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Gegen Windräder Naturschützer gibt seinen Kampf nicht auf

Legende: Audio Roch: «Es wird schwieriger – aber wir machen weiter» abspielen. Laufzeit 04:14 Minuten.
04:14 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.05.2017.

«Ich bin enttäuscht, habe dieses Abstimmungsergebnis aber erwartet», sagt der Umweltschützer Philippe Roch. Der ehemalige Direktor des Bundesamts für Umwelt und frühere Direktor des WWF Schweiz hatte sich im Abstimmungskampf gegen das neue Energiegesetz engagiert.

Bis zu 1000 Windräder in der Schweiz

Roch und seine Mitkämpfer stören sich vor allem an der Verschandelung der Landschaft durch Windräder: Die nun vom Volk angenommene Energiestrategie 2050 sehe den Bau von bis zu 1000 Winturbinen vor: «200 Meter hoch, in den schönsten Landschaften», wie Roch betont. Das seien in einem so kleinen Land wie der Schweiz «sehr viele Windmühlen».

Mit dem neuen Gesetz werde es schwieriger, gegen Windkraft-Projekte juristisch vorzugehen. Denn nun seien diese gemäss Gesetz von «nationaler Bedeutung», hält Roch fest. Trotzdem werde er sich weiterhin dafür einsetzen, die Natur gegen die Windräder «zu verteidigen».

Dazu gebe es zwei Möglichkeiten, so Roch:

  • Die lokale Bevölkerung über einzelne Windkraft-Projekte zu informieren, damit sie sich dagegen stellt. «Das ist für mich der demokratischste Weg», sagt Roch.
  • Mit Einsprachen und Beschwerden juristisch gegen Windkraftprojekte vorzugehen.

Roch zeigt sich ausserdem überzeugt, dass die Energiewende – weg von Atomstrom und fossilen Energieträgern, hin zu Wind-, Sonnen, Biogas- und Wasserkraft – nicht wie geplant funktionieren wird. «Das Gesetz beinhaltet viele bürokratische Massnahmen.» Dies werde zu vielen Enttäuschungen führen – «leider!», so Roch.

«So lange wir die Grundsätze unserer Gesellschaft nicht verändern, werden wir die Ziele der Energiewende nicht erreichen», ist Roch überzeugt. Das Problem ist in seinen Augen das Wirtschaftssystem, das ein stetiges Wachstum verlangt, damit es überhaupt funktioniert: «Es wird alles getan für ein Wachstum. Doch so kann man keine so starke Reduzierung des Energieverbrauchs erreichen, wie es geplant ist.»

AKW werden trotzdem nicht früher abgeschaltet

De facto nichts ändere das gestrige Ja zur Energiestrategie in Sachen AKW, sagt Roch. Die Abschaltung der Atomkraftwerke sei bereits letztes Jahr entschieden worden. Durch das Ja zur Energiestrategie werde nun kein einziges AKW früher abgeschaltet. «Auch wenn wohl viele Leute für die Energiestrategie gestimmt haben, weil sie gegen Atomkraftwerke sind.»
Windräder in der Landschaft, Kühe weiden.
Legende: Windturbinen auf dem Mont Crosin/BE: Windräder verschandeln die Landschaft, sagt Roch. Imago

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98 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Eigentlich ist Hr. Roch gar kein Naturschützer. Echte Naturschützer würden die Energiewende mit mehr Energie unterstützen. Dazu wären einige Zugeständnisse nötig. Die Windturbinen auf dem Mont Crosin sind übrigens grazil und elegant. Von Verschandelung kann keine Rede sein. Das ist bloss eine Frage des Blickwinkels.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Das er vor der Abstimmung kein Gehör in den Medien bekammkommt nicht von ungefähr. Das wurde wie es immer öfter sichtbar werdended, bewusst unterdrückt.
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  • Kommentar von Tobias Hofer (Tobias Hofer)
    Irgendwie scheint mir es dürfte wohl kein Zufall sein, dass einem nur schwer in die Ecke "Umweltignorant bzw. Atom-/Erdöl-Lobbyist" abschiebbaren Gegner der Energiestrategie wie Philippe Roch, kurz nach erfolgter Abstimmung hier ein solcher Auftritt gewährt wird. Doch immerhin wird er wenigstens jetzt erwähnt, im Gegensatz zu vielen nahmhaften Wissenschaftlern, deren seriöse Kritik an dieser missglückten Strategie wohl auch weiterhin konsequent ausgeblendet wird...
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