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Mindestlohn-Initiative Mindestlohn-Initiative heizt Debatte über Lohngleichheit an

Die Mindestlohn-Initiative will einen Lohn von mindestens 4000 Franken für eine Vollzeitstelle. Das geht vor allem die Frauen etwas an. Denn in sogenannten Frauenbranchen werden am häufigsten Tiefstlöhne bezahlt. Doch würden die Betroffenen wirklich davon profitieren?

Eine weiss gekleidete Pflegerin stösst einen Rollstuhl.
Legende: In der Pflege arbeiten mehrheitlich Frauen. Keystone/Archiv

Von zehn Personen, die zu einem Tiefstlohn arbeiten, sind sieben Frauen. Sie arbeiten in der Pflege, im Verkauf oder im Gastgewerbe. Da sind Berufe mit einem hohen Anteil an weiblichen Angestellten.

Dass so viele Frauen schlecht verdienen, sei ungerecht und nicht akzeptabel, sagt Ursula Nakamura vom schweizerischen Verband für Frauenrechte. «77 Prozent der Personen, die im Tieflohnbereich arbeiten, sind Frauen. Solange sich da nichts ändert, werden wir immer am gleichen Punkt bleiben.» Für diese Frauen sei die Mindestlohn-Initiative wichtig, um endlich Lohngleichheit mit den Männern zu erreichen.

Gegner: Stellenabbau statt Lohngleichheit

Das sieht die Gegnerschaft anders: Die Einführung eines Mindestlohns werde nicht zu einer Lohngleichheit führen. Vielmehr hätte sie in vielen Fällen einen Stellenabbau zur Folge, weil sich viele Unternehmen höhere Löhne schlichtweg nicht leisten könnten.

Daniela Lützelschwab ist Geschäftsleitungsmitglied des Arbeitgeberverbandes. Sie erläutert ihr Argument anhand eines Coiffeur-Salons: Zwar könne der Coiffeur entscheiden, dass der Haarschnitt ab sofort ein bisschen mehr koste. Der Kunde müsse aber sein Budget im Griff behalten und komme daher in der Folge weniger zum Haareschneiden. Der Coiffeur wiederum habe somit weniger Kunden und brauche weniger Angestellte, es käme zu Entlassungen, so Lützelschwab.

Kampf für Lohngleichheit auch ohne Initiative

Beim Mindestlohn liegen die Positionen also auseinander. Einig sind sich die Frauenrechtlerin Nakamura und Lützelschwab vom Arbeitgeberverband aber dennoch: Die Lohngleichheit ist wichtig und muss unabhängig von der Einführung eines Mindestlohns weiter vorangetrieben werden.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Es lässt sich auch mit weniger als 4000 Franken gut leben. Man merkt, dass die Initianten noch nie mit "so wenig" haben auskommen müssen. Man verzichte auf unnötige Luxusgüter, dann reicht es für das Notwendige. Hauptsache man hat ein Dach über dem Kopf, es gibt Essen auf dem Tisch, man hat Kleidung, ist möglichst gesund & hat, wer noch arbeiten muss überhaupt einen Job. Alles andere ist Luxus.
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  • Kommentar von M. Kaiser, Rebstein
    Die Wahlen werden es zeigen ob das arbeitende Volk auf einen Mindestlohn freiwillig verzichtet - im reichsten Land dieser Erde müssen wir uns noch um solche Dinge streiten - wie ärmlich .
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  • Kommentar von H. Bernoulli, Zürich
    Ein teil des Lohnanstiegs verpufft aber leider in höheren Mieten. Je höher die Kaufkraft, desto höher die Mieten. Der Boden als Geldanlagemöglichkeit ist die grösste ökonomische und soziale Katastrophe aller Gesellschaften, in denen dies vorkommt. Siehe auch die grössten Finanzkrisen mit geplatzten Blasen: immer spielt der Boden als Geldanlage und Spekulationsobjekt eine Rolle. Ohne Abschaffung des Bodens als Geldanlage wird nie wirklich breiten Wohlstand+sichere Zukunft für alle möglich sein.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Und ein interessanter Bericht hat aufgezeigt, dass heute überall nur noch ich Hochpreis-Segment gebaut wird, entsprechend die Mieten hoch sind, um Sozial-Bezüger davon abzuhalten in diese Gemeinden zu ziehen. Damit sparen die Gemeinden Geld. Und wer glaubt, mit einem Mindestlohn gäbe es dann diese nicht mehr irrt.
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