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Abstimmungen vom 28.9.2014 Im Kanton Freiburg können 9. Klässler abstimmen

Im Kanton Freiburg können morgen Sonntag nicht nur die Stimmberechtigten an die Urne, sondern auch rund 500 Schulkinder. Im Rahmen eines Pilot-Projekts können sie genau gleich wie die Erwachsenen abstimmen. Das Ziel: Jugendliche früh für Politik interessieren.

Blick auf die Stadt Freiburg.
Legende: Das Pilotprojekt mit den Jugendabstimmungen läuft ein Schuljahr. Es findet an vier Abstimmungs-Sonntagen statt. Keystone

Die 9. Klässler haben in den letzten Wochen, wie ihre Eltern, einen Stimmrechts-Ausweis nach Hause geschickt erhalten mit den Unterlagen drin. Der einzige Unterschied zu den richtigen Abstimmungs-Umschlägen: Diejenigen der Jugendlichen sind pink, so dass die Gemeinden sie beim Auszählen unterscheiden können – die Abstimmungsergebnisse der Jugendlichen werden dann separat ausgewertet.

Die Abstimmungen wurden in den letzten Wochen auch in der Schule thematisiert. Deshalb ist André Perler, Mit-Initiant der Jugend-Abstimmungen überzeugt: die Jugendlichen machen da mit:«Wenn eine Dynamik entsteht und alle mitmachen, dann könnte die Stimmbeteiligung bei 80 bis 90 Prozent liegen.»

«Den Alten eins ans Bein schlagen»

Auch die Behörden unterstützen das Projekt. Der zuständige Regierungs-Statthalter, Oberamtmann Nicolas Bürgisser, hofft auf eine hohe Stimmbeteiligung. Auch deshalb, weil der «Sensebezirk», die Region, in der die Jugendabstimmungen stattfinden, die stimmfaulste des Kantons Freiburg ist.

«Ich hoffe, wir können den Alten eins ans Bein schlagen und eine Stimmbeteiligung von 90 Prozent erreichen. Ich hoffe, dass die Jungen die Eltern daheim anregen, dass sie auch an die Urnen gehen und auch so die Stimmbeteiligung heben können», so Bürgisser.

Projekt könnte Schule machen

Das Pilotprojekt mit diesen Jugendabstimmungen dauert ein Schuljahr lang; es findet also an vier Abstimmungs-Sonntagen statt. Läuft es gut, läuft es weiter – wohl auch ausserhalb des Kantons Freiburg. Die Hauptstadt-Region Schweiz, welche fünf Kantone umfasst, hat bereits ihr Interesse signalisiert: «Ich finde, dass man alles ausprobieren sollte, das erfolgversprechend ist, um die Jugendlichen vermehrt für die politische Diskussion zu gewinnen», sagt Geschäftsführer Georg Tobler.

Man verfolge nun diesen Testlauf im Freiburger Sense-Bezirk und werde dann versuchen, auch die anderen Kantone für diese Jugend-Abstimmungen zu gewinnen.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 63270 Stans
    Das Ziel, Jugendliche früh für Politik interessieren. Konkret heisst das, die leicht beeinflussbaren Jugendlichen früh für linksideologische Ziele zu gewinnen und sie gegen die SVP aufzuwiegeln.
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Dümmer geht's nümmer.Wenn nur auf diese Weise das Interesse an der Politik(gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge)geweckt werden kann,dann hat sich oberflächlichste Denkweise etabliert.Wenn die Altvordern bereits so oberflächlich denken,dürfte Hopfen und Malz verloren sein.Sendet zudem bei den Jungen,ein total falsches Signal aus.Kennen weder sich selbst,noch irgend etwas,was um sie herum abläuft.Führt zu totaler Selbstüberschätzung.(Verschuldung?Konsum?
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    2. Antwort von Simon Bielmann, Rechthalten
      Meine sehr geehrten Damen und Herren, Ich bin selber einer der Initianten dieses Projekts. Unser Verein, der diese Jugendabstimmungen organisiert hat, ist politisch neutral. Uns geht es in erster Linie um die Partizipation der Leute und vor allem der Jugendlichen an der Direkten Demokratie. Wenn sie den Jugendlichen von heute schon so vorurteilshaft gegenübertreten, werden Sie nicht weiter kommen. Ich rate Ihnen den Jugendlichen mehr vertrauen zu schenken und an sie zu glauben.
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    3. Antwort von A.Käser, Zürich
      S.B.Es geht nicht darum Vorurteile gegenüber Jugendliche zu fällen.Dürfte aber logisch nachvollziehbar sein,dass sich Menschen in diesen Alter noch kaum über ein Bild über gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge machen können.Zwischen ihrer Einschulung und diesem"proforma Stimmrechtsalter"liegen gerade mal 9 Jahre.In dieser Zeit müssen sie eine Menge Lernstoff bewältigen,sich in ihrem Umfeld sozialisieren und die Pubertät bewältigen(nicht zu unterschätzen).Dazu kommen Freizeit,Freunde,Berufswahl.
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    4. Antwort von A.Käser, Zürich
      S.B./(Ergänzung)man bedenke;in der Schweiz wurde erwachsenen Frauen,erst 1971 das Stimmrecht zugesprochen(Lichtenstein 1984).Wohlverstanden,gestandene Frauen,die in Familie und Beruf schon eine Menge Lebenserfahrungen sammeln konnten(mussten).Umso erstaunlicher mutet es nun an,dass plötzlich junge,kaum der Schule entwachsene Menschen(ohne Berufs und Familienerfahrung),reif genug sein sollten,sich ein neutrales,nicht ideologisch gefärbtes Bild,über politische Zusammenhänge zu machen.Skurril!
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    5. Antwort von L. Zimmermann, Zürich
      Sind die Leute denn 2 Jahre später (also mit 18 Jahren) besser aufgeklärt über das gesamtgesellschaftliche Bild, frage ich A. Käser? Und sind Frauen Menschen zweiter Klasse? Laut ihrem Argument, dass es rechtens ist, dass sie erst 1971 das Stimmrecht erhielten, schon.
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    6. Antwort von A.Käser, Zürich
      L.Z./Vermutlich haben Sie mich bezüglich der Einführung des Frauenstimmrechts falsch verstanden.Ich wundere mich lediglich über den stattgefundenen Sinneswandel.Erst sprach man erwachsenen,reifen Menschen(Fam.-u.Ber.Erfahrung)die Kompetenz(bis z.Tod)ab,sich via Stimmbeteiligung an einem gesamtgesellschaftlichen Prozess beteiligen zu können.Nun fällt man ins pure Gegenteil,indem man nicht mal volljährigen Menschen zumutet,sich über zum Teil komplexe Themen,eine eigenständige Meinung zu bilden.
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    7. Antwort von A.Käser, Zürich
      L.Z./Auch über Stimmrechtsalter 18 kann gestritten werden.Weder liegt eine abgeschlossene Berufslehre,noch eine Maturität,vor.Geschweige denn Berufs- und Lebenserfahrung.Dafür kann auf Pump eingekauft werden.Die Unreife wird hier kommerziell(auch sonst?)schamlos ausgenutzt.Jugend-Verschuldungen(welche oft bis nach 30,Nachwirkungen nach sich ziehen),sprechen Bände.Sicher könnten auch etliche Eltern,von ihren Nöten mit"selbstherrlichen(verschuldeten)sich überschätzende Jugendliche",Bände erzählen.
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  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Mich schaudert es wenn halbwüchsige unsere Demokratie in die Hand nehmen und mitbestimmen sollen. Wie kann man nur auf eine so idiotische Idee kommen ? Sind das Politiker die sich das ausgedacht haben ?
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    1. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      ja, und zwar vor allem linke und grüne.
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