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Pauschalbesteuerung Bundesrat stützt Steuerprivilegien für Reiche

Wer mehrere Millionen Vermögen hat, kann aufatmen: Aus Sicht des Bundesrat ist die Pauschalbesteuerung ein volkswirtschaftlicher Motor. Und daran soll sich nichts ändern.

Initianten, mit gesammelten Unterschriften, Transparent
Legende: Schluss mit Steuergeschenken für Superreiche! Der Bundesrat sieht das anders. Keystone

Der Bundesrat will sie nicht abschaffen. Zu gross ist der volkswirtschaftliche Nutzen der Pauschalbesteuerung. Die Landesregierung betont: Die Regelverschärfungen reichen aus. Diese wurden letztes Jahr vom Parlament beschlossen.

Die neuen Regeln seien ein ausgewogener Kompromiss. Dies schreibt der Bundesrat in seiner Botschaft zur Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre».

Das Volksbegehren will die Aufwandbesteuerung für natürliche Personen verbieten. Der Bundesrat lehnt die Initiative ab, die aus der Feder der Alternativen Linken (AL) stammt.

Folgen schwierig abzuschätzen

Zwar werde durch die Besteuerung nach Aufwand tatsächlich die horizontale Steuergerechtigkeit tangiert. Vergleichbare Sachverhalte würden also nicht vergleichbar besteuert. Die Pauschalbesteuerung stärke aber im Gegenzug die Standortattraktivität der Schweiz. Zudem seien mit dieser Steuerpraxis über 22'000 Arbeitsplätze verbunden.

Welche volkswirtschaftlichen Folgen hätte ein Ja zur Initiative? Laut Bundesrat ist dies schwierig abzuschätzen. Mit Blick auf den Kanton Zürich vermutet die Landesregierung: Die Steuerausfälle dürften sich gesamtschweizerisch «in Grenzen halten». Im Kanton Zürich wurde die Pauschalbesteuerung 2009 abgeschafft.

Doch die Bedeutung der Aufwandbesteuerung sei kantonal sehr unterschiedlich. Negative Auswirkungen hätte eine allfällige Abschaffung insbesondere in strukturschwachen Regionen. Diese könnten den Wegzug von pauschalbesteuerten Personen nicht anderweitig kompensieren.

Hürden erhöht

Die Initianten des Volksbegehrens zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung bezeichnen diese als ungerecht und verfassungswidrig.

Neben dem Kanton Zürich haben sich bisher vier weitere Kantone von der Pauschalsteuer verabschiedet, namentlich Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft und Basel-Stadt.

Das Parlament in Bern erhöhte im letzten Herbst seinerseits die Hürden für die Pauschalbesteuerung: Unter anderem müssen die direkte Bundessteuer und die kantonalen Steuern für Pauschalbesteuerte künftig nach dem Sieben- statt nach dem Fünffachen der Wohnkosten berechnet werden.

Bei der direkten Bundessteuer gilt ab 2016 zudem ein minimales steuerbares Einkommen von 400'000 Franken.

Der Sonderfall

Bei der Pauschalbesteuerung ist nicht das Einkommen massgebend, sondern die Lebenshaltungskosten der jeweiligen Person sind die relevant. Ende 2012 lebten in der Schweiz 5634 pauschalbesteuerte Personen. Die meisten leben im Kanton Waadt. Insgesamt sind es 1396 Personen.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von e.raouf-gambit, bern
    herzlich willkommen in der schweiz lieber selfmademan. spielt uns gar keine rolle wie du dein geld verdient hast. um diese frage kümmern sich hollywoodfilme, mit der anmerkung, die personen im film seien frei erfunden.
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  • Kommentar von JP.Simon / Nietzscheaner, Bern
    Die Bürgerlichen (Reiche) hatten das kategorisch abgelehnt. Ich finde das sehr beschämend, schon deshalb, dass viele Politiker sich nicht zu schaden sind, in den Verwaltungenräten von Firmen nach jedem Franken nachzueilen pflegen. Für solche Ungerechtigkeiten die Reichen willkommen zu heissen, ist denen in der Goldenen Fesseln gelittenen, eine zusätzliche Watsche ins Gesicht.
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  • Kommentar von JP.Simon / Nietzscheaner, Bern
    Die Reichen willkommen zu heissen - soll ich da jetzt lachen oder weinen? Bis im Jahre 1993 wurden die Pensionsbeiträge die der Arbeitgeber für den -nehmer einzuzahlen hatte, dem -nehmer bei Kündigung nicht mit gegeben. Diese 'Goldene Fessel' wurde d. das Parlament aufgehoben. Da hatte sich noch die Frage gestellt, ob die bis anhin Werktätigen, die schon über J. im Arbeitsleben und in der Goldenen Fessel waren, nicht angemessen zu entschädigen sind. forts. folgt
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