SVP-Präsident: «Welsche sind nicht schlechtere Schweizer»

Die Welschen hätten ein schwächeres Bewusstsein für die Schweiz. Dies sagte Christoph Blocher im Nachgang zur Abstimmung vom Sonntag. SVP-Präsident Toni Brunner erklärt dazu in der «Rundschau»: Blocher habe auf die Sensibilität der Westschweizer bei aussenpolitischen Fragen abgezielt.

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Toni Brunner an der «Rundschau»-Theke

8:39 min, aus Rundschau vom 12.2.2014

Die Welschen hätten ein schwächeres Bewusstsein für die Schweiz, erklärte Nationalrat Christoph Blocher auf die Frage der «Basler Zeitung», warum die Romandie anders abgestimmt habe. Zudem erklärte er in der «Basler Zeitung», es gebe Schweizer, «die sich anpassen wollten, und andere, die für die Unabhängigkeit kämpften». Und weiter wörtlich: «Die Welschen hatten immer ein schwächeres Bewusstsein für die Schweiz.»

Nun hat sich SVP-Präsident Toni Brunner in der «Rundschau» dazu geäussert. Blocher habe dies nicht so gemeint, dass die Westschweizer weniger gute Bürger seien, so Brunner.

Bei aussenpolitischen Fragen seien die Welschen offener in Bezug auf die europäische Union. Auf die Frage, ob die Westschweizer schlechtere Bürger seien, antwortet der SVP-Präsident: «Nein».

Didier Burkhalter: «Einheit wird so nicht gestärkt»

Der SVP-Präsident reagierte damit auf die Kritik von Bundespräsident Didier Burkhalter an der Aussage Blochers. «Wenn einer sich vorstellt, dass einige Bürger schweizerischer sind als andere, dann glaube ich nicht, dass so die Einheit gestärkt wird, sondern das Gegenteil», sagte Burkhalter bei der heutigen Präsentation der Schritte für die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Er glaube nicht, so Burkhalter, dass man seinem Land dient, «wenn man Schweizer herabwürdigt – ob es Romands sind oder nicht».

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Duplex: Jean Asselborn

    Aus Rundschau vom 12.2.2014

    Aussenminister Luxemburg

  • Der «Röschtigraben» existiert

    Aus Tagesschau vom 12.2.2014

    Wie 1991 bei der EWR-Abstimmung müssen die Romands den Entscheid der hauchdünnen Deutschschweizer Mehrheit mittragen. Alexandra Gubser über die Befindlichkeit in der Westschweiz, am dritten Tag nach der «rupture».