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Fabi Freude über starkes Votum für die Bahn

Die klare Annahme der Finanzierungsvorlage für die Bahninfrastruktur (Fabi) zeigt: Das Volk steht hinter dem öffentlichen Verkehr. Dies betonen die Befürworter der Vorlage: Die Weiterentwicklung des Schienenverkehrs habe für die Stimmberechtigten Priorität.

Eine S-Bahn fährt über eine Brücke, die mehrere Geleise überqueren.
Legende: Die Finanzierung des Bahn-Ausbaus erfolgt künftig aus einem Topf. Keystone

Die Befürworter der FABI-Vorlage sehen sich nach dem Ja des Stimmvolks in ihrem Tun bestätigt. «Für die Stimmberechtigten hat die Weiterentwicklung des Schienenverkehrs klar erste Priorität», sagte der Waadtländer CVP-Nationalrat Roger Nordmann, Präsident des Ja-Komitees.

Nordmann, der auch Vizepräsident des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) ist, sieht im deutlichen Ergebnis einen Sieg der Schiene über die Strasse. Das Resultat stehe in Kontrast mit dem Nein zur teureren Autobahnvignette im vergangenen Jahr. Der Unterschied sei atemberaubend.

«Ich freue mich über die Begeisterung der Schweizer für den Schienenverkehr», sagte Nordmann. «Das Ja ist sehr überzeugend, ein Triumph.»

Trotzdem Angst vor teuren Zugtickets

Trotzdem gebe es auch über den Abstimmungssonntag hinaus Arbeit für die Befürworter: «Wir werden uns gegen einen übermässigen Anstieg der Ticketpreise wehren.» Wenn das Zugfahren viel teurer würde, «setzen die Leute wieder vermehrt auf den Strassenverkehr».

Was den geplanten Strassenfonds betrifft, werde man die Vorschläge von Verkehrsministerin Doris Leuthard «ohne Vorurteile prüfen», versicherte der VCS-Vizepräsident. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Erweiterung des Strassennetzes.» Vor allem in den Agglomerationen müsse ein Ausbau diskutiert werden.

Legende: Video Gewinner und Verlierer zur Fabi-Vorlage abspielen. Laufzeit 13:00 Minuten.
Vom 09.02.2014.

«Es zeigt sich, dass die Schweizer gerne Bahnfahren», freut sich VCS-Präsidentin Evi Allemann. Die Berner SP-Nationalrätin ist zudem überzeugt, die Menschen in allen Regionen sind bereit, für ein besseres Angebot im öffentlichen Verkehr auch mehr zu bezahlen: «Sie wissen, Mobilität kostet etwas.»

Mittel zum Profit aller einsetzen

Ob das deutliche Ja zu Fabi ein gutes Omen mit Blick auf die anstehende «Milchkuh-Initiative» ist, lässt Allemann offen. Sie zeigt sich aber zuversichtlich, dass das Volk angesichts der drohenden riesigen Ausfälle für die Bundeskasse einen vernünftigen Entscheid fällen wird.

Auch die SP freut sich über die deutliche Zustimmung. Mit Fabi erhalte der Eisenbahnverkehr für die nächsten Jahrzehnte eine tragfähige Finanzierung, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Die so gewonnene Planungssicherheit werde es erlauben, den Schienenverkehr weiterzuentwickeln, um für die zunehmenden Passagierzahlen gerüstet zu sein.

Die nächste verkehrspolitische Aufgabe werde darin bestehen, für die Strasse ein ebenso massvolles und ausgewogenes Finanzierungsmodell zu finden. Wie beim Schienenverkehr müssen laut SP auch beim Strassenverkehr die finanziellen Mittel dort eingesetzt werden, wo möglichst viele Menschen davon profitieren.

Gesunde Basis für Angestellte

Ebenfalls sehr erfreut ist die Allianz für den öffentlichen Verkehr. Fabi werde es erlauben, den Unterhalt des Bahnnetzes zu sichern und es gleichzeitig gezielt auszubauen.

Das Ja zur Fabi-Vorlage kommt auch den Angestellten im öffentlichen Verkehr entgegen. «Fabi bietet eine gesunde Basis für die Arbeitnehmenden», sagte Giorgio Tuti, Präsident der Eisenbahnergewerkschaft SEV. Er begrüsst das «sehr starke Signal» des Stimmvolks.

