand in einem Nachbarland statt in der Schweiz Energie verbrauche und Abfall produziere. Wer etwas für die Umwelt tun wolle, müsse den Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser, Boden oder Energie senken.

Die Initiative behandle Menschen als Problem, das bekämpft werde müsse. «Ob gewollt oder nicht, dieser Ansatz ist fremdenfeindlich», sagte die Justizministerin.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Ecopop lanciert Abstimmungskampf

    Aus Tagesschau vom 7.10.2014

    Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz soll nicht stärker als 0,2 Prozent pro Jahr wachsen. Mit dieser Massnahme will die Ecopop-Initiative Probleme, die sich durch die hohe Zuwanderung ergeben, lösen. Die Argumente der Befürworter.

  • Argumente für Ecopop-Initiative

    Aus Tagesschau vom 7.10.2014

    Die Befürworter der Ecopop-Initiative haben heute ihre Argumente präsentiert. Die Initiative verlangt unter anderem, dass die Zuwanderung stark begrenzt wird. Ende November stimmt die Schweiz über die Verfassungsänderung ab.