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Mindestlohn-Initiative Mindestlohn-Initiative erleidet Schiffbruch

Die Vorlage zu einem gesetzlichen Mindestlohn scheitert am Ständemehr. 76,3 Prozent der Stimmberechtigten sagen Nein zur Vorlage der Gewerkschaften.

Mindestlohn-Initiative

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Für den Schutz fairer Löhne»

 

  • JA

    23.7%

    687'743 Stimmen

  • NEIN

    76.3%

    2'209'249 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    0.0

  • NEIN

    23.0

Gripen-Beschaffung

Eidg. Vorlage: Bundesgesetz über den Fonds zur Beschaffung des Kampfflugzeugs Gripen

 

  • JA

    46.6%

    1'344'876 Stimmen

  • NEIN

    53.4%

    1'542'958 Stimmen

«Arbeitsverbot Pädophile»

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen»

 

  • JA

    63.5%

    1'819'211 Stimmen

  • NEIN

    36.5%

    1'045'110 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    23.0

  • NEIN

    0.0

Hausarztmedizin

Eidg. Vorlage: Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung

 

  • JA

    88.0%

    2'479'293 Stimmen

  • NEIN

    12.0%

    337'303 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    23.0

  • NEIN

    0.0

Die Mindestlohn-Initiative des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) ist gescheitert. Die Vorlage hat das Ständemehr verpasst. Zudem sagen 76,3 Prozent der Stimmberechtigten Nein. So das Schlussresultat.

Legende: Video Analyse des Resultates zur Mindestlohn-Initiative abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.05.2014.

Klassischer Links-rechts-Kampf

Das Resultat sei wenig überraschend, sagt Claude Longchamps von gfs.bern. Allenfalls die Deutlichkeit. Der Mindestlohn hatte bereits im Parlament eine grosse Opposition. «Nach anfänglichem Zögern lehnte die bürgerliche Seite die Initiative geschlossen und klar ab. Nur die SP und die Grünen standen hinter den gewerkschaftlichen Chancen.»

Die Entwicklung im Abstimmungskampf habe gezeigt, dass es der Linken nicht gelungen war, «die bürgerliche Phalanx gegen diese Vorlage zur durchbrechen», so der Politikwissenschafter.

Aversion gegen staatliche Eingriffe

So erstaune es nicht, dass der stärkste aller Faktoren heraus kam: Hier kämpfte die linke gegen die rechte Schweiz. Bei der Linken gebe es gar eine weitere Einschränkung: Die Unterstützung von Links war nicht geschlossen.

Einen weiteren Einfluss hatte eines der Gegner-Argumente: Der Eingriff des Staates. Die Aversion gegen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft kostete der Mindestlohn-Initiative weitere Stimmen – auch aus dem Linkslager.

Nein zeichnete sich schon im Vorfeld ab

Wirtschaftsverbände und bürgerliche Parteien hatten im Vorfeld argumentiert, dass die Initiative genau jenen schadet, welchen sie eigentlich nützen sollte: Berufseinsteigern, Frauen, Zuwanderern und allen anderen, die typischerweise in Tieflohnbranchen arbeiten. Viele Jobs würden wegrationalisiert oder ins Ausland verlegt. Ein klassisches Eigengoal, so die Gegner.

Die Initianten und ihre Unterstützter, zu welchen neben Gewerkschaften auch SP und Grüne gehören, kanzelten diese Argumente als Angstmacherei ab.

Der Schiffbruch der Mindestlohn-Initiative hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Bei der letzten Umfrage des gfs.bern lehnten 64 Prozent der befragten Stimmberechtigten die Initiative ab, 30 Prozent waren für den gesetzlichen Mindestlohn.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Stark, Gossau
    Die Anliegen sind sehr einseitig und teilweise komplett weltfremd. Somit braucht man sich auf der Linken Seite auch nicht über ein Glaubwürdigkeitsproblem zu wundern. Die angestrebte Umverteilung wird sich so nie durchsetzen lassen, da sollte man vielleicht andere Ansätze entwicklen und aus den klaren Niederlagen lernen. http://www.pupoll.com/de/polls/warum-haben-linke-initiativen-vor-dem-volk-keine-chance-2014-5-19
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Eine kurze Meldung im Deutschen Fernsehen war das Resultat der Initiative doch wert! Kommentar dazu: "Die Schweizer haben einen Mindestlohn von 18 Euro/Stunde abgelehnt. Wäre sie angenommen worden, wäre die Schweiz betreffend Mindestlöhne Weltmeister geworden." :-)
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Auf eine Art ist es schade, dass die Vorlage abgelehnt wurde. Vielleicht lernt das Initiativkomitee etwas hinzu und lanciert diese Initiative neu mit einer anderen Festlegung für den Mindestlohn, denn eine Quersubentionierung der Wirtschaft mittels Sozialhilfe ist irgend wie absurd.
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