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SVP präsentiert Standpunkte «Erst sind es die Italiener, dann die Afrikaner»

Auch Ausländer der dritten Generation sollen den Roten Pass nicht erleichtert bekommen.

Legende: Video SVP gegen erleichterte Einbürgerung abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.01.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Einbürgerungspraxis ist aus Sicht der SVP schon heute zu lasch.
  • Die Partei stellt sich deshalb gegen die erleichterte Einbürgerung von Ausländern der dritten Generation.
  • Burka-Plakate seien nur symbolisch gemeint.

Wenn junge Ausländer die Auflagen erfüllten und integriert seien, könnten sie sich problemlos einbürgern lassen, sagte SVP-Präsident Albert Rösti am Mittwoch vor den Medien in Bern. «Wir sind ja nicht gegen die Einbürgerung dieser Leute.»

Mit der erleichterten Einbürgerung würde aber weniger genau hingeschaut. Damit drohe die Gefahr, dass nicht integrierte Personen eingebürgert würden. Statt Erleichterungen brauche es mehr Kontrollen, sagte Rösti.

Die Befürworter suggerierten, dass die jungen Menschen, die von der erleichterten Einbürgerung profitieren würden, ihr ganzes Leben in der Schweiz verbracht hätten. Das sei aber nicht zwingend. Sie müssten lediglich in der Schweiz geboren worden und fünf Jahre zur Schule gegangen sein, stellte Rösti fest.

Erst Italiener, dann Afrikaner

Auch treffe es zwar zu, dass heute vor allem Italiener die Voraussetzungen für eine erleichterte Einbürgerung erfüllen würden. Das Gesetz werde es aber auch in 20 Jahren noch geben. «Dann sind es dann Afrikaner», sagte Rösti.

Dann sind es dann Afrikaner
Autor: Albert RöstiSVP-Präsident

Das Strafregister würde zwar auch bei der erleichterten Einbürgerung geprüft, sagte die Zürcher Nationalrätin Barbara Steinemann. «Aber wer überprüft die Sprache oder die Nähe zum Extremismus?» Wenn der Bund dafür zuständig sei, könnten auch «Handschlagverweigerer» eingebürgert werden.

Burka symbolisch gemeint

Nationalrat Andreas Glarner (AG) warnte vor einer «stillen Übernahme unserer Heimat». Das Burka-Plakat, mit dem ein Komitee um Glarner gegen die erleichterte Einbürgerung Stimmung macht, verteidigte er an der Medienkonferenz.

Die Burka sei nur als Symbol gedacht, erklärte er. Sie stelle dar, dass man bei einem Ja am 12. Februar nicht mehr wüsste, wen man einbürgere. «Wir sagen damit nicht, es würden verschleierte Frauen eingebürgert».

Die SVP unterstützt das Plakat laut Rösti ideell, aber nicht finanziell. Das offizielle SVP-Plakat verzichtet auf Darstellungen. Es zeigt den Schriftzug «Keine weitere Masseneinbürgerung». Vom Burka-Plakat distanziert hat sich der Schwyzer SVP-Ständerat Alex Kuprecht. Er plädiert für ein Ja zur erleichterten Einbürgerung.

225 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Wer von den Herrschaften (Männerdomäne SVP), Blocher, Rösti, Amstutz und Co, ist schon von der Herkunftsgeschichte der Ahnen her, "reiner Schweizer"? Die Schweiz, war von jeher ein Durchgangsland für viele Völker... Daher sind die "Schweizer" ein "Völkermix". Etwas mehr tolerante Menschlichkeit, würde man sich von den oben erwähnten Leuten erwarten! Grundsätzlich geht es doch um "Leben und leben lassen", Anpassung der einen und Toleranz der andern!
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  • Kommentar von Jürg Leuenberger (jleuen)
    Und wo Herr Rösti machen Sie einen bedrohlichen Unterschied zwischen Italienern und Afrikanern aus?
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      ... Rösti denkt eben vielleicht an den 1. Akt der Zauberflöte von Mozart, oder hat gar zu viel in "Mein Kampf" geschmökert, wo's um die "schwarzhaarigen Halbaffen" geht ... Rösti sollte sich vielleicht, in Anbetracht Schweizerischer Werte, sich an seine Religion halten und mal überlegen, aus welchen Landen sein Jesus kam ...
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Ich bin gegen die vielen Argumente von Sommaruga. Warum sollte man sich in der Schweiz ausgeschlossen fühlen nur weil man nicht eingebürgert ist? Das ist Unsinn. Egal für welche Generation. Schule, Berufslehre, Studium all das wird niemandem verwehrt, auch den Ausländern nicht. Es lebt sich gut auch ohne roten Pass. Es gibt auch Mitbürger die wollen keine CH-Einbürgerung auch wenn sie es könnten. Sie sind stolz auf ihre Nationalität. (Italiener)
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