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Familieninitiative Parlament lehnt Familieninitiative ab

Das Parlament will keinen Steuerabzug für die Kinderbetreuung zu Hause. Nach dem Nationalrat hat sich auch der Ständerat gegen die SVP-Familieninitiative ausgesprochen. Das Volksbegehren will einen Steuerabzug für Familien, die ihre Kinder selbst betreuen.

Der Ständerat schloss sich mit 26 zu 17 Stimmen dem Nationalrat an, der die Initiative in der Frühjahrssession abgelehnt hatte. Abgesehen von der SVP zeigten auch einzelne CVP- und FDP-Ständeräte Sympathien für die Initiative.

Kind sitzt vor Spielzeug auf dem Boden.
Legende: Es bleibt dabei: Wer seine Kinder selbst betreut, kann keinen zusätzlichen Steuerabzug machen. Keystone

Die Initiative forderte, dass Familien, die ihre Kinder selbst betreuen, mindestens den gleichen Steuerabzug geltend machen können wie Familien, die für die Betreuung externe Hilfe wie Krippen oder Tagesmütter in Anspruch nehmen.

Eltern, die ihre Kinder selbst betreuten und keinen Abzug machen könnten, würden vom Staat benachteiligt, sagte Hannes Germann (SVP/SH). Sie verzichteten auf ein Zusatzeinkommen, finanzierten aber über ihre Steuern auch noch Krippen, die andere nutzten.

Aus steuerrechtlicher Sicht sei diese Einschätzung der Initianten indes falsch, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Dank des 2011 eingeführten Fremdbetreuungsabzugs herrsche heute Gleichbehandlung.

Widmer-Schlumpf machte ausserdem auf Umsetzungsschwierigkeiten aufmerksam. «Wenn ich als Grossmutter meinen Enkel betreue, ist das dann Eigen- oder Fremdbetreuung?», fragte sie.

Grundsätzliche Bedenken zur Initiative äusserte Anita Fetz (SP/BS). Sie bezeichnete die Initiative als «neokonservatives Projekt mit Widersprüchen im Kleingedruckten». Viele Familien in tieferen Einkommensschichten könnten gar nicht wählen, ob sie arbeiten wollten oder nicht.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Warum auch? Wir Bürger, Arbeiter, IV Rentner usw. sind doch die Deppen der Nation. Uns gilt es nach Möglichkeit zu beseitigen um den Bonzen und Reichen platz zu machen. Schauen Sie sich doch nur mal die Löhne, Sozialwerke usw. an. Alles zugeschnitten für Grossverdiener. Oder können Sie sich ohne Zusatzversicherung noch den Zahnarzt leisten oder eine passende Wohnung finden? Leider sehe ich bei einem so willenlosen und manipulierbaren Volk aber kein Licht am Horizont. Warum lasst ihr das zu?
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  • Kommentar von markus zeheneder-streb, amriswil
    Ich fände es viel wichtiger, endlich die Kinderzulagen zu erhöhen. Schliesslich geht es um die Kinder. Da braucht es keine Steuerabzüge. Ich dachte immer, die SVP will weniger Bürokratie.
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Am besten wäre mE, wenn Kinderbetreuung überhaupt nicht an den Steuern abgezogen werden dürfte, auch nicht Krippen oder Tagesmütter.
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    1. Antwort von h. anni, zürich
      @Hermann Genau das wollte ich auch sagen! Bevor ich eine Familie gegründet habe, haben mein Mann und ich das Thema, ob ich arbeiten soll oder nicht, diskutiert. Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir Kinder wollen, diese zu Hause betreuen werden und wir eben ein paar Jahre auf mein Zusatzeinkommen = diverse Vergnügen wie teure Ferien etc. verzichten werden. Und glauben sie mir, es hat sich für uns alle MENSCHLICH mehr als gelohnt die Kinder selbst zu erziehen und nicht in fremde Hände zu geben.
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    2. Antwort von Lilly, Thun
      Toll was Sie da sagen! Sicher hatten Sie Ihre Kinder in den 70 Jahren! Wie Sie (vielleicht) bemerkt haben, schreiben wir heute das Jahr 2013! Da kann man als Frau nicht mehr einfach aufhören zu arbeiten, erstens oft aus finanziellen Gründen und zweitens weil man danach in der Arbeitswelt keinen Anschluss mehr findet, man ist dann schlicht und einfach "weg vom Fenster"! Nicht jede Frau hat einen Ehemann der 10000 pro Monat nach Hause schleppt! Kommen Sie weg von Ihrem 0815 Familienbild!
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