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Familieninitiative Befürworter der Familieninitiative steigen in den Ring

Der Bundesrat und die meisten Parteien und Verbände lehnen die Familieninitiative ab. Für sie wäre es ein Schritt zurück. Die traditionelle Familie würde über Gebühr bevorteilt. Die SVP, Urheberin der Initiative, und Teile der CVP sehen das anders.

Frau geleitet zwei Kinder über einen Fussgängerstreifen.
Legende: Berechtigt die Betreuung der Kinder ohne fremde Hilfe zu einem Steuerabzug? Das ist die heiss diskutierte Frage. Keystone

Fair und gerecht soll das Steuersystem sein. Da sind sich alle einig. Was aber fair und gerecht ist, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Eine Steuererleichterung für alle Familien fordert die Berner SVP-Nationalrätin Nadja Pieren: «Die Eltern, die ihre Kinder extern geben zum Betreuen, können einen Steuerabzug machen. Alle anderen, die diese Betreuung selber organisieren, können das nicht. Das ist unfair.»

Überhaupt nicht, findet die grünliberale Nationalrätin Tiana Moser. Steuerabzüge für Doppelverdiener-Familien korrigierten bloss bestehende Ungerechtigkeiten: «Für junge Familien ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine extrem grosse Herausforderung.» Wenn beide Elternteile arbeiten müssten oder wollten, lohne sich das nämlich kaum – der hohen Betreuungskosten und der Steuerprogression wegen.

Falscher Anreiz gesetzt

Wer nun auch noch die Steuerabzüge für Fremdbetreuungskosten abschaffe, fördere faktisch ein bestimmtes Familienmodell – das konservative: Der Mann verdient das Geld, die Frau schaut zu den Kindern. «Es ist wirklich ein Anreiz, eine Belohnung fast, wenn man zuhause bleibt. Und ich finde den Begriff der Herdprämie sehr unschön und möchte ihn deswegen nicht verwenden. Aber schliesslich geht es in diese Richtung.»

Unsinn, kontert Nadja Pieren. Die SVP-Politikerin leitet eine grosse, private Kinderbetreungsstätte. Gerade ihr könne man schlecht vorwerfen, sie zwinge Mütter zurück an den Herd: «Ich habe über 50 Krippenplätze neu geschaffen, das soll mir mal einer nachmachen. Vor allem die Linken, die immer mehr Krippenplätze fordern, aber dann aber doch nicht mehr konkrete Plätze anbieten können.»

Abzug logisch oder nicht?

Allerdings sind nicht nur Linke sind gegen die SVP-Familieninitiative. Auch die Mitteparteien und die Freisinnigen, sowie die CVP-Frauen empfehlen ein Nein. Die Initiative widerspreche der Logik im Steuersystem, argumentiert FDP-Nationalrat Andrea Caroni. Abzüge könne man doch nur von etwas machen, das zuvor verdient worden sei. «Wer ein Einkommen ausserhaus erwirbt, muss es versteuern, darf Abzüge machen. Wer keines erwirbt, weil er zuhause selber für sich und die Kinder sorgt, zahlt keine Steuern, also kann er nichts abziehen.»

Wobei: Auch was logisch ist im Steuersystem, ist offenbar Ansichtssache. Schon heute gewähren vier Kantone Steuerabzüge für Familien, die ihre Kinder selber betreuen. Wenn es dort möglich sei, dann überall, glaubt SVP-Frau Nadja Pieren: «Wenn ein Kanton familienfreundlich ist, kann er auch entscheiden, dass er den maximalen Betrag gewährt und dadurch Steuereinbussen hat. Aber das ist sehr gut in jedem Kanton möglich, ohne dass der Bürger irgendwie belastet wird.»

Angst vor Steuereinbussen

Die kantonalen Finanzdirektoren und der Bundesrat sehen das weit weniger locker. Sie rechnen mit Steuerverlusten von 390 Millionen für den Bund und mit einer Milliarde für die Kantone. Geld, das von irgendwem kommen oder irgendwo eingespart werden muss – und dann geht die Diskussion erst recht los, was fair und gerecht ist.

Was will die Initiative?

