Ja zum Epidemiengesetz: Zeichen für Vertrauen in Behörden

Die Zustimmung zum neuen Epidemiengesetz fällt deutlich aus. In der Abstimmung sei es letztlich um die Frage gegangen, wer den Behörden wie sehr vertraut.

Epidemiengesetz Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen

JA-Stimmen absolut: (1'416'452 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (945'648 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 60.0%
NEIN-Stimmen relativ: 40.0%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 55.9% 44.1% 105392 83194
Appenzell Ausserrhoden 44.9% 55.1% 8551 10493
Appenzell Innerrhoden 46% 54% 2094 2460
Basel-Landschaft 62.3% 37.7% 50236 30404
Basel-Stadt 67.7% 32.3% 35624 16977
Bern 54.9% 45.1% 173511 142498
Freiburg 66% 34% 56721 29248
Genf 77.8% 22.2% 85103 24312
Glarus 51.3% 48.7% 5023 4765
Graubünden 55.8% 44.2% 31813 25156
Jura 59.5% 40.5% 10760 7311
Luzern 59.5% 40.5% 73042 49676
Neuenburg 67% 33% 30497 15013
Nidwalden 56.1% 43.9% 8263 6477
Obwalden 51.4% 48.6% 6317 5965
Schaffhausen 50% 50% 15446 15419
Schwyz 45.5% 54.5% 22402 26840
Solothurn 58.3% 41.7% 45199 32351
St. Gallen 50.6% 49.4% 72005 70374
Tessin 64.4% 35.6% 61762 34170
Thurgau 50.3% 49.7% 36417 36048
Uri 49.5% 50.5% 5689 5809
Waadt 73.5% 26.5% 136903 49485
Wallis 61.9% 38.1% 60006 36961
Zug 57.4% 42.6% 20811 15449
Zürich 60.3% 39.7% 256865 168793
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'416'452 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (945'648 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 59.965793150163%
NEIN-Stimmen relativ: 40.034206849837%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'416'452 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (945'648 Stimmen)
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Aufhebung der Wehrpflicht Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht»

JA-Stimmen absolut: (645'431 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'761'738 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 26.8%
NEIN-Stimmen relativ: 73.2%

Standesstimmen

JA-Stimmen: 0
NEIN-Stimmen: 23
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 21.2% 78.8% 41065 152247
Appenzell Ausserrhoden 22.3% 77.7% 4307 15002
Appenzell Innerrhoden 15.8% 84.2% 720 3843
Basel-Landschaft 27.5% 72.5% 22485 59137
Basel-Stadt 39.1% 60.9% 20904 32601
Bern 24.7% 75.3% 78944 240785
Freiburg 29.5% 70.5% 26016 62087
Genf 42.1% 57.9% 47809 65698
Glarus 17.9% 82.1% 1777 8147
Graubünden 22.9% 77.1% 13352 45008
Jura 41.4% 58.6% 7748 10952
Luzern 22.5% 77.5% 28225 96996
Neuenburg 37.6% 62.4% 17519 29096
Nidwalden 15.8% 84.2% 2371 12680
Obwalden 16.2% 83.8% 2041 10544
Schaffhausen 25.3% 74.7% 7893 23350
Schwyz 16.2% 83.8% 8057 41605
Solothurn 22.2% 77.8% 17388 61026
St. Gallen 22.4% 77.6% 32272 112120
Tessin 28% 72% 27992 71900
Thurgau 19.3% 80.7% 14224 59571
Uri 15% 85% 1770 10062
Waadt 33.8% 66.2% 63947 125355
Wallis 25.2% 74.8% 24906 73968
Zug 21.4% 78.6% 7877 28904
Zürich 28.6% 71.4% 123822 309054
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (645'431 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'761'738 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 26.812866067983%
NEIN-Stimmen relativ: 73.187133932017%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (645'431 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'761'738 Stimmen)
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Liberalisierung Tankstellenshops Auf / Zuklappen

Eidg. Vorlage: Änderung des Arbeitsgesetzes

JA-Stimmen absolut: (1'324'530 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'049'502 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 55.8%
NEIN-Stimmen relativ: 44.2%
Auflistung der Abstimmungsresultate dieser Vorlage nach Kantonen
Kanton Ja-Stimmen Prozentual Nein-Stimmen Prozentual Ja-Stimmen Absolut Nein-Stimmen Absolut
Aargau 55.9% 44.1% 105612 83306
Appenzell Ausserrhoden 51.6% 48.4% 9825 9207
Appenzell Innerrhoden 50.3% 49.7% 2296 2267
Basel-Landschaft 58% 42% 46633 33823
Basel-Stadt 57.1% 42.9% 29872 22438
Bern 53.4% 46.6% 169627 147962
Freiburg 49.1% 50.9% 42852 44496
Genf 57.1% 42.9% 63976 47994
Glarus 53.4% 46.6% 5234 4566
Graubünden 60% 40% 33975 22609
Jura 34.7% 65.3% 6453 12166
Luzern 55.3% 44.7% 68254 55077
Neuenburg 46.7% 53.3% 21705 24738
Nidwalden 62.5% 37.5% 9227 5531
Obwalden 56.1% 43.9% 6922 5416
Schaffhausen 54.8% 45.2% 16480 13579
Schwyz 55.9% 44.1% 27511 21701
Solothurn 54.5% 45.5% 42413 35395
St. Gallen 52.3% 47.7% 74568 68082
Tessin 63.6% 36.4% 62144 35524
Thurgau 51.8% 48.2% 37801 35222
Uri 43.5% 56.5% 4983 6482
Waadt 55.3% 44.7% 104113 84158
Wallis 43.3% 56.7% 42558 55727
Zug 63.8% 36.2% 23170 13121
Zürich 62.6% 37.4% 266326 158915
Kanton wählen

Endresultat

JA-Stimmen absolut: (1'324'530 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (1'049'502 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 55.792424027983%
NEIN-Stimmen relativ: 44.207575972017%
  • Bezirk:
    JA-Stimmen: (1'324'530 Stimmen)
    NEIN-Stimmen: (1'049'502 Stimmen)
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Der Bund erhält ein moderneres Epidemiengesetz. Damit sollen die Behörden besser gegen übertragbare Krankheiten vorgehen und diesen besser vorbeugen können. Das Volk stimmte mit 60 Prozent zu.

Die relativ klare Zustimmung zum Gesetz ist vor allem auf die hohen Ja-Anteile in der Westschweiz sowie in den städtischen Kantonen zurück zu führen. Dagegen verfingen vor allem in der östlichen Schweiz und in den Landkantonen die Argumente der Gegner um den St. Galler Naturheilpraktiker Daniel Trappitsch, die vor dem «Impfzwang» und internationalem Einfluss warnten.

Video «Claude Longchamps' Analyse zum Epidemien-Gesetz» abspielen

Claude Longchamps' Analyse zum Epidemien-Gesetz

2:17 min, vom 22.9.2013

Schweizweit stimmten insgesamt 1'416'500 Personen für das revidierte Epidemiengesetz, 944'600 Stimmende lehnten es ab.

Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern resümiert, dass es während des Abstimmungskampfes keine eigentliche Konfliktlinie gegeben habe. Es sei viel mehr um die Frage gegangen, wer Vertrauen in die Behörden habe oder nicht. Das Misstrauen in die Behörden hätten auch die Abstimmungsgegner zum Thema gemacht. Es widerspiegelte sich im Resultat: «Jene Kantone, die den Behörden skeptisch gegenüber stehen, haben Nein stimmt.»

Es drehte sich ums Impfen

Obwohl es nur ein Teilaspekt des Epidemiengesetzes ist, drehte sich im Abstimmungskampf fast alles ums Impfen. Befürworter und Gegner lieferten gegensätzlich Interpretationen dazu: Die impfkritischen Gegner monierten «unklare Begriffe», die dem Bund – allenfalls beeinflusst von Pharmabranche und Weltgesundheitsorganisation (WHO) –, viel Spielraum liessen für Impfanordnungen.

Die Befürworter taxierten das Schlagwort «Impfzwang» dagegen als emotional und falsch. Der Bundesrat, die Kantone und praktisch alle Akteure im Gesundheitswesen halten die Regeln für ein Impfobligatorium im neuen Gesetz für restriktiver als im alten, das aus dem Jahr 1970 stammt. Ein Obligatorium sei nur in Notsituationen und für eng eingegrenzte Personenkreise denkbar.

Zum Impfen sieht das Gesetz nationale Impfprogramme und -pläne vor, Impfempfehlungen und auch die Förderung von Impfungen. Geklärt wird auch die Entschädigungsfrage bei Impfschäden aufgrund eines Impfobligatoriums – aus Sicht der Gegner allerdings nur ungenügend.

Gezielt gegen Spitalinfektionen vorgehen

Grosse Teile des Gesetzes klären aber organisatorische Fragen. In der globalisierten Welt, in der die Menschen mehr reisen und vernetzter sind als früher, soll damit eine bessere Epidemienvorbeugung und -bekämpfung möglich sein.

Vertreter von Bund und Kantonen bezeichneten diese Regelungen als besonders wichtig, da sie Organisationsmängel wie bei der SARS-Epidemie oder bei der Schweinegrippe beseitigen sollen. Dabei geht es um die Absage von Veranstaltungen oder die Schliessung von Schulen oder Betrieben aufgrund von Epidemien.

Weiter bietet das neue Gesetz eine Grundlage dafür, dass der Bund gezielter gegen Spitalinfektionen oder Antibiotikaresistenzen vorgehen kann. Es ermöglicht auch die Information zu sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV/AIDS, was den Schulunterricht betreffen kann. Die Strafbestimmung für HIV-Ansteckungen wird
leicht gelockert und der Datenschutz für heikle Gesundheitsdaten geregelt.

46 Prozent an der Urne

Rund 46 Prozent der Stimmberechtigten äusserten sich zur Abschaffung der Wehrpflicht, zum 24-Stunden-Angebot in Tankstellenshops und zum revidierten Epidemiengesetz. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt der vergangenen Jahre.