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Abstimmungen «Es ging nicht um Burkaträgerinnen»

Über 60 Prozent der Stimmenden sind für die erleichterte Einbürgerung. Dieses Ergebnis hat viele überrascht – auch Gianni D'Amato, Professor für Migration und Staatsbürgerkunde an der Uni Neuenburg.

Legende: Audio Die kulturellen Gegenargumente haben diesmal nicht gegriffen abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
2:34 min, aus HeuteMorgen vom 13.02.2017.

SRF News: Herr D'Amato, hatten Sie mit diesem Abstimmungsergebnis gerechnet?

Gianni D'Amato: Persönlich habe ich es nicht erwartet. Man musste mit einer erneuten Niederlage rechnen, insbesondere weil die Gegner der Vorlage mit kulturellen Argumenten gekämpft haben. Doch dies hat dieses Mal nicht funktioniert.

Denken Sie an das Burkaplakat?

Genau. Das Burkaplakat ist eine politische Metapher, welche die SVP und ihre Satelliten relativ häufig verwenden. Und dies hat bei der dritten Generation jetzt zurecht nicht gewirkt, weil es nicht um Burkaträgerinnen ging, sondern darum, ob 24'000 oder 25'000 Ausländerinnen und Ausländer, die in der dritten Generation in der Schweiz leben, zu diesem Land gehören.

Bundesrätin Sommaruga hat die jungen Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation ermuntert, sich jetzt einbürgern zu lassen. Werden sie das tun?

Ein Teil wird es sicherlich tun. Wir haben eine Untersuchung zur Lage der dritten Generation und ihren Einstellungen durchgeführt. Die meisten haben ein sehr pragmatisches Verhältnis zu ihrer Situation in der Schweiz. Sie haben es bis jetzt vermieden, sich einbürgern zu lassen, weil es für sie mit einem bürokratischen Monster verbunden war. Die erleichterte Einbürgerung wird sicher für viele ein wichtiger Weg werden für den Aufbau ihrer Zukunft.

Viele haben es bis jetzt vermieden, sich einbürgern zu lassen, weil es für sie mit einem bürokratischen Monster verbunden war.
Autor: Gianni D'AmatoProfessor für Migration und Staatsbürgerkunde

Die Grünen fordern, dass der Zugang zum Bürgerrecht auch für andere Gruppen von Ausländerinnen und Ausländern erleichtert werden soll. Wie realistisch ist das?

Migrationspolitische Vorlagen haben es in der Schweiz tendenziell eher schwer. Im Bezug auf die Frage der Staatsbürgerschaft, des Bürgerrechts und der Einbürgerung wäre es wichtig, dass man auch an die zweite Generation denkt. Wenn man den Fakt der Einwanderung akzeptiert, ist es sicher wichtig, dass die politische Integration dieser Personen, die zur Schweiz gehören, vorangebracht wird.

Das Gespräch führte Barbara Büttner.

Gianni D'Amato

Gianni D'Amato.
Legende: Uni Neuenburg

Gianni D'Amato ist Professor für Migration und Staatsbürgerkunde an der Universität Neuenburg. Zudem ist er Direktor des dortigen Schweizer Forums für Migrations- und Bevölkerungsstudien.

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Fabienne Uhlmann (Cueni)
    "Langsam steigt mir die Galle hoch", oder "es ist ja nicht mehr auszuhalten", herablassende Bezeichnungen wie "Superschweizer" , den Gebrauch "fremde Fötzel" anderen Kommentatoren unterstellen, etc., zeigen, dass der Spielraum und der Wille, eine andere Meinung zu akzeptieren, nicht sehr gross ist. Und dies von Kommentatoren, welche das Wort "Toleranz" immer grossschreiben und bis zum geht nicht mehr ausreizen!
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    1. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Fabienne Uhlmann , der Souverän hat gesprochen , pflegte Herr Blocher jeweils zu sagen , wenn die SVP eine Abstimmung gewonnen hatte . Warum soll es jetzt anders sein ?
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    2. Antwort von Fabienne Uhlmann (Cueni)
      Herr Meier. Haben Sie meinen Kommentar richtig gelesen?
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  • Kommentar von Reto Camenisch (Horatio)
    Langsam steigt mir die Galle hoch. All diese Einwände und Vorbehalte. Ausreden über Ausreden. Ich schlage vor dass man das Bürgerrecht wie bei der Fahrzeugkontrolle verallgemeinert und alle 3/4 Jahre anschauen und prüfen sollte. Diese sogenannten Urschweizer und all die fremden Fötzel müssen durchleuchtet werden. Ich sehe schon grosse Ueberraschungen!!!!
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      R. Camenisch was soll Ihr Kommentar eigentlich aufzeigen? Können Sie mir erklären weshalb man solche Verunglimpfende Worte in Gebrauch nimmt? Was ist der Grund zu diesen Unkontrollierten Aussagen, dabei wird Toleranz gefordert und hier zeigt man Intoleranz, schön schräge Ansicht sorry. Unterschiedliche Meinungen sollten in einer Demokratie Platz haben, finden Sie dies nicht auch? Sie sehen ja schon mit Ihrer Provokation die grosse Überraschung, brauchen Sie diese?
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Die SVP braucht wohl einen neuen Werbegrafiker. Man kann schon bei jedem Thema die gleichen dummen Sujets mit Burka, Minaretten und "Schlitzern" aufhängen, muss sich aber dann nicht wundern, wenn das "Volch" das Handpuppen-Theater durchschaut und zu eigenen, vernünftigen Schlüssen kommt.
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