«Dieses Ergebnis gibt uns die Möglichkeit, den öffentlichen Verkehr weiterzuentwickeln», sagte Tuti. Dies sei ein Bedürfnis der Stimmberechtigten – die konstant steigende Zahl von Bahnkunden verdeutliche das.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Herter, Winterthur
    Freude herrscht. Ich bin total erleichtert, dass diese Vorlage so gut angenommen wurde. Habe eine Zeit lang daran gezweifelt. Zur Feier des Tages gehe ich heute Abend mit meiner Familie zu einem feinen Nachtessen in der Winterthurer Innenstadt.
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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    Das ich gegen FABI war, hab ich mehrfach gesagt. Ich KANN aber mit der Annahme leben, WENN der Bundesrat _von_sich_aus_ die Gelder ausschliesslich in der CH nutzt. Also die erhöhten Abgaben nicht wieder in den "Finanzierungstopf für säumige Vertragspartner" fliessen. UND Porta Alpina (kostet inkl. Unterhalt einen Drittel von dem, was D. Leuthard Italien schenkte!!!) auch gebaut wird. Ohne ist die NEAT einfach unvollständig. Das Geld MUSS (endlich) in der CH bleiben.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Nicht vergessen: Die Porta Alpina wurde ABGELEHNT und ohne die Anschlüsse ist die NEAT ÜBERFLÜSSIG.
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Nicht vergessen: wir haben mit Deutschland (S21), Frankreich (Basel), der EU (finanzierung des "europ. Hochgeschwindigkeitseisenbahnnetz") und Italien (NEAT-Rampe) _VERTRÄGE wonach die CH die NEAT baut, die EU einen Teil daran finanziert (!) und F, I, und D die Anschlüsse bauen (auf eigene Kosten als Teil des eHGEN)... Die NEAT wurde via Abstimmung legitimiert...Die Verträge waren Bedingung. Porta Alpina kostet nur 50Mio, Italien bekam grad wieder 150Mio damit es den Vertrag einhällt...
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    3. Antwort von M. Keller, Thurgau
      kurze Ergänzung: zu Porta Alpina (50Mio sparen) durfte man abstimmen (naja, dazu, und einen Nachtragskredit, weil Implena (wo der damals zuständige BR jetzt arbeitet!) mehr Geld brauchte). Die 150Mio für das vertragssäumige Italien darf der Souverän - trotz FABI ("kein Geld für ÖV, müssen darum Abgaben erhöhen") - nicht abstimmen. Ja, ohne Rampe taugt die NEAT nicht viel. Aber wenn wir mehr Abgaben zahlen sollen, dann erwarte ICH, dass das Geld im Land bleibt, dort, wo es angeblich fehle!
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    4. Antwort von Albert Planta, Chur
      Tatsache ist, dass die NEAT ohne die Anschlüsse überflüssig ist, folglich liegt es im Interesse der Schweiz, dass diese unverzüglich gebaut werden. Wenn nicht, dann ist die Schweiz die Verliererin und das liegt nicht in unserem Sinne. Gerade FABI ist lebenswichtig für die Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene. Aber ihre Kreise sind auf der Seite der Fuhrunternehmer.
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    5. Antwort von M. Keller, Thurgau
      A. Planta: Tatsache ist aber AUCH, das es innerhalb der EU einen Finanzierungsplan (inkl. Kostenbeteiligung an die NEAT!) gibt, um just jene Zubringer zu bezahlen! F., I. und D. bekamen das Geld bereits! Die Vertrage waren rechtskräftig, das Geld floss bereits, nur haben die nicht gebaut, und nun muss die CH EXTRA zahlen - dafür fehlt bei uns Geld und muss durch FABI erhoben werden!! Die CH, Albert, ist durch FABI die Verliererin! Italien lässt sich bsp. die Rampe doppelt bezahlen! Merksch nüt?
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    6. Antwort von M. Keller, Thurgau
      A. Planta: bestreitet doch niemand! Wenn Sie nur meine Argumente verstehen würden. Aber "ihre Kreise" sind hald blind und taub, wenn man Steuergelder in der CH halten will... Porta Alpina: 50Mio mit "Mehrwert" für alle. Italien: erneut 150Mio für etwas das längst bezahlt ist, und nur noch gebaut werden müsste. Mit FABI haben wir alle verlohren; bald zahlen wir - wenns so weiter geht - nebst dem S21-Zubringer auch den neuen Bahnhof Stuttgart, weil wichtig für NEAT. Und CH-Projekte bleiben liegen
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    7. Antwort von Albert Planta, Chur
      Porta Alpina Mehrwert für alle? Wenn sie von Zürich nach Flims, Laax, Ilanz reisen sind sie schneller über Chur. Nur für Disentis, Sedrun wären sie unwesentlich schneller. Hingegen sind die NEAT-Anschlüsse von eminenter Bedeutung.
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    8. Antwort von M. Keller, Thurgau
      JA, Herr Planta, die NEAT-Anschlüsse sind wichtig (wie oft noch?). Aber sollen wir die NEAT-Rampe in Italien auch gleich ein drittes und viertes mal bezahlen? (Dank FABI hat das UVEK genug Geld, offenkundig interessiert es sie gar nicht, das die Verträge inkl. Bezahlung vor über 10 Jahren abgeschlossen wurden) Erstaunlich wie sie hier argumentieren: wer aus dem Ausland nach Graubünden möchte, könnte via Porta Alpina viel Zeit sparen. Wer INNERHALB der CH reist, fährt besser über Chur. Aber äbe
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    9. Antwort von Albert Planta, Chur
      Wer INNERHALB der CH reist, fährt besser über Chur. Und wer AUSSERHALB der CH reist kommt gar nicht in die Schweiz. Welch überwältigende Logik.
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    10. Antwort von H. Frühling, Bern / Zürich
      Ich kann Sie in Ihrer Aussage nur unterstützen @keller. Ich kann mit der Annahme der MEI auch leben, WENN der Bundesrat auf die Forderungen der SVP nicht eintritt. (Merken Sie, wo Ihr Denkfehler liegt?)
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  • Kommentar von Daniel Gilliéron, Sichuan, China
    Grüsse aus China. Hier wird die Bahninfrastruktur weltweit am gewaltigsten ausgebaut. Mit diesem Entscheid kann die Schweiz in der Sparte Bahninfrastruktur mit China Schritt halten. Ich freue mich, bei meinen zukünftigen Reisen in die Schweiz auf das bewährte Transportmittel Bahn zurückgreifen zu dürfen. Jetzt bedaure ich nicht mehr, dass mich die Abstimmungsunterlagen für diese Vorlage zu spät in China erreicht haben. Die Mehrheit hat so gestimmt, wie ich gestimmt hätte...
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