Zum Inhalt springen

Masseneinwanderungs-Initiative Economiesuisse setzt auf flexible Umsetzung der SVP-Initiative

Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer sagt, gemäss Text der «Masseneinwanderungs»-Initiative sollten auch in Zukunft so viele Fachkräfte eingestellt werden können, wie die Wirtschaft benötigt. Einen Vorrang von Inländern gegenüber Ausländern bei der Einstellung sieht Karrer derzeit nicht.

Legende: Video Studio: Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer über die Niederlage abspielen. Laufzeit 6:31 Minuten.
Aus ECO vom 10.02.2014.

Das Ja zur Initiative «Gegen Masseneinwanderung» ist ein Debakel für die Schweizer Wirtschaft – vor allem für deren Dachverband Economiesuisse. Mit geballter Kraft warb dieser für ein Nein. «Wir haben nicht nur viel Geld investiert, wir haben uns auch selbst stark engagiert», sagt Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer im Interview mit «ECO». Es sehe aber so aus, als seien am Schluss die Sorgen und Nöte sowie die Verunsicherung der Bevölkerung bezüglich Verkehrs-Engpässen und Wohnungs-Knappheit grösser gewesen.

Economiesuisse muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Kontakt zur Bevölkerung verloren zu haben. Der Verband sei überaltert, so eine oft geäusserte Kritik. Zudem sei er mit 3 Frauen unter 70 Mitgliedern im Vorstand sehr männerlastig. Heinz Karrer weicht aus: «Wir haben auch jüngere Damen und jüngere Herren, also doch recht gemischt.» Alle seien verantwortungsvolle Unternehmer, die investierten, um Arbeitsplätze zu generieren.

80'000 Kontingente?

Für Heinz Karrer ist die entscheidende Frage, wie die nun geforderten Kontingente umgesetzt werden. «Im Initiativtext steht, die Inititative muss massvoll umgesetzt werden – und dass die wirtschafltlichen Interessen berücksichtigt werden müssen», so der Economiesuisse-Präsident. «Das würde ja bedeuten: So viele Arbeitskräfte bzw. Fachkräfte, wie wir bräuchten, könnten wir auch anstellen.»

Auf die Frage, ob damit die Kontingentshöhe etwa bei rund 80'000 Personen angesetzt werden solle, also der aktuellen Einwanderungszahl, will Karrer nicht konkret werden: «Wir wissen ja: Es waren nicht jedes Jahr 80'000, es gab auch deutlich weniger. Wir sind aber gespannt, ob das Kontingent-System jetzt auch so flexibel ausgestaltet wird.»

Kein Inländer-Vorrang

Von der Forderung der SVP, alle Unternehmen müssten ab sofort bei Neueinstellungen Inländern den Vorrang geben, hält Karrer wenig. Er gehe jedenfalls nicht davon aus, dass die Personalchefs eine solche Regel anwenden würden. Zuerst müsse nun die Initiative umgesetzt werden. «Das wird mit Sicherheit nicht schon morgen der Fall sein», meint Karrer ironisch.

Präsident in Teilzeit

Heinz Karrer ist seit August Economiesuisse-Präsident. Sein Mandat wird Teilzeit bleiben, auch wenn er «momentan deutlich mehr investiere». Ende April wird Karrer Verwaltungsrats-Präsident bei Kuoni. Von Anfang an sei klar gewesen, dass der Präsident von Economiesuisse mit mindestens einem Bein fest in der Wirtschaft stehen solle, erklärt er.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

44 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Inländer haben Vorrang, damit muss sich Herr Karrer abfinden !!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von S.Röthlisberger, Aargau
      Wenn ein SVPler einen neuen Mitarbeiter für seine Firma sucht, wen wird er wohl einstellen? Den Schweizer oder den gleich qualifizierten aber günstigeren Ausländer? Denken sie mal drüber nach.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beppie Hermann, Bundey
    Genau,B.Kerzenmacher!Habe das Video"Hart aber fair"gesehen.Allein die Frage,wieso ausgerechnet die angeblich betroffenen Städte dagegen stimmten,entbehrt jegl.log.Denk-+Kombinierfähigkeit.Städte+Agglos haben nicht nur einen viel höheren Ausländer-,sondern auch Eingebürgertenanteil,der natürlich dagegenstimmte.Umgekehrt nimmt die Landbevölkerung das Wachstum der Dörfer,die Zubetonierung des Mittellandes wahr.Und nein,Kunz,unsre Eingebürgertenquote der 2 letzten Generationen beträgt 10% wie in DE!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alex Kramer, ZH
    Die wieder einmal geforderte Flexibilität soll also einmal mehr mit juristischer Dehnbarkeit & Opportunität erreicht werden. Ich hoffe doch sehr, dass sich der Herr Karrer ebenso sehr für Rechtsgleichheit von Unternehmern einsetzt, nicht nur für die Lobbyisten? Oder hat der Generationenwechsel bei Economiesuisse nur den Status einer Garderoben-Erneuerung?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen