Abstimmung Energiestrategie Stromwirtschaft freut sich über «ersten Schritt»

Der Energiebranche verschafft die Volksabstimmung etwas Klarheit. Doch es bleiben Fragen – und Forderungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die beiden grossen Stromkonzerne Alpiq und BKW begrüssen das Ja zum Energiegesetz.
  • Die Axpo und die Alpiq fordern nun Sofortmassnahmen, um die Wasserkraft in der Schweiz zu erhalten.
  • Nein zu mehr Subventionen für die Wasserkraft sagen hingegen die Wirtschaftsverbände, die sich gegen das Energiegesetz engagiert hatten.
  • Sie fordern stattdessen, den Strommarkt endlich ganz zu liberalisieren.
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Befürworter der Energiestrategie 2050 sind zufrieden

2:43 min, vom 21.5.2017

Reaktionen: Die beiden grossen Stromkonzerne Alpiq und BKW begrüssen das Ja zum Energiegesetz.«Ich bin erfreut. Wesentliche Fragen sind natürlich noch offen, aber das Volk konnte sich jetzt aussprechen und konnte eine Marschrichtung vorgeben», sagt Suzanne Thoma von der BKW. Unklar sei etwa, wie sichergestellt werden könne, dass es in der Schweiz auch im Winter jederzeit genügend Strom gebe. Auch der Gewerbeverband ist erfreut und sieht das Ergebnis als ersten Schritt hin zu einer Liberalisierung des Strommarkts.

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«Es ist zu klären, welche Instrumente wir anwenden wollen»

1:24 min, vom 21.5.2017

Sofortmassnahmen für Wasserkraft gefordert: Der Stromkonzern Axpo, der sich im Abstimmungskampf nicht klar positioniert hatte, fordert nun umso klarer: Es brauche weitere Schritte, um die Wasserkraft in der Schweiz zu erhalten. Zwar können nun künftig bestehende Wasserkraftwerke finanziell unterstützt werden, wenn sie ihren Strom unter den Produktionskosten verkaufen müssen. Doch diese Marktprämie ist auf fünf Jahre befristet. Das reiche nicht, heisst es auch bei Alpiq. «Das Defizit zwischen den Gestehungskosten und den tiefen Grosshandelspreisen wird nicht gedeckt. Es braucht daher Sofortmassnahmen», sagt Mediensprecherin Sabine Labonte. Wie die aussehen sollen, lässt sie offen.

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Swissmem fordert Massnahmen für Versorgungssicherheit

3:22 min, vom 21.5.2017

Nein zu mehr Subventionen für Wasserkraft: Das «Wirtschaftskomitee gegen das Energiegesetz» befürchtet nun unter anderem höhere Stromkosten. «Viele Unternehmen sind in einem schwierigen Umfeld. Nun kommt noch eine Komponente hinzu, die nicht erleichternd wirkt, sondern zusätzliche Kosten verursacht. Das freut keinen Unternehmer», sagt Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor vom Verband der Maschinen, Elektro- und Metallindustrie Swissmem. Ihre Forderung deshalb: Die Stromkosten dürften nun nicht überborden, wie das die Befürworter im Abstimmungskampf versprochen hätten.

Energiegesetz Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Energiegesetz (EnG)

JA-Stimmen absolut: (1'321'947 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (949'169 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 58.2%
NEIN-Stimmen relativ: 41.8%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 48.2% 51.8% 85056 91280
Appenzell Ausserrhoden 53.8% 46.2% 9323 7991
Appenzell Innerrhoden 56% 44% 2303 1809
Basel-Landschaft 53.4% 46.6% 42251 36891
Basel-Stadt 63.4% 36.6% 34995 20160
Bern 55.5% 44.5% 166071 132930
Freiburg 63.2% 36.8% 48468 28258
Genf 72.5% 27.5% 79311 30013
Glarus 43.7% 56.3% 4119 5300
Graubünden 58.7% 41.3% 30963 21748
Jura 62.7% 37.3% 12304 7312
Luzern 58.5% 41.5% 72209 51319
Neuenburg 69.6% 30.4% 29884 13048
Nidwalden 50.6% 49.4% 6983 6826
Obwalden 49.8% 50.2% 6364 6415
Schaffhausen 51.2% 48.8% 16251 15506
Schwyz 44.2% 55.8% 21452 27077
Solothurn 50.6% 49.4% 38976 38072
St. Gallen 52.2% 47.8% 68346 62523
Tessin 56.7% 43.3% 51831 39515
Thurgau 51.4% 48.6% 33955 32116
Uri 51.7% 48.3% 5128 4787
Waadt 73.5% 26.5% 137451 49514
Wallis 63.4% 36.6% 57831 33414
Zug 53.8% 46.2% 19139 16407
Zürich 58.8% 41.2% 240983 168938
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'321'947 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (949'169 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 58.2%
NEIN-Stimmen relativ: 41.8%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'321'947 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (949'169 Stimmen)
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