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Gripen Anti-Gripen-Komitee: «Sieg der Vernunft»

Beim Anti-Gripen-Komitee löst der Absturz des Jets grosse Freude aus. Von einem Sieg der Vernunft über die Polemik spricht SP-Nationalrätin Evi Allemann. Die Millionen könnten besser verwendet werden.

Legende: Video «Gesprächsrunde zum Gripen-Nein» abspielen. Laufzeit 16:00 Minuten.
Vom 21.05.2014.

«Wir atmen auf und sind froh, dass eine Mehrheit der Bevölkerung finanzpolitisch richtig entschieden hat. Die Vernunft hat über die Angstmacherei und Polemik aus dem VBS gesiegt», sagt die Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann im Namen des Anti-Gripen-Komitees gegenüber SRF.

«Das Gripen-Nein ist finanzpolitisch ein vernünftiger Entscheid der Bevölkerung. Man muss überall sparen in den Kantonen.» Mit den F/A-18 habe die Schweiz ein gute und topmoderne Luftwaffe, die noch lange fliege. Es sei jetzt auch Aufgabe der Luftwaffe, sich international noch besser zu vernetzen.

Und die freiwerdenden Mittel?

Für Allemann ist es «politisch klar», dass der Armeeausgaben-Plafond nun um genau diese 300 Millionen jährlich auf 4,7 Milliarden gesenkt werden muss: «Das gibt angesichts des angespannten Finanzhaushalts Spielraum in anderen Bereichen wie dem öffentlichen Verkehr, der Bildung und der Landwirtschaft.»

Auch Co-Präsidentin Regula Rytz von den Grünen ist zufrieden. «Es ist nicht nötig, jetzt diese Flugzeuge zu beschaffen. Für mich ist das Nein klar ein Misstrauensvotum gegenüber der Armee.» Grüne-Nationalrätin Aline Trede spricht von einem historischen Sieg. «Die Armeekritik ist mehrheitsfähig geworden. Ueli Maurer muss das Signal nun ernst nehmen.»

«Historischer Sieg»

Jo Lang von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GsoA) wertet das Scheitern der Beschaffungsvorlage als Nein gegen den Gripen, aber auch als Nein gegen die Aufrüstung. Eine Schweiz ohne Armee sei eine Utopie, gibt Lang zu bedenken: «Wir werden aber dafür kämpfen, dass der ganze Militarismus der letzten Jahre wieder zurückgeht. Dafür hat heute das Volk ein Zeichen gesetzt.»

Legende: Video «Leutenegger Oberholzer: Gripen-Geld muss raus aus dem VBS» abspielen. Laufzeit 1:29 Minuten.
Vom 18.05.2014.

Der grünliberale Nationalrat Roland Fischer hingegen sieht das Nein zum Gripen-Kauf nicht als Nein zur Armee. «Das Ergebnis zeigt aber, dass wir zurzeit keinen Gripen brauchen», sagte Fischer.

«Das ist ein historischer Sieg», sagt Grüne-Nationalrätin Aline Trede. «Die Armeekritik ist mehrheitsfähig geworden. Ueli Maurer muss das Signal nun ernst nehmen.»

8 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Ruppert, Samedan
    Mit Vernunft hat das nichts zu tun. Eher mit der gezielten Abschaffung der Armee und der Landesverteidigung. Zu den Umnutzungs-vorschlägen: diese 300Millionen in die IV damit alle die jetzt Rausgeworfen wurden wieder ihre IV bekommen welche diese Zurecht bekommen hatten. Und vor allem Schweizer!
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    1. Antwort von M.Schmid, Bern
      Stimmt nicht. Die Armee wurde absolut nicht abgeschafft, ansonsten hätten wir nun über 600 Franken für jede Nase in der Schweiz im Staatsbudget frei. Die Schweiz ist (fast absolut sicher; die Mehrheiten in den betreffenden letzten Abstimmungen waren gross) immer noch für die Armee, und einfach gegen die Anschaffung eines teuren Kampffliegers...
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  • Kommentar von Denise Britschgi, Römerswil
    Diese Millionen könnten Familien direkt entlasten. Die Kinderzulagen müssten endlich von der Steuer befreit werden!
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  • Kommentar von M.Schmid, Bern
    *Erstaunlich knapper Sieg* der Vernunft, würde ich sagen. Man bedenke einfach, dass die paar teuren Gripen auch im glücklicherweise unrealistischen Kriegsfall nichts geholfen hätten. Man muss sich nur die Fliegerflotten & Luftabwehr der Nachbarländer und deren (NATO-) Bewaffnung ansehen ... oder einfach gerade die der ganzen NATO / EU, dann wird das schnell klar.
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