Wer seine Kinder zu Hause betreut, soll die gleichen Steuerabzüge machen können, wie jene Eltern, die die Kinder in Kitas und Horte geben. Das verlangt die Familieninitiative der SVP. Am 24. November 2013 wird darüber abgestimmt.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Es ist ja wohl klar für jeden, dass eine Familie die ihre Kinder zu Hause aufwachsen lässt, ebenfalls belohnt werden muss. Die Linken verbreiten wieder Angst und Panik dass dann Steuergelder verloren gehen. Sie kommen natürlich selber nicht auf eine noch bessere Lösung. Damit keine Steuergeleger verloren gehen, ist es doch nichts als fair, dass beide die Hälfte erhalten. Die Hälfte für auswärtige Betreuung und die andere Hälfte für die familiengerechte Haltung von Kindern.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stansd
    Nein, im Gegenteil: Die fremdbetreuende Familie würde auf Kosten der traditionellen Familie über Steuergeschenke bevorteilt. Es ist eine bodenlose Frechheit, mit einseitigen Steuergeschenken das bewährte Familienbild zu zerstören. Die Familie ist die Basis für einen gesunden und starken Staat. Deshalb ein grosses JA zur Familieninitiative!
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  • Kommentar von E. Waeden, H
    Fakt ist, dass "fremdbetreute" Kinder ein Rundum-Paket an Betreuung & Aufmerksamkeit erhalten. Natürlich "ersetzt" es Mutterliebe nicht, kann aber eine wertvolle & tolle Ergänzung zu dieser sein. Eine Mutter zu Hause garantiert nicht automatisch Nestwärme, Toleranz, Stabilität & selbstlose Liebe für's Kind, nur weil sie zu Hause bleibt. Früher waren's die Schlüsselkinder. Heute gibt es Kripen & Horte. Also hat's arbeitende Mütter schon immer gegeben. Ganz ohne Steuergeschenke.
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    1. Antwort von Alexander Moser, Interlaken
      Träumen sie weiter!! Die "heile Welt" der Kinderkrippen ist längst nicht so "heil" wie wir das gerne möchten bzw. uns vormachen!! Zudem sind Kinder keine "Maschinen" die ein Rundumpaket brauchen, sondern Lebewesen, die eine enge, innige Bindung zu Mutter und Vater brauchen - und die gibts in Kinderkrippen nun mal nicht!
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    2. Antwort von Maarlies Artho, Schmerikon
      E.Waeden Rundumbetreuung der Krippe? Es gibt unterschiedliche Krippen, aber leider diejenigen die von Herzen gern eine Krippe führen möchten, werden behindert vom Staat, mit den strengen Auflagen. Wie das Beispiel in Zürich. Was heisst für Sie arbeitende Mütter, arbeiten nur diese, die für die Wirtschaft arbeiten. Da sieht man ja schon, wie minderwertig Hausfrauen angesehen werden. Dabei gibt es gar keinen vielseitigeren Beruf. Der dank, dass ich für die Kinder rundum da war, zeigt sich heute
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    3. Antwort von E.Waeden, H
      Also zweifle ich eben daran, dass Mütter die zu Hause bleiben, ihre Kinder in die Schule & zurück karren, ihre ganze Freizeit verplanen, sie dann auch dahin fahren, am Abend deswegen gestresst, diese dann zu Hause vor dem Fernseher od. Computer parkieren, die besseren Mütter sind! Ist ja aber auch ein Rundum -Paket das angeboten wird! Einfach mit dem Segen des Staates, resp. der SVP!:-)
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    4. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      E.Waeden Was Sie hier schreiben mag bei einzelnen Fam. der Fall sein, genauso wie es Krippen gibt die gut geführt sind, aber es gibt auch schlechte. Diese Abstimmung hat nicht nur mit der SVP zu tun, sondern auch für die Familien, die für Ihre Kinder besorgt sind und ihre Kinder nicht in die "Staatskrippen " stecken wollen. Es ist eine Verantwortungsvolle Aufgabe und dies ist nicht zu unterschätzen. Kinder können Freude bereiten, aber auch Ärger, dies ist der Lebenslauf. Bei Gross und Klein.
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    5. Antwort von Marianne Roe, Gwatt
      E. Waeden: Aus meiner Sicht haben Sie kein Herz, vor allem nicht für Kinder. Aus der Sicht der Leute die alles verstaatlichen wollen, könnte man sicher auch noch "Betreuer und Betreuerinnen" aus China einführen. Am Ende wird noch ein computergesteuerte "Betreuerin" das Zepter übernehmen. Sie wissen ja gar nicht, dass es den meisten Kinder viel besser gehen würde, wenn sie zu Hause wären. Diese fremden Betreuer haben meistens nicht einmal eigene Kinder, sie haben rein gar kein "Gefühl" für sie.
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