Berset zur PID: «Bevölkerung will klare Grenzen»

Gesundheitsminister Alain Berset ist zufrieden mit der klaren Zustimmung zum Verfassungsartikel, welcher den Weg für die Präimplantationsdiagnostik (PID) ebnet. Über das zugehörige Gesetz könnte bereits nächstes Jahr abgestimmt werden.

Video «Berset: «Mehrheit will PID mit klaren Grenzen» (franz., deutsch)» abspielen

Berset: «Mehrheit will PID mit klaren Grenzen» (franz., deutsch)

4:21 min, vom 14.6.2015

«Das Resultat zeigt, dass man auch über extrem komplexe Themen eine öffentliche Diskussion führen kann», sagt Alain Berset. Die nötige Reife sei vorhanden. Die Leute hätten verstanden, dass dies nur ein Richtungsentscheid sei. Das Ja öffne den Weg für eine Erlaubnis der Präimplantationsdiagnostik, dessen Gesetz das Parlament bereits beschlossen habe.

Video «Berset: «Das Ja erlaubt eine wichtige Diskussion»» abspielen

Berset: «Das Ja erlaubt eine wichtige Diskussion»

2:43 min, vom 14.6.2015

Der Verfassungsartikel ist aus Sicht des Gesundheitsministers ausreichend restriktiv. Embryos könnten nicht nach Geschlecht oder Aussehen ausgewählt werden, ebenso lasse die Änderung keine «Retterbabys» zu. «Die Mehrheit will PID, aber mit klaren Grenzen», bilanziert Berset. Man müsse nun sehr vorsichtig sein. «Es ist sehr wichtig, dass wir in unserer Demokratie sagen, bis zu diesem Punkt sind wir bereit zu gehen – weiter aber nicht.

Der Bundesrat rechnet damit, dass das Referendum gegen das vom Parlament beschlossene Gesetz zu Stande kommt. Eine Abstimmung könnte dann im Lauf des nächsten Jahres stattfinden. Es werde also noch einmal eine Diskussion über das Thema geführt werden müssen.