Tag der Arbeit 1. Mai im Zeichen der AHV-Rentenreform

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1. Mai in der Schweiz

1:56 min, aus Tagesschau vom 1.5.2017

Mehrere tausend Personen haben in Schweizer Städten an Kundgebungen zum Tag der Arbeit teilgenommen. Vertreter der Schweizer Gewerkschaften warben an den Rednerpulten für die Rentenreform, über die am 24. September abgestimmt wird. Weitere Themen waren gleiche Löhne für Mann und Frau und gute Arbeitsbedingungen.

Ständerat Paul Rechsteiner (SP/SG), Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB warb für die AHV-Reform. Die Altersvorsorge 2020 nütze den älteren, aber auch den jüngeren Menschen.

«  Am 24. September geht es um eine fundamentale Weichenstellung. »

Paul Rechsteiner
Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB

Unia-Präsidentin und SGB-Vizepräsidentin Vania Alleva warb zwar ebenfalls für die Rentenreform. Die Erhöhung des Frauen-Rentenalters ist der Unia aber ein Dorn im Auge. Die Unia verlangt von den SGB-Gremien, so rasch wie möglich die Lancierung einer Volksinitiative gegen ungleiche Löhne zu prüfen.

SP-Bundesräte in Sion und Interlaken

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Sommaruga auf dem Bau

1:15 min, aus Tagesschau vom 1.5.2017

Bundesrätin Simonetta Sommaruga besuchte eine Baustelle in Sion/Sitten. Dabei diskutierte sie mit Bauarbeitern verschiedenster Nationalitäten über deren Arbeitsbedingungen auf der Baustelle für den Campus Energypolis des Kantons Wallis, der EPFL Lausanne und der Fachhochschule Westschweiz (HESSO). Mit mehreren Arbeitern sprach Sommaruga länger und ohne weitere Zuhörer.

Bundesrat Alain Berset hat am Abend in Interlaken (BE) für sein Reformprojekt Altersvorsorge 2020 geworben. Es sei ein «gutes Gesamtpaket, das das Rentenniveau garantiert und wesentliche Fortschritte bietet», unterstrich der Bundesrat. Eine wichtige Entwicklung sei, dass Teilzeit Arbeitende in der 2. Säule besser versichert seien, so Berset.

Neben Berset sprachen in Interlaken auch der Berner Regierungsrats Christoph Ammann und Urs Graf, SP-Grossrat und Gemeindepräsident von Interlaken.

Veranstaltungen in den Städten

In diversen Schweizer Städten fanden am 1. Mai Feierlichkeiten und Reden statt. In Zürich haben 12'000 Personen am traditionellen 1.-Mai-Umzug durch die Zürcher Innenstadt teilgenommen.

Demonstrationszug in Zürich.

Bildlegende: Der Demonstrationszug durch Zürich. Keystone

Unter ihnen waren auch Anhänger des Schwarzen Blocks, die Petarden und Knallkörper zündeten. Gemäss Stadtpolizei Zürich kam es entlang der Umzugsroute zu mehreren Farbanschlägen und Sprayereien.

Hauptredner in Zürich war der Waadtländer SP-Staatsrat Pierre-Yves Maillard, der sich zur Gesundheitspolitik äusserte. Er forderte, dass «endlich die Krankenkasse reformiert» werde. Die Versicherungsrisiken sollten durch kantonale Ausgleichskassen genossenschaftlich verwaltet und das Parlament vom Einfluss der Privatversicherer befreit werden.

In Bern demonstrierten trotz Regen und Kälte mehrere hundert Menschen für Arbeitnehmerrechte. Im Mittelpunkt standen Themen wie Lohngleichheit, Digitalisierung und die Rentenreform 2020.

In Basel zogen rund 2000 Demonstrierende mit Fahnen und Transparenten vom Messe- zum Barfüsserplatz. Angeführt vom Revolutionären Bündnis waren Gewerkschaften und die linken Parteien dabei. Auch zahlreiche Immigrantengruppen marschierten mit.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Gewerkschaften: Bedeutung steigt, Mitgliederzahlen sinken

    Aus 10vor10 vom 1.5.2017

    Die Schweizer Gewerkschaften haben in den letzten Jahren massiv an Mitglieder verloren. Weil immer mehr Arbeitnehmer einem GAV unterstellt sind, steigt ihre Bedeutung dennoch. Die allgemeine Verbindlichkeit von Arbeitsbedingungen scheint ein Mittel gegen Dumping zu sein. Doch es gibt auch Gegentrends.