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Alain Berset: «Wichtiges Signal»
Aus SRF News vom 05.06.2016.
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Fortpflanzungsgesetz Fortpflanzungsmedizin: «Es wird keine Designer-Babys geben»

Nach dem Ja zum neuen Fortpflanzungsmedizingesetz wird die Schweiz diesbezüglich zu einem der liberalsten Staaten Europas. Die Gegner der Liberalisierung befürchten nun eine unkontrollierbare Entwicklung zum «künstlichen Menschen». Die Befürworter versprechen eine verantwortungsvolle Umsetzung.

Wie schon beim grundsätzlichen Ja zur Präimplantationsdiagnostik vor einem knappen Jahr haben die Stimmberechtigten nun auch zum Fortpflanzungsmedizingesetz Ja gesagt.

Nach über 10-jährigen Diskussionen über die Fortpflanzungsmedizin herrsche jetzt endlich Klarheit, freut sich Gesundheitsminister Alain Berset: «Zum zweiten Mal innert eines Jahres hat das Volk zu einer fortschrittlichen Fortpflanzungsmedizin mit klaren Regeln Ja gesagt. Das ist ein sehr wichtiges Signal.»

Berset rechnet mit 500 bis 1000 Paaren pro Jahr

Im Abstimmungskampf war die Befürchtung laut geworden, Behinderte und Eltern behinderter Kinder könnten wegen der Zulassung der Tests an Embryos unter Druck geraten. Das glaubt Berset nicht. «Die Menschen sind vielfältig und sollen es auch bleiben», sagte er. Die Regeln für die Präimplantationsdiagnostik seien auch mit dem neuen Gesetz streng.

So reagieren Gegner und Befürworter

  • «Entwicklung zum künstlichen Menschen nicht mehr kontrollierbar»

    EVP-Präsidentin Marianne Streiff-Feller erfüllt das Abstimmungsresultat mit Sorge: «Es ist nicht genau definiert, welche Chromosomen untersucht und welche Krankheiten als schwere Anomalien gelten.» Damit bestehe die Gefahr, dass man auf dem Weg hin zum künstlichen Menschen künftig stetig einen Schritt weiter gehe. Diese Entwicklung sei mit dem heutigen Entscheid nicht mehr kontrollierbar und müsse genau im Auge behalten werden.

  • «Desingerbabys wird es nicht geben»

    Bruno Imthun, Direktor der Klinik für Fortpflanzungsmedizin am Universitätsspital Zürich, hält die Befürchtungen der Gegner für unbegründet: «Alle Methoden, die mit dem neuen Gesetz eingeführt werden, kennen Länder wie Dänemark, England, Holland oder Belgien seit Jahrzehnten. Weder ist dort Druck auf Behinderte und Eltern ausgeübt worden, noch sind Missbräuche bekannt.» Man dürfe deshalb auch in der Schweiz vertrauensvoll in die Zukunft der Fortpflanzungsmedizin blicken. Man werde das neue Gesetz verantwortungsvoll umsetzen, so Imthun weiter: «Desingerbabys wird es nicht geben. Das war nie vorgesehen, ist verboten und bleibt verboten.

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