Zum Inhalt springen

Heiratsstrafe Heiratsstrafe-Initiative fällt auch beim Ständerat durch

Die kleine Kammer ist der Nein-Parole des Nationalrates zur Volksinitiative für eine Beseitigung der «Heiratsstrafe» gefolgt. Das Parlament erachtet Formulierungen im Initiativtext als allzu einschneidend.

Nach dem Nationalrat empfiehlt auch der Ständerat ein Nein zur Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe». Er folgte mit 25 zu 16 Stimmen bei null Enthaltungen dem Antrag der Einigungskonferenz.

Legende: Video Eveline Widmer-Schlumpf:«Wenigstens Entscheid in eine Richtung» abspielen. Laufzeit 0:57 Minuten.
Vom 16.06.2015.

Damit hält auch die kleine Kammer an der Mehrheitsmeinung fest, wonach die Definition der Ehe im Initiativtext störend ist und ihr deshalb kein Verfassungsrang zukommen sollte. Der Text definiert die Ehe als eine «auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau». Wiederholt wurde die Kritik geäussert, dass diese Definition andere Lebensformen ausschliesse und somit eine künftige Besserstellung von eingetragenen Partnerschaften verhindere.

Sowohl Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf als auch die Vertreter der Minderheit appellierten nochmals an die Chance, mit der Initiative die Behebung von steuerlichen Nachteilen von Ehepaaren gegenüber unverheirateten Paaren in Angriff zu nehmen. Laut Bundesrat sind heute rund 80'000 Paare von der Heiratsstrafe betroffen.

Hannes Germann (SVP/SH) monierte, dass man handeln wolle und dennoch «immer noch irgendwo ein Haar in der Suppe» fände. Nun sei es an der Zeit, «Farbe zu bekennen» und die Diskriminierung von Ehepaaren zu beenden.

Gemeinsame gegen individuelle Besteuerung

Auch die Formulierung «Wirtschaftsgemeinschaft» im Initiativtext passt einer Mehrheit der Abgeordneten nicht. Sie sehen darin eine Unvereinbarkeit mit einem allfälligen künftigen Wechsel zur Individualbesteuerung.

Widmer-Schlumpf argumentierte, dass die Initiative Gelegenheit für einen wegweisenden Entscheid für ein Modell der gemeinsamen und gegen die individuelle Besteuerung böte. Im Falle eines Ja könne die Diskussion über das sistierte Modell einer alternativen Berechnungsmethode wieder aufgenommen werden. Dieses Modell käme der Individualbesteuerung wiederum «sehr nahe», betonte Widmer-Schlumpf.

Unterstützung durch die SVP?

Der Minderheitsantrag, laut welchem der Ständerat dem Volk keine Abstimmungsempfehlung abgegeben hätte, blieb letztlich chancenlos. Das Geschäft ist nun bereit für die Schlussabstimmung. Bleibt es bei einer Nein-Parole, könnte die CVP gemäss den Minderheiten in den beiden Kammern bei der Kampagne zu ihrer Initiative wahrscheinlich auf die Unterstützung der SVP zählen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

21 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Paul Reinmann, Solothurn
    Polemik um nichts im Parlament...! Schlussendlich würden meine Frau und ich rund 5000.- pro Jahr sparen, wenn wir nicht verheiratet wäre. Natürlich sind einem Parlamentarier 5000.- nicht so wichtig und die Diskussion bezüglich Ehe zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, etc viel Prestigeträchtiger. Für uns wäre das aber ein happiger Betrag, welcher wiederum in die Wirtschaft investiert werden könnte. Nieder mit der Heiratsstrafe...und zwar sofort
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Escher, Leuk - Stadt
    .. öfter mal was Neues .., - doch zu Lasten der lebenslang Arbeitenden, < auf die Seite legenden > kurz, " Dummen & Blöden ".
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Gull, Zürich
    Hier geht es um Besteuerungsmodelle, die bestimmt Menschen anders behandeln sollen als ihre Mitmenschen. "Affirmative Action" also. Wieso muss sich der Staat überall ins Privatleben einmischen. Wie ware es wenn wir die ganzen zivilrechtlichen Aspekte völlig deregulieren und aus den Gesetzen herausnehmen? Damit sind die Menschen wieder frei und können selber entscheiden welche Lebensformen sie leben wollen - ohne linke aufgezwungene autoritäre staatliche Zwangsjacken und Misgunst.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen