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Präimplantationsdiagnostik Embryonentests: Bischöfe sorgen sich um Schutz des Lebens

Die Bischofskonferenz kritisiert den Entscheid, künftig Präimplantationsdiagnostik zuzulassen. Nicht alles was man könne, dürfe man auch. Der Nationalrat hat sich für die Tests ausgesprochen.

Der Nationalrat hat sich diese Woche für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen. Im Reagenzglas gezeugte Embryos sollen vor der Einpflanzung in den Mutterleib untersucht werden dürfen.

Der Präsident der Bischofskonferenz, Markus Büchel, kritisiert diese Form der Fortpflanzungsmedizin. Es gehe ihm darum, bewusst zu machen, dass Politik und Medizin in diesem sehr heiklen Thema mit der höchsten Verantwortung umgehen müssen. «Es ist sicher wichtig, dass wir Leiden verhindern können, wir dürfen damit aber nicht Leben töten.»

«Vom christlichen Menschenbild her haben wir die Verantwortung darauf hinzuweisen, dass der Schutz des Lebens vom Moment der Zeugung bis zum Tod gewährleistet sein soll.

«Wir dürfen nicht alles, was wir können»

Bei der ganzen Debatte um Fortpflanzungsmedizin geht es um den Kinderwunsch von Paaren, die bislang keine Kinder bekommen konnten. Dafür zeigt Büchel grosses Verständnis. «Es ist ein grosses Leiden, wenn Paare keine Kinder erhalten können. Wenn es Möglichkeiten gibt den Kinderwunsch zu erfüllen, ohne aber dadurch auch Leben zu zerstören, dann ist dies ein grosser Fortschritt.»

Aber mit der ganzen Embryonenforschung sei die Grauzone fliessend. Fortschritte gebe es in der der Entwicklung der Medizin, das müsse man anerkennen. «Aber wir dürfen auch nicht alles, was wir können.»

«Es ist wichtig, dass man am Grundsatz festhält, dass jedes Kind ein Geschenk des Schöpfers ist. Wir haben kein Anrecht auf ein Kind und wir haben die Verpflichtung, ein Kind so anzunehmen, wie es uns geschenkt ist.»

12 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Haben sich diese Bischoeffe um die Knaben gekuemmert... ich meine um entwickeltes Leben??? Nicht um Eizellen... ahaaa!
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      F.N./Möglicherweise wird eines schönen Tages Realität werden einen Mutanten zu züchten,der nur aus grossen Genitalien und einem Mini-Hirn besteht.Dies bei sehr niedrigem Kalorien und Platzverbrauch.Somit würde Homo-erectus endlich am Ziel seiner paradiesischen Visionen angelangt sein.Sex ohne Ende bei geringem logistischen Aufwand.Muss nur noch der freie internationale Drogenhandel global gut aufgegleist werden,und Männlein wie Weiblein,befinden sich in ihrem Märchentraumland.
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  • Kommentar von Manfred E., Hochdorf
    Die lieben Bischöfe hätten sich gescheiter um ihre Ministranten und ihr Seelenheil gekümmert!
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Worauf stützt sich die Kirche mit ihren Argumenten? Es heisst zwar, du sollest nicht töten - aber in der Bibel findet man nichts zur Geburtenregelung - wäre das ein Thema damals gewesen, würde ja was dazu dort zu finden sein. In der Antike durfte über Leben oder Tod des Neugeborenen entschieden werden, so lange es noch nicht an die Brust angelegt wurde. In der Natur gehen auch befruchtete Eizellen ab ... Ich sehe eine Präselektion als vollkommen ethisch korrekt und im Einklang mit der Natur.
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    1. Antwort von Schacher Mike, 6000 Luzern
      Nur kurz: Aus dem im Einklang mit der Natur lassen sich ohnehin keine ethischen Folgerungen begründen. Das wäre ein naturalistischer Fehlschluss. Unsere Entscheidungen im Umgang mit der Präimplantationsdiagnostik sind ohnehin auch Teil der Natur (wir können uns da gar nicht ausklammern).
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    2. Antwort von Marlise HOfmann, Münchenstein
      Wir leben aber nicht mehr in der Antike! In der Postmoderne - und da sollten wir uns tatsächlich Gedanken machen, ob wir mit dem "Turmbau zu Babel" nicht endlich aufhören wollen. "Sein wie Gott" - das wollte der Mensch schon immer......
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    3. Antwort von Lucas Kunz, Sallneck
      Frau Hofmann, ich habe das Beispiel aus der Antike genommen, da es aus heutiger Sicht recht krass ist! Und dennoch findet man in der Hl. Schrift nichts zur Geburtenregelung. @ M. Schacher - mir ging's um die Tatsache, dass auch in der Natur unter normalen Umständen so und so viele % befruchteter Eier abgehen und einem solchen auch noch keine menschl. Personalität zuschreiben kann. Allg. finde ich die Diskussion recht müssig, wenn nicht gar scheinheilig, bei dem Fokus auf befruchtete Eizellen.
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    4. Antwort von Schacher Mike, 6000 Luzern
      Hofmann: Ich weiss nicht, woher Sie die Idee eines Gottes überhaupt haben könnten. Der Turm von Babel ist ein hübsches Märchen über menschliche Hybris. Ob ein "perfekterer" Mensch ein schwächerer Mensch ist, wird sich zeigen müssen und kann nicht im voraus beurteilt werden.
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