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Gripen «Maurer hat die Kampagne wie ein Parteipräsident geführt»

Ueli Maurer hatte sich ganz besonders für den Gripen-Kampfjet engagiert. Das Nein an der Urne ist eine schmerzliche Niederlage. Vor den Medien sagte er: «Ich nehme das durchaus persönlich.» Und das sollte er auch, sagen Militärexperten. Maurer habe Fehler gemacht.

Maurer läuft die Bundesgasse entlang, blickt nach unten, die Jacke über der Schulter, ein Fotograf schiesst ein Bild.
Legende: Katerstimmung in Maurers Verteidigungsdepartement: Der Gripen wurde vom Volk abgeschossen. Keystone

Immer und immer wieder hat Verteidigungsminister Ueli Maurer in den letzten sechs Monaten betont: Die Schweiz braucht den Gripen, sonst ist die Sicherheit des Landes nicht garantiert. Und er hat das mit viel Energie und Zeitaufwand gemacht.

Maurer habe seine Rolle falsch ausgelegt, findet der Journalist und Militärkenner Roman Schürmann: «Es war ein Problem, dass er als Bundesrat diese Kampagne geführt hat, als sei er ein Parteipräsident.» Die Bevölkerung habe das nicht goutiert, und deshalb sei der Gripen gescheitert.

Ebenfalls Kritik an Maurers Strategie während des Abstimmungskampfes übt Bruno Lezzi. Er war Stabsoffizier im Nachrichtendienst der Armee. Heute ist er Dozent für Sicherheitspolitik an der Universität Zürich. Er findet, «dass man hier etwas vorsichtiger, nüchterner hätte argumentieren müssen, vielleicht auch mehr in die Tiefe hätte gehen und sich von Schlagworten lösen müssen».

Wie weiter mit der Armee?

Zudem habe es das Verteidigungsdepartement in den letzten Jahren verpasst, dem Schweizer Stimmvolk eine klare Strategie vorzulegen, was es mit der Armee vorhat. Die weitere Entwicklung der Armee sei zwar in Konturen vorhanden, aber man wisse noch nicht genau, in welche Richtung es gehe, sagt Lezzi weiter. Nun zeige sich, «dass diese Verunsicherung letztlich zu diesem negativen Entscheid geführt hat».

Es sei jetzt an Maurer, das Stimmvolk bei künftigen Abstimmungen rund um die Armee auf seine Seite zu bringen – mit einem differenzierten Konzept statt mit Schlagworten.

77 Kommentare

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  • Kommentar von jean passant, thun
    Kaum jemand (meine Person inbegriffen) war wirklich in der Lage dieses Geschäft sachlich zu beurteilen, da vertiefte und weiterführende Information nie floss. Deswegen sind Abstimmungen über Militärvorlagen fast reine Gefühlsangelegenheiten. "Flieger sind eh zu teuer", "ich mag das Militär nicht", "die Schweiz ist zu klein, um sich zu verteidigen" etc. Auch stramme SVP Soldatinnen, z.B. aus Stans, verstehen die Materie nicht wirklich, aber sie haben ja die Parteiorder wie gestimmt werden soll.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Allzu offensichtliche Winkelzüge.End-Zielvorgabe;Abschaffung der Armee,still,klammheimlich durch die Hintertür(Salamiredlitaktik).Siehe auch Europ.Ausland.Dazu notwendig"neue Marionette im zust.Département".Mittel dazu,Diffamierung der gegenw. Leitung mittels medialer Schlammschlacht,vor und nach der Abstimmung.Schwächung des Staates durch Erhöhung der Staatschulden.Eine Neuaufgleisung wird auf jeden Fall teurer.Investoren freut's.Fazit;Gewisse(Schweizer) haben sich ein Eigentor geschossen.
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  • Kommentar von P.Bürger, Schaffhausen
    Das ist doch sehr interessant,denn eine Forumsteilnehmerin schreibt…«Es darf nicht sein,dass gegen die SVP gestimmt wird & in Kauf genommen wird,dass dem Land dadurch Schaden zugefügt wird.» - Diese Haltung zeigt,wie absurd hier die Wahrnehmung der Demokratie ausgelegt wird. BR Maurer (SVP) hat sich mit seiner Werbetour für den Gripen verspekuliert & wohl die falschen Argumente vorgebracht.Es ist aber auch klar,dies war KEIN Votum gegen die Armee,sondern gegen dieses isoliert, marode Geschäft!
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