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Abstimmung vom 24. September Klare Sache bei der Ernährungssicherheit

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 24. September entscheidet das Stimmvolk über einen Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit.
  • Der Bundesrat befürwortet den Gegenentwurf des Parlaments zur Initiative des Bauernverbands.
  • Ernährungssicherheit soll demnach in der Verfassung verankert werden.
  • Die erste SRG-Trendumfrage von Anfang August sieht eine klare Zustimmung für den Bundesbeschluss.

Der Schweizer Bauernverband SBV hat im Juli 2014 die Volksinitiative «Für Ernährungssicherheit» eingereicht. Ziel war die Stärkung der einheimischen und nachhaltigen Lebensmittelproduktion. Bundesrat und Parlament erkannten die Bedeutung der Initiative an, erarbeiteten aber einen präziseren Gegenvorschlag. Nach dessen Annahme hat das Initiativkomitee seinen Vorschlag zurückgezogen. Über den Gegenvorschlag wird nun am 24. September abgestimmt.

Der Gegenentwurf sieht eine Änderung von Artikel 104 der Verfassung vor. Neu soll der Schweizer Bevölkerung jederzeit Zugang zu einer ausreichenden Menge gesunder und bezahlbarer Lebensmittel garantiert werden.

Zustimmung im gesamten politischen Lager

Laut der ersten SRG-Trendumfrage von gfs.bern sprechen sich rund zwei Monate vor der Abstimmung 65 Prozent der teilnahmewilligen Befragten für den Bundesbeschluss der Ernährungssicherheit aus.

Legende: Video «Es gibt keine formierte Opposition» abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2017.

«Es gibt keine formierte Opposition gegen diesen Gegenvorschlag des Bundesrates. So wird der Ja-Anteil eher noch steigen», erklärt Lukas Golder, Politologe gfs.bern.

Die Zustimmung geht dabei über alle Parteigrenzen hinweg. Am deutlichsten ist die Zustimmung der CVP-Mitglieder (63 Prozent «bestimmt oder eher dafür»). SVP-Mitglieder sind immerhin zu 71 Prozent «bestimmt oder eher dafür». Gerade in den konservativen Kreisen, bei der SVP und ihrer Anhängerschaft sei die Vorlage besonders unumstritten, bilanziert Golder.

Legende: Video «Auf dem Land hat diese Vorlage noch mehr Sukkurs» abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2017.

Die niedrigsten Zustimmungswerte finden sich bei den Mitgliedern der Grünen (59 Prozent) und den Parteiungebundenen (ebenfalls 59 Prozent).

In allen Sprachregionen sieht die erste SRG-Trendumfrage von gfs.bern eine Ja-Tendenz. In der Deutschschweiz liegt sie bei 62 Prozent. In der italienischen Schweiz bei 58 Prozent und in der französischen Schweiz gar bei 73 Prozent. Allerdings ist dort der Wert derjenigen, die «eher dafür» sind, mit 48 Prozent deutlich am höchsten.

Stärkung der Nahrungsmittelproduktion im Vordergrund

Legende: Video «Argumente werden zwar gehört, aber nicht verstanden» abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.08.2017.

Auf eine hohe Akzeptanz bei den Befragten ist dabei das Argument gestossen, die Nahrungsmittelproduktion zu stärken. 79 Prozent sind damit «voll oder eher einverstanden». Auch die Sicherung der ökologischen Ausrichtung ist mit 63 Prozent recht deutlich akzeptiert.

Bei den Contra-Argumenten steht vor allem die Befürchtung im Vordergrund, dass der Bundesbeschluss hohe Subventionen zementiert. 61 Prozent sind damit «voll oder eher einverstanden».

Sendebezug: SRF 4 News, 6:00 Uhr

Eckwerte der SRG-Umfrage

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 31. Juli und dem 10. August 2017 durchgeführt. Befragt wurden 1205 Personen. Mehr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    Seit es in der Schweiz Heugümper und von Würmern bevölkertes Mehl als schicke Lebensmittel gelten, kann uns nichts mehr passieren. Wir könnten zur Not noch den Schmeissfliegen Konkurrenz machen.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Schon mit 4 Millionen Einwohnern musste fuer die Anbauschlacht in der Naziblockade nebst Paerken in Staedten gar auch ungeeignete Huegelgegenden zum Kartoffelanbau umgepfluegt werden. Dennoch mussten die Lebensmittel schaerfstens rationiert werden. Nicht nur fuer die Fluechtlinge, sondern gar auch fuer die eigenen Buerger. Wie beim Eherecht eine Verfassungsvorschrift, die nur noch fuer Reichlinge greifen, waehrend das Fussvolk um seine Verfassungsrechte geprellt wird....
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber wenigstens sind damals nicht tonnenweise Lebensmittel im Abfall gelandet. Da schätzte man noch, was man hatte. Was im Überfluss vorhanden, schätzen Menschen nicht mehr. Wer früher kurz vor Ladenschluss einkaufen wollte, musste nehmen, was noch da war. Heute werden die Regale auch kurz vor Ladenschluss noch aufgefüllt. Und was nicht verkauft wird, landet dann eben vieles davon im Müll.
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  • Kommentar von Peter Singer (P.S.)
    Das ist eine riesige Geldverschwendung, schädigt die Schweizer Wirtschaft und ist noch dazu unfair. Warum soll ein Bauer, der eh schon Millionen verdient, noch Millionen vom Staat erhalten, finanziert vom einfachen Steuerzahler? Das Geld fehlt dann an anderen Orten und die Wirtschaft kann sich nicht richtig entwickeln.
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