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Erbschaftssteuer-Initiative Millionär Willy Michel: Erbschaftssteuer Ja, aber nicht so

Normalerweise sprechen Reiche nicht gern öffentlich über ihr Vermögen. Der Selfmade-Multimillionär Willy Michel hat für das Wirtschaftsmagazin «ECO» eine Ausnahme gemacht und bezieht Stellung zur geplanten Erbschaftssteuer.

Legende: Video Willy Michel zur Erbschaftssteuer-Initiative abspielen. Laufzeit 2:24 Minuten.
Vom 27.04.2015.

Willy Michel hat es als Unternehmer ganz nach oben geschafft. Gemäss der Zeitschrift Bilanz gehört er zu den 300 Reichsten in der Schweiz. Das Vermögen des Gründers und Mehrheitsaktionärs der Medizinaltechnik-Firma Ypsomed dürfte über 800 Millionen Franken betragen.

Willy Michel stammt nicht aus vermögenden Verhältnissen «Wir wussten manchmal nicht, wie wir die Rechnungen am Monatsende bezahlen», sagt Willy Michel im Interview mit Reto Lipp. Erben sei für ihn nie ein Thema gewesen.

Heute dafür umso mehr. Seine drei Kinder müssten laut ihm Aktien verkaufen, um die Erbschaftssteuer bezahlen zu können. Sich über Kredite zu verschulden würde nicht ausreichen.

Vermögenssteuer abschaffen

Grundsätzlich könne man über eine Erbschaftssteuer sprechen, sagt Michel. Eine Ausgestaltung wie jene, die die Initiative plant, über die am 14. Juni abgestimmt wird, lehnt er allerdings ab.

Er bezahle schon einen zweistelligen Millionenbetrag an Vermögenssteuern, so Michel. «Man müsste das in einem Gesamtpaket mit unserem Steuersystem einführen, das viel zu komplex ist.» Man könne etwa die Vermögenssteuer stattdessen abschaffen. «Dann wäre ich sofort dabei.»

98 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Flükiger, Bern
    Mein Ja zu dieser Vorlage ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Unglaublich, wie man sich in solchen Foren für die traurigsten Abzocker stark macht (der Michel gehört für mich nicht dazu - er jammert einfach zu stark für seine Erben). Die Kohle ist dort zu holen wo sie ist, aber subito!
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    1. Antwort von Anita Gast, Zürich
      Frage mich gerade, wer hier mit Abzocker genau gemeint ist!
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die zur Abstimmung stehende Erbschaftsteuer belasten dieselbe Klientel, die durch die Unternehmenssteuerreformen II und bald auch III profitieren ... also wäre die Einführung einer Erbschaftssteuer für hohe Einkommen gerecht. Eine absolute Gerechtigkeit gibt es trotzdem nie, beispielsweise wenn einer 1`999`999.- Franken vererbt...
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  • Kommentar von Jvan Aeberli, 8193 Eglisau
    Ist es richtig, dass bereits versteuerte Vermögen nochmals versteuert werden sobald sie vererbt werden? Die AHV wäre gut beraten, kontinuierliche Mehreinnahmen zu generieren zB Erhöhung des MWSt-Satzes auf 9 oder 10%. Schlussendlich killt die Initiative auch Arbeitsplätze (HSG 12’000 AP/ p.a.).
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    1. Antwort von M.Müller, Zürich
      Vor der Unternehmenssteuerreform wurde auch schon gedroht wieviele Arbeitsplätze verloren gehen. Die Annahme war echt super, ich habe tausende von Franken gesparrt obwohl ich dagegen war. Das Geschäft mit der Angst funktioniert beim Stimmvieh super! Finde ich aber tragisch, dass wir eine Angstdemokratie sind - politisch organisiert!
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    2. Antwort von u.felber, luzern
      Ja Herr Müller. Die Unternehmensteuerreform ist eine Sauerei der Extra Klasse, da gebe ich ihnen Recht. Genau so wie alle anderen Steuern in diesem Land. Keiner hat überhaupt mehr eine Übersicht wo überall der Staat abkassiert. Deswegen bin ich auch ganz sicher gegen eine weitere Steuer. Also, erst mal eine Totalrevision, mit einer Fairer steuerlicher Belastung für alle. Vor allem aber auch eine Leistungssteuer, will heissen, die die wenig tun bezahlen mehr, die die viel Leisten bezahlen weniger
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    3. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Felber, wie definieren Sie Leistung? Kapital das noch mehr Kapital auf kosten von Ihnen die nur Arbeiten können? Nicht jeder läuft 100m unter 10s und so ist es mit den Möglichkeiten Geld zu verdienen. Nicht jeder der wenig hat ist ein fauler Hund. Jetzt wollen wir die Vermögensumschichtung laufen lassen weil wir ein Steuerpuff in der Schweiz haben? Das eine tun und das andere nicht lassen wäre schläuer! Ausser das Volk will sich weiter um seinen Reichtum auf kosten von wenigen bringen.
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    4. Antwort von Urs Dupont, Küsnacht
      ".... die die wenig tun bezahlen mehr" ist der perfekte Slogan für die Erbschaftssteuer, denn bisher haben diejenigen, die Millionen geschenkt erhielten, nicht nur wenig, sondern keine Steuern bezahlt. Leider müssen auch nach der Einführung der Erbschaftssteuer, diejenigen die für's Geld arbeiten immer noch viel mehr Steuern bezahlen, aber es ist einSchritt in die richtige Richtung.
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    5. Antwort von W. Helfer, Zürich
      M. Müller. Finden Sie es nicht traurig, dass ein Firmeninhaber sein Geld lieber dem Staat gibt statt seinen Angestellten? Ich finde das Sehr traurig!
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    6. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Helfer, Ich staune immer wieder wie billig zum Beispiel Ingenieure mit Verantwortung arbeiten im Vergleich zu einem Banker mit 0 Verantwortung. Ingenieure verkaufen sich selber schlecht, das ist das Problem.
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