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Ecopop-Initiative Ecopop-Initianten: «Es war ein Kampf David gegen Goliath»

Die Vorlage zur Beschränkung der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz wird abgelehnt. Die Initianten sind enttäuscht, dass diese Chance zur Weichenstellung verpasst wurde, wie Geschäftsführer Andreas Thommen sagt.

Legende: Video Ecopop-Initiant Thommen zum Nein seiner Initiative abspielen. Laufzeit 3:04 Minuten.
Vom 30.11.2014.

Andreas Thommen, Geschäftsführer Ecopop verheimlicht seine Enttäuschung nicht. Er sei aber nicht wirklich überrascht. «Es war absehbar, es war ein Kampf David gegen Goliath. Ich bin enttäuscht, dass die Schweiz die Chance verpasst hat, die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen.»

Einen Hauptgrund im Nein zur Ecopop-Initiative sieht Thommen im finanziellen Bereich: «Unsere Gegner haben sehr viele Finanzen eingesetzt.» Darum sei es ihnen auch nicht gelungen, im Endspurt nochmals zu mobilisieren. Zudem habe «der Schock vom 9. Februar» sehr viele Ecopop-Gegner mobilisiert.

Andreas Thommen
Legende: Ecopop-Geschaftsführer Andreas Thommen ist enttäuscht über das Resultat. Keystone/Archiv

Thommen wirft den Gegnern zudem vor, «eine regelrechte Schlammschlacht» gegen sie geführt zu haben. «Uns war aber auch von Beginn weg klar, dass das Thema Überbevölkerung eine schwierige Frage ist», sagt Thommen.

Diskussion verweigert

«Die wichtige Diskussion wurde im Abstimmungskampf um Ecopop verweigert», sagt Cornelia Keller. Sie ist die Vizepräsidentin des Vereins Ecopop. Die Initiative stelle die Frage, wie viel Wachstum möglich sei, ohne dass es die Lebensqualität beeinträchtige, sagt Keller. «Stattdessen haben die Gegnerschaft der Initiative keine Gelegenheit ausgelassen, uns als Rassisten abzustempeln.» Das sei relativ einfach, denn die Zuwanderung sei ein Tabu-Thema.

Keine Partei für Ecopop

Das Rassisten-Image wieder loszuwerden, dafür habe der Verein zu wenig finanzielle Mittel gehabt, sagt auch die Vizepräsidentin. Doch Keller erklärt sich die starke Ablehnung auch mit einer abwartenden Haltung vieler Stimmenden. «Viele haben erst abwarten wollen, wie die Zuwanderungsinitiative umgesetzt werde», sagt Keller. «Wenn diese Abstimmung in drei Jahren stattfinden würde, sähe das Resultat anders aus», ist sie überzeugt.

Dass viel weniger Leute für Ecopop gestimmt haben als für die Masseneinwanderungsinitiative, erklärt sie sich auch mit dem Verhalten der grossen Parteien. «Bei der Zuwanderungsinitiative war eine grosse Partei dafür. Bei Ecopop waren alle dagegen.»

Legende: Video Reaktion Hans Giger zur Ecopop-Initiative abspielen. Laufzeit 3:01 Minuten.
Vom 30.11.2014.

Auch der emeritierte Ökonomieprofessor Hans Geiger kontastiert: «Es waren offenbar nur die SVP-Wähler, die Ja sagten. Das ist natürlich extrem enttäuschend. Das ist nicht das, was ich erhofft habe, und was die Schweiz auch braucht.»

Ecopop habe als kleiner Verein «gegen das gesamte Polit-Establishment» antreten müssen. Sogar gegen die SVP, die das Herz eigentlich an einem ähnlichen Ort habe.

19 Kommentare

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  • Kommentar von R.Leuenberger, Zürich
    Schade! Anscheinend möchte die Mehrheit der Stimmbürger eine Schweiz, die die Goldene Gans für Brüssel spielt, den Prügelknabe von Strasburg, die böse Stiefmutter für eigenes Volk, Politiker, die anscheinend am wirklichen Leben und den Nöten der Bevölkerung vorbei schauen. Bereits enttäuscht von der Gier der Finanzwelt, von der zugelassenen Eigenmächtigkeit der Wirtschaft, kommt jetzt das unverständlichen Verhalten der Parteien dazu. Wir glauben nicht mehr an eine gute Zukunft für die Schweiz !
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Der Bundesrat, die Medien haben nur Negatives Berichtet und so Angst und Schreken verbreitet. Das die Initiative eigendlich die Notbremse und die Rettung der Schweiz gewessen währe, interessierte weder der Bundesrat noch die Medien, im gegenteil. Nun bleibt nur noch die MEI, sollte diese nicht wie vom Volk abgestummen umgesetzt werden, herscht in der Schweiz der Ausnahme zustand. Es kann nicht sein, dass wir uns selbst immer mehr Zerstören, dass wollen nur die Linken...
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  • Kommentar von P. Studer, Zug
    Lauter Kommentare von gaaaanz schlechten Verlierern! Je grösser die Siegesgewissheit vorher war, desto grösser jetzt die Verbitterung. Tja, wenn Ihnen auf der Autobahn alle Fahrzeuge entgegenkommen, sind Sie der Falschfahrer!
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