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Gripen Der Gripen trieb die Leute an die Urne

Die Stimmbeteiligung lag an diesem Abstimmungssonntag bei vergleichsweise hohen 56 Prozent. Hauptsächlich für die Mobilisierung verantwortlich war laut Claude Longchamp die Vorlage zum Kampfjet-Kauf.

Legende: Video Analyse der Stimmbeteiligung abspielen. Laufzeit 03:16 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.05.2014.

Bei der ersten Umfrage des gfs.bern Ende März sagten 45 Prozent, dass sie sicher abstimmen wollen. Ende April waren es bereits 50 Prozent. Am Abstimmungssonntag lag die Stimmbeteiligung schliesslich sogar bei 56 Prozent.

Die Beteiligung ist damit relativ hoch. Dazu geführt hat laut Claude Longchamp das Gemisch aus Vorlagen, die überdurchschnittlich zur Mobilisierung geführt haben. Und vor allem: Die Abstimmung zur Finanzierung des Gripen.

Mit Blick auf die Stimmabsichten bei der zweiten Umfrage schätzt Longchamp, dass die Schlussmobilisierung stärker nach rechts als nach links war. Dies führte dazu, dass die Pädophilen-Initiative noch etwas deutlicher angenommen, die Mindestlohn-Initiative noch etwas stärker abgelehnt wurde. Und beim Gripen reichte es darum nicht, dass er doch noch angenommen wurde.

Spannung vor allem dank dem Gripen

Wie funktioniert die Mobilisierung gegen Schluss der Abstimmungskampagnen? Zunächst brauche es polarisierende Themen, um die Leute an die Urne zu locken, so der Politikwissenschafter. Das war dieses Wochenende der Fall: Allen voran der Gripen, aber auch Vorlagen wie die Pädophilen-Initiative und der Mindestlohn.

Dann brauche es Basis-Aktivitäten, sagt Longchamp. «Das heisst, man muss nahe an die Leute herankommen. Man muss sie direkt ansprechen. Man muss die Medienaufmerksamkeit für sich gewinnen.» Damit könne man die Stimmberechtigten gegen Schluss dazu bewegen, auch tatsächlich abzustimmen.

Wichtig sei auch die Spannung. Diese war bei den Vorlagen vom 18. Mai gegeben. Am allergrössten war sie beim Gripen.

So gesehen lief dieses Wochenende vieles über die Gripen-Vorlage.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Joos, Beckenried
    Zu Beginn des 2. Weltkriegs wurde die Schweiz von Frankreich angefragt, ob sie ihre Flieger für Kampfeinsätze zur Verfügung stellen könne. Der Chef der Schweizer Flugwaffe antwortete damals: Wollt ihr einen Flieger, zwei oder alle drei? Das ist ein Witz, klar, aber vielleicht sind wir nach der gestrigen Abstimmung in 10 - 15 Jahren auch wieder so weit!
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  • Kommentar von Rolf Michel, 1723 Marly
    Ich leide mit Herrn Maurer (nicht mit der SVP ..) - das Volk (Souverän ...) hat den Deal überhaupt nicht verstanden ...!
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    1. Antwort von Christian gross, Stallikon
      Aber hallo... Wir des Volk haben es nicht verstanden? Und was ist mit mei? Da hat des Volk es verstanden korrekt?
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  • Kommentar von Elmar Hutter, Bad Ragaz
    Herr Müller: Im Moment besteht keine militärische Gefahr für unser Land. Können Sie garantieren, dass dies auch in 5 oder 10 Jahren der Fall ist ? (Solange dauert der Aufbau einer effizienteren Luftraumverteidigung). Kennen Sie die militärischen Potentiale in Europa? Zum Beispiel im Osten, Südosten und Süden unseres Landes? Lesen Sie die Tagesnachrichten auch in ausländischen Zeitungen?
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Um einem potenten Gegner parieren zu können bräuchten wir ein Raketenabwehrsystem. Die Düsenjäger würden im Ernstfall nicht viel bringen. Es konnte im Vorfeld der Abstimmung die künftige Rolle des Gripen nicht plausibel erklärt werden. Darum wurde der Murer in Talkshows auch schnell nervös.
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    2. Antwort von Elmar Hutter, Bad Ragaz
      Albert Planta: Eine effiziente Luftraumverteidigung umfasst verschiedene Komponenten. Raketen- und Marschflugkörper-Abwehr ist die eine. Kampfhelikopter unterstützen die Bodentruppen. Drohnen sorgen für Aufklärung. Bemannte Flugzeuge schützen den Luftraum in Friedens- und Spannungszeiten und bekämpfen -sofern sie wie der Gripen Mehrzweck.Flugzeuge sind - wichtige Stellungen im Aufmarschgebiet eines militärischen Gegners. Wenn die Armee diese Fähigkeit haben soll, benötigt sie mehr Finanzmittel.
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