Zum Inhalt springen

Kampagne Ernährungssicherheit Bauern weibeln für Verfassungsartikel

Die Ernährungssicherheit in die Verfassung: Bauernverbandspräsident Ritter spricht von einer einmaligen Chance.

Legende: Video Ernährungssicherheit abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das überparteiliche Ja-Komitee für die Abstimmung zur Ernährungssicherheit plant eine breit angelegte Kampagne.
  • Beim Verfassungsartikel handelt es sich um einen Gegenvorschlag zu einer Volksinitiative des Schweizer Bauernverbands.
  • Die Abstimmung erfolgt am 24. September.

«Die Schweiz hat die Chance, als wahrscheinlich erstes Land überhaupt die Ernährungssicherheit in ihrer Verfassung zu verankern», sagte Bauernverbandspräsident Markus Ritter an der heutigen Veranstaltung in Bern. Bundesrat, Parlament und alle Parteien hätten anerkannt, dass die aktuelle Verfassung nicht genüge, um längerfristig die Herausforderung der Ernährungssicherheit zu bewältigen.

Mit einer breit angelegten Kampagne will das überparteiliche Komitee «Ja zur Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung» der Vorlage an der Urne zum Durchbruch verhelfen.

Der Inhalt der Vorlage

Konkret soll in der Verfassung verankert werden, dass der Bund die Voraussetzungen schafft, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherzustellen.

  • Erstens sollen die landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen gesichert werden, insbesondere das Kulturland.
  • Zweitens soll die Produktion von Lebensmitteln den örtlichen Gegebenheiten angepasst und ressourceneffizient sein.
  • Drittens soll die Land- und Ernährungswirtschaft auf den Markt ausgerichtet sein.
  • Viertens sollen grenzüberschreitende Handelsbeziehungen zur nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft beitragen.
  • Fünftens soll der Bund die Voraussetzungen für einen ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln schaffen.

Breite Zustimmung

Der Bauernverband zog die «Initiative für Ernährungssicherheit» zurück, nachdem der Ständerat einen Gegenvorschlag erarbeitet hatte. Im Parlament war dieser dann kaum umstritten. Der Nationalrat stimmte ihm mit 173 zu 7 Stimmen bei 11 Enthaltungen zu. Auch der Bundesrat unterstützt den Gegenvorschlag.

Die Gegner kritisierten jedoch, der neue Artikel sei überflüssig. Konsequenzen sind tatsächlich kaum zu erwarten: Gesetzesänderungen auf Basis des Artikels sind in den nächsten Jahren nämlich nicht vorgesehen.

Die Bauern sehen das anders: Heute enthalte die Verfassung keine Vorschrift zur Verfügbarkeit von Lebensmitteln, sagte Bauernverbandspräsident Ritter. Hier werde mit dem neuen Artikel «eine Lücke geschlossen.» Wirkung entfalten werde dieser spätestens dann, wenn neue Revisionen im Bereich der Landwirtschaft an die Hand genommen würden.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Das sicher den aktuell schamlosesten Subventionsbezügern definitiv den Beamtenstatus. Einem solchen Murks werde ich niemals zustimmen - Never - no Go!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von heinz gugelmann (henri)
    und da wäre noch das Thema Palmöl für die Futtermittel damit die Hochleistungskühe Ertrag einfahren. Rapsöl aus heimischer Produktion ist ihnen zu rau! Palmöl für die Ernährungssicherheit? En Guete
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber nicht nur die "bösen" Bauern verwenden Palmöl, sondern die Lebensmittelindustrie auch. Empfehle allen, mal bei ihren Produkten, die sie kaufen, darauf zu achten, ob Palmöl drin ist. En Guete! Es finden sich praktisch keine. Weils halt billiger ist & Konsumenten ja nichts od. möglichst wenig für Produkte zahlen wollen, wird das günstigere Palmöl verwendet.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von heinz gugelmann (henri)
    Die Überschrift Ernährungssicherheit weckt gute Gefühle. Wenn man mit offenen Augen durch die Lande fährt taucht an manchen Ecken wieder mal eine Pferdepension auf. Werden diese Koppeln mit Ernährungssicherheit vereinbart? Jedes Pferd hat sein eigenes Gehe. Ein Pferd ist kein Tier für steile Hänge, es wird bestes Ackerland eingezäunt! Eine plumpe Vorlage! Mann und Frau kann nur ein NEIN einwerfen! Das schöne Bild mit der behornten Kuh ist eine Emotion pur! 99% der Kühe sind enthornt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen