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Gripen Das nächste Kampfflugzeug kommt bestimmt

Der Schweizer Luftwaffe wurden mit dem Nein zum Gripen die Flügel gestutzt. Nun folgt die Diskussion, welche Armee die Schweiz noch will und braucht. Ein Kurswechsel sei nicht nötig, sagen bürgerliche Sicherheitspolitiker. Viel eher wollen sie bereits das nächste Kampfjet-Geschäft anpacken.

Ein Modell eines Gripenflugzeugs, vor dem Lokal der Gripengegner am Abstimmungssonntag.
Legende: Kein Gripen: Welcher Kampfjet wird es dann sein? Keystone

Kaum ist die eine Schlacht verloren, wird bereits die nächste vorbereitet. Man müsse jetzt den Blick nach vorne richten, sagt BDP-Nationalrätin Ursula Haller: «Zeit vergeuden dürfen wir keine. Der Tag X, an dem es darum geht, über den Ersatz des F/A-18 zu diskutieren, ist nicht mehr weit weg.» Zwischen 2025 und 2030 müssten die neuen Flugzeuge bereit sein, denn dann sind die 32 F/A-18-Kampfjets nicht mehr einsatzfähig.

Schon bald 44 neue Flugzeuge?

Auch andere bürgerliche Sicherheitspolitiker haben ihren Fokus bereits darauf gerichtet. Nachdem das Gripen-Geschäft gescheitert ist, könne man in ein paar Jahren, wenn es um die Nachfolge des F/A-18 geht, auch eine höhere Stückzahl ins Auge fassen, findet Alex Kuprecht. Der SVP-Politiker ist Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates.

«Ich kann mir vorstellen, dass wir dann eine leichte Erhöhung auf 44 Flugzeuge machen können – das gäbe vier Staffeln.» Kuprecht rechnet mit sechs bis acht Milliarden Franken, die eine solche Anschaffung kosten würde.

Streit um Anzahl Jets vorprogrammiert

FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger will sich nicht auf eine Stückzahl festlegen. Aber auch sie betont, dass die Schweizer Luftwaffe, die bald nur noch über die 32 F/A-18 verfügt, am Limit ihrer Möglichkeiten sei. Sie spricht von Fällen angespannter Lage oder mehreren, gleichzeitig stattfindenden Grossereignissen. Brauche es dann eine unbeschränkte Luftraumüberwachung, werde man allein mit den F/A-18 an die oberste Grenze stossen.

Hier zeichnet sich der nächste Streit mit der politischen Linken bereits ab. Zwar haben die meisten ihrer Vertreter am Sonntag betont, sie seien nicht generell gegen die Luftwaffe und könnten in ein paar Jahren bei der F/A-18-Nachfolge Hand bieten. Doch bei der Frage, wie viele Flugzeuge beschafft werden müssten, dürfte es wieder Streit geben.

Schweiz muss Probleme selber lösen

Bleibt noch der Vorschlag, die Schweiz müsse bei der Luftpolizei und bei der Radarüberwachung enger mit den Nachbarstaaten zusammenarbeiten, um auf effiziente Art und Weise Sicherheit zu gewinnen.

SVP-Politiker Kuprecht meint, davon dürfe man sich nicht allzu viel erhoffen. Schon heute werde bei den polizeidienstlichen Radarinformationen zusammengearbeitet. «In ausserordentlichen Lagen werden diese Staaten nicht bereit sein, unsere Probleme zu lösen», ist er überzeugt.

Bereits wird also wieder über die Zukunft der Schweizer Luftwaffe diskutiert; und auch über die Armee generell. Zwei Zahlen stehen zur Disposition: Das Militärbudget in Höhe von fünf Milliarden Franken und die geplante Grösse von 100'000 Armeeangehörigen.

Bürgerliche keine Änderung der Eckwerte

Die linken Abstimmungsgewinner finden, das Nein zum Gripen sei auch ein Zeichen für eine schlankere und billigere Armee. Doch die meisten bürgerlichen Sicherheitspolitiker, wie die Freisinnige Eichenberger, wollen davon nichts wissen.

«Der Abstimmungsentscheid hat diese Fragen nicht tangiert. Das Parlament hat hier klare Entscheide gefällt und die Eckwerte der Armee festgelegt», betont sie. Das freigewordene Geld könne die Armee auch für andere Projekt brauchen, zum Beispiel im Cyberbereich oder für die Ausrüstung.

Die Abstimmungsniederlage zum Gripen ist schmerzhaft für die Bürgerlichen. Aber die Armeepolitik wollen sie deshalb nicht in Frage stellen.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Es ist sehr unklug,nun so zu tun,als müsse die aktuelle Strategie nicht überdacht werden.Die Menschen in diesem Land haben ev. auch ein Votum gegen eben diese Armeeausrichtung abgegeben.W.Graf (05:45) beschreibt es richtig!Die Bedrohungen haben sich in den vergangenen 10 Jahren völlig verändert.Mit Kampfflieger können wir hier nichts mehr ausrichten.Terrestrische Konflikte werden zusehend verschwinden,ethnische Unruhen werden an Intensität zunehmen.Wollen wir dem mit Flieger entgegnen? Kaum!
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      P.Bürger, Cyberkrieg, wie W.Graf ihn beschreibt, kann dazu führen, dass die unterlegene Partei ausweicht auf eine Ebene in der sie eine gute Chance hat zu gewinnen. Das könnten bezahlte Söldner-Terroristen oder gar offene Kriege sein. Man betrachte nur mal Kinder bei denen ein Kind unbewusst das Spielzeug eines anderen Kindes zerstört. Das Risiko, dass "das Opfer" dann mit physischer Gewalt auf "den Täter" los geht ist vorhanden.
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  • Kommentar von filippo masitti, 4356 sins ag
    was notwendig ist kann man nicht aus der welt schaffen nachhinein wird es klarer werden aber erst wenn diese notwendigkeit ernst wird.vielen üben kritik über das was sie meine selbst als glüger dagestellt zu werden denke das ist meistens so die wo wirklich damit sie ernstaft bescheftigen " müssen ,die hört aus naiver trotz niemand , das chegevara paecegetue ist eigentlich in eine so angespannte gegenwart gefärlich gerade für die nenige die bewusst sind um was es genau geht.. filippo masitti
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    10 Jahre wurde jetzt über den Flugzeugtyp & Strategie der Schweizer Armee diskutiert, bis man sich einig gewesen ist, dass es der Gripen sein soll. Doch kaum war das entschieden, hat die Ex-Präsidentin der SIK Frau Galladé sich dagegen ausgesprochen. Wenn wir in 10 Jahren nicht ohne Flieger da stehen wollen, ist doch klar, dass man jetzt sofort nach Alternativen für den Gripen sucht. Kampfjets kaufen sich nun mal nicht von der Stange in irgend einem Billigladen.
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